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Ostprignitz-Ruppin Neues Passfoto-Gesetz verärgert Fotografen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neues Passfoto-Gesetz verärgert Fotografen
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15:39 09.01.2020
Passbilder erstellen gehört für viele Fotografen zu den am häufigsten gefragten Dienstleistungen. Quelle: foto: Rüdiger Böhme
Neuruppin

Die Pläne des Bundesinnenministeriums, Passfotos künftig ausschließlich in den Meldebhörden anzufertigen, sorgt auch unter Neuruppins Fotografen für Unmut. Sven Boddin, Inhaber von zwei Fotostudios in Neuruppin, zeigt sich besorgt: „Ich fürchte, dass viele Fotoläden nicht überleben können, wenn das Geschäft mit den Passbildern wegfällt.“

Einem Gesetzesentwurf des Innenministeriums zufolge sollen Lichtbilder für offizielle Dokumente künftig „in Gegenwart eines Mitarbeiters“ aufgenommen und „elektronisch erfasst“ werden. Der Entwurf sieht die Einrichtung 11.000 „Selbstbedienungsterminals“ in den insgesamt 5500 Pass- und Ausweisbehörden in Deutschland vor – für insgesamt rund 177 Millionen Euro.

Angst vor Manipulation der Passbilder

Anlass für den Entwurf des „Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit im Pass- und Ausweiswesen“ ist die Angst vor Bildmanipulationen durch das sogenannte Morphing. Dabei werden mehrere Passbilder digital übereinander gelegt und zu einem verschmolzen, das Gesichtszüge beider Personen aufweist.

Lesen Sie auch: Angst vor Fälschungen: Passbilder bald nur unter Aufsicht vom Amt

Der Verband der Technik-Einzelhändler in Deutschland, der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT), kritisiert die Pläne in einem offenen Brief an Innenminister Horst Seehofer scharf. Durch das Gesetz würden „Millionenumsätze im Handel vernichtet“. Das Erstellen von Passbildern sei nicht nur ein wichtiger Umsatzposten für die Fotografen, sondern sorge auch für Laufkundschaft in den Geschäften, heißt es in dem Schreiben.

Passfotos sind wichtiger Umsatzposten für Fotografen

Sven Boddin kann da nur zustimmen: „Die Branche erlebt momentan ohnehin schwere Zeiten, für manche Geschäfte wäre das extrem bedrohlich.“ Vier Passfotos kosten bei ihm 9,95 Euro, das Geschäft mit den Bildern sei auch bei ihm ein wichtiger Umsatzposten.

Auch Fotohändler Ricco Schubert von Foto Schubert in Neuruppin lehnt das neue Gesetz ab: „Ich kenne Kollegen, die ihren Laden direkt neben dem Einwohnermeldeamt haben, die können dicht machen“, sagt er. Er selbst wäre von der Gesetzesänderung weniger stark betroffen. Den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet er mit einem Onlineshop für Kamera-Equipment.

Bis Ende Januar haben die betroffenen Berufsverbände Zeit, sich zu dem Gesetzesentwurf zu äußern. Der BVT schlägt dem Innenministerium vor, die private Fotowirtschaft bei der Entwicklung von manipulationssicheren Passfotos einzubeziehen, statt die Arbeitsplätze und Umsätze der Branche zu gefährden.

Von Feliks Todtmann

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