Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Nachwuchsmusiker sind unzufrieden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Nachwuchsmusiker sind unzufrieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 07.12.2017
V.l.: Alina, Sarah und Marcia Stück möchten mit ihrer Musik die Menschen bewegen. Quelle: privat
Alt Ruppin

Es sei schlecht bestellt um die Musik im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, es gebe zu wenig Angebote, zu selten Konzertmöglichkeiten und kaum regionale Wettbewerbe. So sehen das zumindest die Nachwuchsmusikerinnen Sarah und Marcia Stück. Sarah studiert in Potsdam und pendelt täglich in ihre Heimat Alt Ruppin, Marcia geht im Evangelischen Gymnasium in Neuruppin zur Schule.

In ihrer Freizeit musizieren die beiden Schwestern sehr viel. Auch die dritte Schwester Alina gesellt sich mit ihrer Geige oft dazu. Wegen ihres Studiums ist sie allerdings seltener zu Hause. Marcia spielt Klavier und Sarah Waldhorn. Als Duo „Blech trifft Tasten“ sind sie schon bei vielen überregionalen Wettbewerben erfolgreich gewesen. Zuletzt gewannen sie beim Kammermusikwettbewerb 2017 in Kiel in ihrer Altersklasse mit dem Prädikat „mit hervorragendem Erfolg“.

Nachfrage ist größer als das Angebot

Doch Sarah und Marcia wollen nicht immer bis nach Kiel oder noch weiter weg fahren, um an Wettbewerben in ihrer Altersklasse teilnehmen zu können. „Es gibt einfach zu wenig regionale Musikwettbewerbe im Landkreis. Und wenn mal eine Veranstaltung stattfindet, ist sie hoffnungslos überfüllt“, sagt Sarah. Es gäbe zwar Potenzial, beispielsweise an der Kreismusikschule in Neuruppin, aber die Nachfrage sei stets größer als das Angebot, sagen die Schwestern. Es fehle außerdem ein gut ausgestattetes Musikfachgeschäft in Neuruppin.

Harald Bölk, der Leiter der Kreismusikschule verteidigt auf Nachfrage die Angebote in Neuruppin und Umgebung: „Wir haben einige teilweise sehr professionelle Wettbewerbe hier im Landkreis. Da gehört natürlich vor allem das jährliche ,Jugend musiziert’ dazu, wo unsere Musikschüler immer sehr erfolgreich sind.“In Wittstock würde außerdem jedes Jahr ein großer Musikwettbewerb ausgerichtet, bei dem es sogar Preisgeld zu gewinnen gibt, so Bölk.

Musikschüler von 3 bis 86 Jahren

Die Musikschule Neuruppin wächst laut Bölk seit einigen Jahren kontinuierlich. Aktuell rund 900 Schüler im Alter von 3 bis 86 Jahren können sich dort von studierten Fachkräften unterrichten lassen. „Unsere Räume sind immer gut ausgelastet und wir haben auch regelmäßig professionelle Aufführungen“, sagt Bölk.

Auch Sarah und Marcia haben zeitweise Unterricht in der Neuruppiner Musikschule genommen. Doch inzwischen sind sie aus der Musikschule ausgetreten. Die Schwestern nehmen jetzt Unterricht bei Musikprofessoren in Berlin.

Ein Lehrerwechsel sei allerdings durchaus üblich bei ambitionierten Nachwuchsmusikern, erklärt Marcia. „Es ist wichtig, neue musikalische Perspektiven zu bekommen. Dabei kann ein Lehrerwechsel nicht schaden.“

Mehr Möglichkeiten in der Heimat

Trotzdem wünschen sich die zwei mehr Angebote in ihrer Heimatregion. „Es muss auch nicht immer ein Wettbewerb sein. Mehr Aufführungsmöglichkeiten beispielsweise für den Bereich der Neuen Musik wären schön“, sagt Sarah. Sie fühlt sich gerade mit der neuen Musik, die sie gerne spielt, oft nicht genug wertgeschätzt. „Neue Musik klingt eben teilweise etwas anders als die gewohnte klassische Musik. Aber genau deshalb ist sie doch so interessant und sollte gefördert werden“, sagt Sarah. In Rheinsberg gebe es zwar immer wieder Möglichkeiten, auch neue Musik aufzuführen, doch Sarah wünscht sich mehr. Ihr größter Traum: einmal zusammen mit dem Brandenburgischen Staatsorchester auftreten.

Musik bedeutet den Schwestern sehr viel. Vor allem aber stehe der Spaß im Vordergrund. Musik müsse allen Beteiligten Freude bereiten. Sarah und Marcia können sich vorstellen, eines Tages mit ihren Instrumenten ihr Geld zu verdienen.

Von Jonas Nayda

Dass ein technischer Defekt das Feuer in Alt Ruppin vom Samstagabend verursacht hat, das konnte die Polizei ausschließen. Nun ermittelt sie wegen schwerer Brandstiftung gegen Unbekannt.

07.12.2017

Das Amt Temnitz will künftig mehr für die Aufwandsentschädigung seiner Feuerwehrleute ausgeben. Das geht zumindest aus dem Haushaltsentwurf hervor, der im Dezember beschlossen werden soll.

04.12.2017

Vor einem Dreivierteljahr wurde das Insolvenzverfahren der Entwicklungsgesellschaft Temnitzpark (EGT) abgeschlossen. Seitdem bemüht sich die EGT um die Vermarktung der noch freien Flächen. Bislang gelang erst ein kleiner Verkauf. Nicht ungewöhnlich, sagt die EGT-Chefin Susanne Dorn

04.12.2017