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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin lässt nicht locker
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin lässt nicht locker
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02:33 26.04.2018
Bürgermeister Jens-Peter Golde (l.) und Landrat Ralf Reinhardt mit dem Brief an die Kanzlerin.
Bürgermeister Jens-Peter Golde (l.) und Landrat Ralf Reinhardt mit dem Brief an die Kanzlerin. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Nein, so schnell gibt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) nicht auf. Er will wie Landrat Ralf Reinhardt (SPD) dafür kämpfen, dass in der Fontane­stadt endlich die Außenstelle einer Bundesbehörde oder eines Bundesinstitus angesiedelt wird.

Zuschlag für Stolpe bei Hennigsdorf

Zwar haben sich die Bundesverkehrsminister der Länder gerade erst darauf geeinigt, dass Leipzig Sitz des neuen Fernstraßen-Bundesamtes wird und in Stolpe bei Hennigsdorf eine von bundesweit zehn regionalen Niederlassungen der neu geschaffenen Infrastrukturgesellschaft für Bundesautobahnen eingerichtet werden soll. „Das war schon ernüchternd“, sagte Golde am Montag – aber kein Grund zum Aufgeben. Schließlich muss Neuruppin seit Jahren Niederlagen wegstecken.

Schon einmal gegen Leipzig durchgesetzt

Dabei hatte sich die Stadt 2005 schon einmal gegen Leipzig durchgesetzt, als Standort für eine Außenstelle des Bundesinstituts für Risikobewertung. 70 Mitarbeiter sollten in Neuruppin prüfen, wie sicher Lebens- und Futtermittel, Spielzeug und Kosmetika sind. Doch es kam anders, die Außenstelle wurde in Berlin errichtet – vermutlich auch, weil kein Mitarbeiter gegen seinen Willen in die Provinz versetzt werden sollte. Gleichwohl sehen Golde und Landrat Reinhardt den Bund in weiterhin in der Pflicht. Musste doch auf Weisung des Bundes 2013 auch noch das Friedrich-Loeffler-Instituts aus Wusterhausen, in dem Tierkrankheiten erforscht werden, auf die Ostsee-Insel Riems umziehen. Bis jetzt hat es dafür keinerlei Ausgleich vom Bund gegeben.

Wirtschaftswoche: Der Osten wird benachteiligt

Hinzu kommt, dass laut einer Untersuchung der „Wirtschaftswoche“ der Osten Deutschlands bei der Ansiedlung von Bundes- und Forschungseinrichtungen immer noch weit hinter dem Westen hinterherhinkt. Von 217 Bundeseinrichtungen haben demnach 194 ihren Hauptstandort im Westen, das sind mehr als 89 Prozent, und lediglich 23 im Osten, das sind gut zehn Prozent. Vor allem Nordrhein-Westfalen profitiert demnach von neuen Bundeseinrichtungen, 60 haben dort ihren Hauptsitz. Es folgen Niedersachsen mit 28, Berlin mit 25 und Bayern mit 19. Zum Vergleich: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben lediglich je fünf Bundeseinrichtungen. Schlechter sind nur Thüringen, das Saarland und Bremen mit je zwei Einrichtungen.

Golde: Prignitz-Express mus im Halbstunden-Takt fahren

Für Reinhardt ist deshalb klar, dass „der Osten mehr Bundeseinrichtungen“ braucht. Daran solle der gemeinsame Brief von Kreis- und Fontanestadt an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erinnern. Damit in Neuruppin eine Bundesbehörde angesiedelt wird, müsse die Verkehrsinfrastruktur stehen, sagte Golde. Das heißt: Der Prignitz-Express verkehrt im Halbstunden-Takt in Richtung Berlin.

Von Andreas Vogel