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Neuruppin 1000. Stromspar-Check in Ostprignitz-Ruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin 1000. Stromspar-Check in Ostprignitz-Ruppin
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17:16 25.09.2019
Frederik Lottje von der Energiesparagentur aus Berlin warb am Mittwoch in Neuruppin für den Stromspar-Check. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Die Stromsparhelfer des Neuruppiner Vereins Esta Ruppin haben jetzt den 1000. kostenlosen Stromspar-Check im Landkreis durchgeführt. „Das Projekt liegt uns am Herzen“, sagte am Mittwoch Joachim Pritzkow (67), der seit gut sieben Jahren dabei ist.

Schließlich könnten durch so eine Prüfung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Haushalte mit geringem Einkommen können durch den Austausch energiefressender Geräte sowohl ihren Geldbeutel schonen als auch das Klima schützen, da nicht nur weniger Energie verbraucht, sondern auch weniger Kohlenstoffdioxid, also CO2, produziert werde.

LEDs und Sparduschköpfe

Allein der „Jubiläums-Haushalt“, der sich in der Fontanestadt befindet, kann 168 Euro an Stromkosten im Jahr sowie 105 Euro beim Wassergeld und 51 Euro bei den Kosten für die Heizenergie sparen.

Am häufigsten bauen die Stromsparhelfer schaltbare Steckerleisten, wenig Strom verbrauchende LED sowie Sparduschköpfe ein, sie verteilen aber auch Kühlschrankthermometer, Zeitschaltuhren und in einigen Fällen sogar einen Zuschuss von 100 Euro für einen neuen, weit weniger Energie verbrauchenden Kühlschrank.

Das Ziel ist einfach: Energiekosten sollen gespart und der CO2-Ausstoß gesenkt werden, sagte Frederik Lottje von der Energieagentur aus Berlin.

Laut Lottje gibt es den kostenlosen Stromspar-Check in rund 150 Städten in Deutschland, wobei bundesweit schon mehr als 340.000 Haushalte von den Beratungen und dem Wegfall von Stromfressern profitieren. Allein in Ostprignitz-Ruppin könnten dadurch langfristig etwa 1800 Tonnen CO2 eingespart werden, sagte Pritzkow.

Beratung auf Augenhöhe

Obwohl jeder Haushalt Geld sparen könne, sei es in der Region nicht einfach, Menschen von einem Strom-Check zu überzeugen, so Pritzkow. Denn dafür müssen sich die Stromsparhelfer im jeweiligen Haushalt umsehen, den Energie- und Wasserverbrauch ermitteln und analysieren, wo und wie am besten Energie gespart werden kann.

Die derzeit sieben Stromsparhelfer bei Esta Ruppin wissen genau, worauf es ankommt. Es sind ehemalige Langzeitarbeitslose, die eigens für den Stromspar-Check qualifiziert wurden. „Dadurch gibt es eine Beratung auf Augenhöhe“, betonte Lottje.

In Ostprignitz-Ruppin konnten seit 2013 schon 226 Gutscheine für neue Kühlgeräte ausgegeben werden. „Da ist noch Luft nach oben“, sagte Joachim Pritzkow.

Der gelernte Bauingenieur wundert sich zudem, dass es kaum Nachfrage nach dem zinslosen Minikredit gibt, den Esta Ruppin für Haushalte bereitstellt, die sich trotz des Zuschusses von 100 Euro keinen neuen Kühlschrank leisten können. Dabei könnte der Minikredit in monatlichen Raten, die maximal zehn Prozent der Bezüge ausmachen, zurückgezahlt werden.

Beteiligen sich die Kommunen an den Kosten?

Derzeit beschäftigt den Verein noch ein anderes Problem. Denn das Projekt „Stromspar-Check“ in Ostprignitz-Ruppin ist nur bis 30. Juni 2020 verlängert worden. Soll es weitergehen, braucht der Verein eine Kofinanzierung. Esta Ruppin denkt dabei an die Kommunen. Denn diese profitieren ebenfalls von dem Projekt, da sie die Wasser- und Heizkosten von Hartz-Betroffenen tragen.

Für einen Stromspar-Check können sich aber nicht allein Arbeitslose melden, sondern ebenfalls Menschen, die auf Eltern- oder Wohngeld angewiesen sind sowie Pensionäre mit einer kleinen Rente. Esta Ruppin hat seine Büros in der Neuruppiner Karl-Marx-Straße 98, in der Kyritzer Bahnhofstraße sowie im Catharina-Dänicke-Haus in Wittstock.

Joachim Pritzkow (2.v. l.) und die Stromsparhelfer von Esta Ruppin. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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