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Ostprignitz-Ruppin Personalnot bei der Suchtberatung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Personalnot bei der Suchtberatung
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02:18 27.05.2018
Alkohol bleibt die Droge Nr. eins in der Region. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die um sich greifende Personalnot in der Region macht auch vor der Suchtberatung keinen Halt: Elf Monate konnte im vergangenen Jahr eine Beraterstelle nicht besetzt werden, weil es keine geeigneten Bewerber gab, sagte Sandra Helm, die Leiterin der Integrierten Suchtberatung, am Mittwochabend beim Kreissozialausschuss. Zwar habe das Personal versucht, die Lücken auszugleichen, so Helm. Doch mussten Abstriche gemacht werden.

Fast 1100 Beratungen in einem Jahr

Dabei hat die Arbeit für die Suchtberatung, die in Neuruppin, Kyritz und Wittstock angeboten wird, nicht abgenommen. Knapp 1100 Fälle wurden im vergangenen Jahr an den drei Standorten der Integrierten Beratungszentren (IBZ) betreut. „Wir erreichen mit unserem Angebot der Suchthilfe nur die Spitze des Eisberges“, betonte Helm. Auffällig ist dabei, dass es sich bei 75 Prozent der Klienten um Männer handelt und rund 70 Prozent der Klienten allein lebt – teilweise in sehr prekären Verhältnissen.

Helm würde sich wünschen, mehr Zeit in die Prävention von Sucht stecken zu können. Das sieht der Neuruppiner Kreistagsabgeordnete Helmut Kolar von der bunten Fraktion aus Bauern, freien Wählern und FDP ähnlich. Mit Prävention könnten Schüler rechtzeitig über die Folgen von Süchten aufgeklärt werden. Doch dafür sei die Integrierte Suchtberatung gar nicht zuständig, sagte Helm. Vielmehr solle sich die überregionale Suchtfachstelle um das Aufklären von Schülern kümmern. Die Suchtfachstelle sitzt in Wittenberge (Prignitz) und bekommt lediglich 20 Stunden pro Woche für diese Tätigkeit bezahlt. Diese Zeit müssen sich Prignitz und Ostprignitz-Ruppin teilen.

Zunahme von Cannabis und synthetischen Drogen

Das Gros der Klienten bei der integrierten Suchtberatung ist volljährig. Nur vier Prozent waren im 2017 unter 18 Jahren, sagte Helm. Demnach sind fast drei Viertel der Klienten zwischen 28 und 57 Jahre alt. In den meisten Fällen, nämlich bei rund 70 Prozent, geht es um Alkoholsucht. Allerdings sei in den vergangenen Jahren der Konsum von Cannabis und synthetischen Drogen wie Crystal Meth auch in der Region gestiegen, so Helm. Nur eine kleine Rolle nimmt demnach die Beratung wegen Spielsucht ein. Zwar wünschten sich hin und wieder Eltern dazu eine Beratung, weil ihr Kind das Handy kaum noch aus der Hand legt. Aber diese Fälle fielen eher unter die Rubrik „Erziehungsberatung“, so Helm.

Von Andreas Vogel

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