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Ostprignitz-Ruppin Neue Runde für die Klosterplanung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Runde für die Klosterplanung
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00:17 26.01.2017
Auszug aus der Planvariante 1, erstellt vom Architekturbüro Kühn- von Kaehne und Lange. Erkennbar: Das Gartenareal (grün) ist dieses Mal für keine größere Bebauung vorgesehen. Ein Café aber wäre denkbar im Winkel von Klausurflügel und Stadtmauer. An ihr entlang zieht sich ein Bau aus Glas.
Auszug aus der Planvariante 1, erstellt vom Architekturbüro Kühn- von Kaehne und Lange. Erkennbar: Das Gartenareal (grün) ist dieses Mal für keine größere Bebauung vorgesehen. Ein Café aber wäre denkbar im Winkel von Klausurflügel und Stadtmauer. An ihr entlang zieht sich ein Bau aus Glas. Quelle: Architekturbüro
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Kyritz

Für die Entwicklung eines „Kultur- und Bildungszentrums im Klosterviertel Kyritz“ liegen drei neue Entwürfe vor. Erstmals öffentlich diskutiert werden diese Vorschläge ab diesen Dienstagabend in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. Den Anfang macht der Ausschuss für Bildung und Soziales, deren Mitglieder ab 18.30 Uhr im Rathaussaal tagen.

Es ist eine neue Runde, an deren Ende die Stadtverordneten eine Entscheidung treffen sollen, und sie ist augenscheinlich besser denn je vorbereitet. Denn die Ideen sind mit einer viel detaillierteren Finanzplanung als bisher versehen. Und im Dezember beschäftigten sich mit diesen Vorschlägen auch schon Vertreter aller Projektbeteiligter mit einer am Ende übereinstimmenden Meinung: von der Stadtbibliothek, dem Heimatmuseum, der Regionalentwicklungsgesellschaft, dem Förderverein Klosterviertel, der Bürgerinitiative, der Touristen-Info, der Theatergruppe „Knattermimen“, der Stadt Kyritz und auch einige Stadtverordnete sowie Vertreter der einladenden „Arbeitsgemeinschaft Bauen am Klostergelände“ selbst.

Die Arbeitsgemeinschaft hatte bereits im Frühsommer vorigen Jahres eine neue Planung vorgestellt. Mit einer solchen Lösungssuche war die Gruppe schließlich beauftragt worden, nachdem im Herbst 2015 die bisherige Planung mittels eines Bürgerentscheids gekippt wurde. Verhindert wurde, das Gartengelände großflächig zu bebauen.

Doch zu einer Entscheidung konnten sich die Stadtverordneten noch nicht durchringen. Die Ideen wurden von einigen als „zu aufgeblasen“ gesehen, andere monierten fehlende Übersichten zu Folge- und Betriebskosten. Die Planung wurde daher in die Arbeitsgemeinschaft zurückverwiesen. Die „gewonnene“ Zeit sollte für „bauvorbereitende Arbeiten“ zudem nicht ungenutzt bleiben.

Drei Konzepte von „optimal“ über „reduziert“ bis „unzureichend“

Die Arbeitsgemeinschaft kam zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Planungsbüro nun dem Wunsch nach einer Überarbeitung nach. Damit liegen jetzt drei Varianten vor, zu denen in der Beschlussvorlage formuliert steht: „Da die von der AG favorisierte Variante 1 die für die Nutzungsanforderungen bestmögliche Lösung darstellt, bedeutete die Erarbeitung weiterer Varianten in Verbindung mit einer Kostenreduzierung gleichzeitig eine Reduzierung des Angebots.“ Folglich handelt es sich bei der Variante 1 um die teuerste. Es wird bei diesem „optimalen Konzept“ mit Baukosten von rund 7,6 Millionen Euro gerechnet.

Markant ist in diesem Entwurf ein „gläserner Verbinder“. Er erstreckt sich die Stadtmauer entlang von einem Gartencafé über den zu sanierenden und als Museum zu nutzenden historischen Klausurflügel über einen neu zu bauenden Flügel samt Veranstaltungsraum und Toiletten bis hin zur ehemaligen Brennerei. Diese soll zur Stadtbibliothek werden und „Kinder-, Jugend- und familiengerechte Bildungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten auf drei Etagen“ bieten. Und: Es gäbe an der Bach-Straße/Pritzwalker Straße ein neues Eckgebäude mit Platz für Verwaltung und Büros für Touristik, Museum, Heimatverein und das historische Stadtarchiv.

Dieser Eckbau würde bei Variante 2 wegfallen, der Glasverbinder wäre nur halb so lang. Aber auch das Kleinod Bach-Straße 8 bliebe unsaniert. Weitere Außentoiletten für Gartenveranstaltungen gäbe es ebenso nicht. Dennoch ist der Baupreis auch für dieses „reduzierte Konzept“ beachtlich: rund 5, 8 Millionen Euro. Grund sind die jeweils „kostenintensiven Sanierungen der Altgebäude“. Viele der Folgekosten indes würden sich „durch eine größere Fläche im Verhältnis reduzieren“.

So käme die Variante 3, das laut Planern „unzureichende Konzept“, mit etwa 5,2 Millionen Euro auch nicht nennenswert günstiger. Neben den schon bei Variante 2 wegfallenden Bauten würde dabei nun der Glasbau samt Gartencafé komplett entfallen. Und statt des neuen Seitenflügels würde es nur einen Anbau für Toiletten geben.

Wie der Beschlussvorlage weiterhin zu entnehmen ist, sprachen sich die in Frage kommenden Nutzer des Areals in der Info-Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft vom Dezember weitestgehend für die Variante 1 aus. Variante 2 wird lediglich als Übergangskonzept und Variante 3 als schlicht zu unattraktiv gesehen.

Von Matthias Anke