Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin 23. Betriebsausflug von MAZ und REG führte in die Firma ASL in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin 23. Betriebsausflug von MAZ und REG führte in die Firma ASL in Neuruppin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 25.10.2019
Der technische Leiter Frank Leest (l.) erklärt den Gästen die Prüfanlage für Feuerlöscher – konstruiert und gebaut für eine Neuruppiner Firma. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Serienhelden? Das sind die Mitarbeiter in der Neuruppiner Firma ASL-Automationssysteme Leske nun gerade nicht. Denn in den Werkhallen in Treskow dreht sich fast alles um Maß- und nicht um Massenfertigung. Unikat statt Serie ist das täglich Brot der Tüftler und Techniker um Firmengründer An­dreas Leske. Warum und wie das funktioniert, davon konnten sich die Teilnehmer des 23. Betriebsausflugs der MAZ und der Regionalen Entwicklungsgesellschaft (REG), der am Mittwoch in die Hallen der ASL führte, ein genaues Bild machen.

Sondermaschinen sind das A und O in der Produktion der Firma ASL. Nach Kundenwunsch werden hier ganze Fertigungsstrecken ausgetüftelt und gebaut. Die MAZ-Leser, die beim Betriebsausflug dabei waren, hatten viel zu staunen und zu fragen.

„Anders als in anderen Unternehmen wissen wir noch nicht, was bei uns im nächsten Jahr gefertigt wird“, erklärt Firmenchef Leske den acht neugierigen Besuchern, die von Anfang an viele Fragen stellen. Denn die Produktion, die von kleinen Teilen bis zu riesigen Fertigungslinien ein breites Spektrum umfasst, basiert ausschließlich auf Kundenwünschen.

Ob Montage- und Prüfanlagen, Band- und Abkühlsysteme, Schaltschränke und Roboterzellen – für Automobilindustrie, Kunststoffverarbeitung oder weiße Ware: „Die Firmen kommen auf uns zu, mit einem Anforderungsprofil, was die Maschine können muss – und erst dann entwickeln wir ein Konzept.“ Meist in enger Kooperation mit dem Kunden, manchmal sind die Vorgaben aber auch bereits konkret bis ins Detail und manchmal auch vage a la ‚macht mal‘.

Komplett neue High-Tech-Teile für die Industrie

„Wir entwickeln erst das Konzept, dann konstruieren und bauen wir die Anlage.“ Manche sind so groß, dass sie erst direkt beim Kunden endmontiert werden. Und ASL kümmert sich um die komplette Palette an Arbeiten – einschließlich der benötigten Bauteile, der CAD-Konstruktionszeichnungen, der Elektropläne, der Programmierung der Sondermaschinen. Das meiste davon streng geheim.

„Wir bauen hier komplett neue High-Tech-Teile für die Industrie“, erklärt Leske und zeigt ein paar Beispiele. Sein Favorit – er schmunzelt – ist ein Putenbesamungsgerät. „Irre schnell, es kann 30 Puten pro Minute glücklich machen.“ Es sei der Exot unter den Produkten des Unternehmens: „Aber ich hatte Lust drauf, das zu entwickeln.“

Im Jahr 2000 ging das Unternehmen an den Start

Ohnehin ist er stolz auf die lange Liste zufriedener Kunden, zu denen auch viele bekannte Großkonzerne gehören, sagt Leske, der einst seine Laufbahn als Werkzeugmacher-Lehrling in den Neuruppiner EPW startete, später Maschinenbau studierte und lange als Betriebsmittelkonstrukteur bei Otto (heute ESE) arbeitete, bevor er sich 2000 selbstständig machte, um Sondermaschinen zu bauen. Anfangs mit drei, heute mit 38 Mitarbeitern – und dem großen Preis des Mittelstands 2018 in der Tasche. Besser gesagt in der Vitrine – die wird zu Beginn des Rundgangs bewundert.

Als erstes schauen die Besucher – begleitet vom technischen Leiter Frank Leest und dem kaufmännischen Leiter David Dzienian – in eines der Konstruktionsbüros. Anders als Leske, der in seinen Anfangszeiten noch am Reißbrett konstruierte und auch heute noch lieber – und als Einziger – in 2D unterwegs ist, arbeitet Mirko Skrotzki, einer der ASL-Konstrukteure, in einem CAD-Programm am 3D-Modell einer Montage-Anlage für Müllgroßbehälter. „Die wird unten schon gebaut – trotzdem feilen wir hier oben noch an Details“, erklärt Skrotzki.

