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Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner wehren sich gegen steigende Kita-Beiträge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner wehren sich gegen steigende Kita-Beiträge
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11:35 22.03.2018
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Neuruppin

Die Stadtverwaltung hat ein Papier ausgearbeitet, nachdem manche Eltern künftig mehr als das Vierfache für einen Kindergarten-, Krippen- oder Hortplatz bezahlen müssten. Nahezu alle Gebühren sollen steigen. Wie stark, hängt von der Zahl der Kinder und vom Einkommen der Eltern ab. Auch Gering- und Durchschnittsverdiener müssen 20 bis 40 Prozent mehr berappen.

"Neuruppin - ein Eldorado in Sachen Kinderbetreuung", so steht es auf der Internetseite der Fontanestadt. "Dieser Titel klingt wie blanker Hohn, betrachtet man die aktuellen Bestrebungen der Verwaltung zur massiven Erhöhung der Kita-Gebühren", heißt es in einem offenen Brief von Eltern an die Stadt. "Dass wir mehr bezahlen müssen, ist klar", sagt Diana Schneider. "Aber man kann die Eltern doch nicht auf einmal derart belasten." Auch Katherina Thamm versteht das nicht: "Warum macht man das denn nicht in mehreren Stufen?"

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Beide Mütter haben jeweils eine kleine Tochter in der Kita Tabaluga in Gildenhall. Ihre Familien verdienen eher gut, sagen sie selbst. Aber nach dem, was die Stadtverwaltung jetzt vorschlägt, müssten sie 43 Prozent mehr zahlen. "Dann gehe ich zu einem Viertel nur für den Kita-Platz arbeiten", sagt Katherina Thamm. "Das geht doch nicht."

Die Eltern machen Beispielrechnungen auf: Eine Alleinerziehende mit einem Kind im Krippenalter und einem Jahresgehalt von 19 200 Euro müsste bei neun Stunden Kinderbetreuung 213,84 Euro pro Jahr mehr ans Rathaus überweisen. Für eine Familie mit einem Jahresnettoeinkommen von 28 500Euro und drei Kindern von zwei, vier und acht Jahren wären es bei sechs Stunden Betreuung sogar 1200Euro mehr - rund 51 Prozent. Katherina Thamm: "Wie will die Stadt da für junge Familien attraktiv sein?"

Am Dienstag soll sich Neuruppins Sozialausschuss mit den Kita-Gebühren befassen. Etliche Mütter und Väter wollen dort ihrem Ärger Luft machen. In der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag hieß es noch, die Eltern seien mit der neuen Satzung grundsätzlich einverstanden. Bei einer Beratung mit Mitarbeitern und Eltern in der Kita-AG habe es keinen Protest gegeben, sagte der Stadtverordnete Ronny Kretschmer (Die Linke).

Neuruppins Sozialdezernent Thomas Fengler findet den großen Protest deshalb jetzt etwas übertrieben. "Die Gebühren erreichen doch nur das Niveau vor der Senkung 2011", sagt er. Allerdings wird die Stadtverwaltung bis Dienstag noch weitere Gebühren-Varianten mit etwas geringerer Steigerung ausrechnen. Ronny Kretschmer und Hannelore Gußmann von der SPD hatten das bei einem Treffen am Donnerstag im Rathaus erreicht. Trotzdem wird es für viele Eltern deutlich teurer.

Beratung: Der Neuruppiner Sozialausschuss tagt am Dienstag, 4.März, ab 18.30 Uhr im Saal des Rathauses.

WAS DIE KITAS KOSTEN

Die Stadt Neuruppin betreibt 13 Kitas und Schulhorte, in denen 1486 Kinder betreut werden können.
Eine Satzung regelt, wie viel Eltern für die Kinderbetreung zahlen müssen.
Die Stadt darf von den Eltern nicht mehr Geld verlangen, als sie selbst für die Kitas ausgibt – sie darf aber weniger kassieren.
9,2 Millionen Euro gibt Neuruppin pro Jahr für die Kinderbetreuung aus, hat die Stadt errechnet.
4,4 Millionen Euro davon bekommt Neuruppin als Zuschuss zu den Personalkosten vom Landkreis erstattet.
1,25 Millionen Euro sollen die Elternbeiträge zu den Kitas künftig einbringen.

3,55 Millionen Euro bezahlt Neuruppin aus der Stadtkasse.

Von Reyk Grunow

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