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Ostprignitz-Ruppin Neuer Lehrgang für Arbeit mit Therapietieren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuer Lehrgang für Arbeit mit Therapietieren
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16:04 29.01.2018
Hunde werden besonders häufig als Therapietiere eingesetzt.  Quelle: Helge Treichel
Hunde werden besonders häufig als Therapietiere eingesetzt. Quelle: Helge Treichel
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Zippelsförde

Die Deutsche Gesellschaft für Tiergestützte Therapie (DGTT) aus Zippelsförde und die Industrie- und Handelskammer (IHK) aus Potsdam haben eine bundesweit einmalige Fortbildung entwickelt. Altenpfleger, Erzieher, Psychologen oder Ergotherapeuten, die in ihrer Arbeit Therapietiere einsetzen wollen, können sich dafür künftig in dem Zertifikatslehrgang „Tiergestützte Interventionen“ ausbilden lassen. Projektinitiatorin und DGTT-Vorsitzende Angela Zimmermann und Fachdozenten stellten den Lehrgang am Montag bei einem Symposium in Potsdam vor.

Gemeinsam mit einer Tierärztin hatte Zimmermann das Curriculum für den neuen Lehrgang entwickelt. Ziel der Fortbildung ist es, den Einsatz von Therapietieren zu professionalisieren. Zwar machen nach Zimmermanns Einschätzung bereits rund 500 Veranstalter Lehrangebote zum Einsatz von Therapietieren. Doch sind für diese Kurse keine Qualitätsstandards festgeschrieben. Anders als andere Fortbildungen endet der neue, in Zippelsförde entwickelte Lehrgang mit einem bundesweit einheitlichen IHK-Zertifikat. „Das ist ein Leuchtturmprojekt“, sagt Zimmermann.

Große Nachfrage nach Lehrgang

Das brandenburgische Arbeitsministerium hatte die Entwicklung des Lehrgangs mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und des Landes gefördert. Die Nachfrage nach dem neuen Lehrgang sei groß, sagt Zimmermann, die mit ihrem Verein vor eineinhalb Jahren die ehemalige Umweltbegegnungsstätte in Zippelsförde übernommen hatte. Ende Februar soll ein erster Durchgang beginnen.

Besonders wichtig war es Zimmermann gewesen, dass der Lehrgang auch Pflichtmodule zum Tierschutz und zum Training von Therapietieren enthält. Artgerechter Umgang ist nicht nur für das Wohl der Therapietiere wichtig. Auch für den Therapieerfolg ist entscheidend, dass es dem Hund, der einem Wachkoma-Patienten oder einem Demenzkranken helfen soll, gut geht. Bloße Tierliebe reiche für den Einsatz von Therapietieren nicht aus, sagt Zimmermann. Tiertherapie sei „nicht nur Fellstreicheln“.

Hilfe bei Demenz und psychischen Erkrankungen

Tiergestützte Therapien helfen Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Demenz, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Oft werden Pferde oder Hunde als Therapietiere eingesetzt, aber auch der Einsatz von Nutztieren ist möglich. In Wahl­modulen können Teilnehmer ihr Wissen über ihre späteren Therapietiere vertiefen.

Neben dem IHK-Zertifikat erwerben Kurs-Teilnehmer auch einen Sachkundenachweis, den das Tierschutzgesetz vorschreibt, wenn Tiere gewerblich eingesetzt werden. Bislang sei zu wenig bekannt, dass ein solcher Nachweis Pflicht ist, sagt Zimmermann. Nicht immer haben Therapeuten, die mit Tieren arbeiten, diese vorgeschriebene Prüfung absolviert.

Von Frauke Herweg

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