Vier CNC-Fräsmaschinen zu erleben

Dann geht’s in die große Halle, zuerst zu den vier CNC-Fräsmaschinen. Die Besucher bestaunen die Materialplatten und die Fräspläne. „Mehrschichtsystem?“, fragt einer. Schön wär‘s, ist zu erfahren. Aber das scheitere wie auch anderswo am Fachkräftemangel. Obwohl das Arbeitsklima gut, die Arbeitszeiten flexibel und die Arbeit höchst abwechslungsreich sei. Das bestätigt Manuel Frank, der bei ASL seine Lehre machte und nun schon seit 14 Jahren im Unternehmen ist. Das klingt nach Wertschätzung.

Ein Blick ins CNC-Büro, wo die Fräsen für viele Teile programmiert werden – manche allerdings auch direkt an der Maschine. Dann geht es zu der bereits auf dem Bildschirm gesehenen Anlage für die Müllbehälter. Sechs Roboter sind insgesamt im Einsatz.

„Eine der größten Anlagen, die ASL je gebaut hat“, sagt Frank Leest und erklärt, dass die frisch gegossenen Mülltonnenkörper per Roboter entstapelt und aufs Band gehoben werden, wo dann in der Anlage sowohl Räder angeschraubt als auch Aufnahmezapfen montiert werden, bevor sie wieder gestapelt werden. „Auch die Deckel?“, fragt ein MAZ-Leser. Nein, mit denen habe ASL nichts zu tun – so die Antwort.

Besucher sehen Test-Simulation einer Anlage im Programmier-Modus

Wie in Zeitlupe schwenkt ein Robotergreifarm einen großen Plastik-Container durch die Luft. Zwei Mitarbeiter äugen und checken jeden Millimeter Luftlinie, ob alles punktgenau funktioniert. „Eine Test-Simulation im Programmier-Modus“, erklärt André Freese, der mit im Projektteam arbeitet. Im Normalfall gehe das zehnmal so schnell. „Aber das erst, wenn die Schutzvorrichtung um die ganze Anlage steht.“ Wenn die Tonne jetzt 180 Millimeter pro Sekunde bewegt wird, sind es im Normalmodus zwei Meter pro Sekunde. Da möchte man der Tonne besser nicht im Weg stehen.

Viele Fragen und Antworten später geht’s in eine zweite Halle, wo es deutlich ruhiger ist. „Unser Montagebereich für kleinere und mittlere Montageprüfanlagen“, erklärt Frank Leest und zeigt eine Folienleiterplatte für den Akkublock eines Elektroautos, der mittels einer bei ASL gefertigten Anlage Kontakte bekommt.

Prüfanlage für Feuerlöscher – für einen regionalen Kunden

Etliche Montageanlagen stehen im Raum, an den meisten wird derzeit noch gebaut. Perspektivisch sollen sie mit einem Förderbandsystem verbunden werden. „Wenn das erst steht, wird diese Fertigungslinie 14 mal 7 Meter groß sein. Und so flexibel einsetzbar, dass man je nach Einrichtung verschiedene Teile damit herstellen kann“, erklärt der Technik-Chef.

Zum Abschluss noch „was Regionales“ – ASL hat viele Kunden aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Eine Prüfanlage für Feuerlöscher. „Sie prüft, ob trotz der mehrfachen Pulverbeschichtung die Kennzeichnung noch lesbar ist“, erklärt Leest und zeigt final noch ein „Initiativprojekt“, das ohne Auftraggeber gebaut wurde: Die Anlage prüft zentimeterkleine Stifte einer Steuerkette. 15 Teile pro Sekunde rauschen da quasi schnell wie Geschosse durch, ist zu erfahren. Staunen einmal mehr seitens der beeindruckten Besucher.

Von Regine Buddeke

Nach monatelanger Pause auf der Baustelle sollen die vorgefertigten Stahlelemente für die neue Rhinüberführung in Molchow nun endlich angeliefert werden. Die Stadt verspricht, dass die Brücke danach schnell fertiggestellt wird.

25.10.2019

An diesem Wochenende wird die alte Brücke über die Autobahn A24 bei Neuruppin abgerissen. Die A24 ist von Freitag bis Montag zwischen Herzsprung und Neuruppin Süd voll gesperrt. Auch die nördliche A10 ist gesperrt. Und die Bahn baut ebenfalls.

25.10.2019

Über Freud und Leid des Älterwerdens kann er so einiges erzählen: Horst Evers füllte einmal mehr den Neuruppiner Stadtgarten und erheiterte das Publikum auf seine unnachahmliche Weise.

24.10.2019