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Neuruppin Keine Bewährung für Verkehrssünder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Keine Bewährung für Verkehrssünder
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16:00 01.02.2019
Das Amtsgericht Neuruppin verurteilte einen 27-Jährigen zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Der Angeklagte hatte gehofft, noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. Doch dafür sah das Neuruppiner Amtsgericht keinen Grund.

Mehrfacher Verkehrssünder

Es verurteilte den 27-Jährigen nun zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Darin ist ein vorangegangenes Urteil von acht Monaten wegen Körperverletzung einbezogen.

Für die Richter stand fest, dass der Angeklagte im Oktober 2017 in Kyritz mehrfach ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren ist, dabei einmal unter Alkohol stand und mal mit gefälschten oder gestohlenen Kennzeichen von der Polizei gestellt wurde.

Außerdem sah das Gericht es als erwiesen an, dass der zur Zeit in Haft sitzende junge Mann im Juli 2017 über Ebay-Kleinanzeigen eine Goldkette angeboten, den Preis von 45 Euro eingestrichen, den Schmuck aber nicht versandt hat. Betrug also.

Freispruch

Ursprünglich war er noch wegen eines anderen Vorfalls angeklagt. Er sollte in einem Kyritzer Imbiss im Bereich der Toiletten einen 21-Jährigen von hinten gegen den Kopf geschlagen und 100 Euro von ihm gefordert haben.

Das hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag bestritten und die Schuld seinem Cousin in die Schuhe geschoben. Der wurde nun als Zeuge gehört und trug nichts zur Aufklärung bei. „Ob er sich nicht erinnern konnte oder wollte, kann dahin stehen“, sagte Richter Jan Eßer. Der Zeuge sei möglicherweise wirklich, wie er vor Gericht sagte, damals „dauerbetrunken“ gewesen.

Dass der 21-Jährige nicht sagen konnte, wer ihn hinterrücks niedergeschlagen hat, war klar. „Jemand, der von hinten attackiert wird, sieht nicht, wer das war. Dass aber auch alle anderen Beteiligten sich an nichts mehr erinnern, ist schon etwas ungewöhnlich“, so Eßer.

Tat ließ sich nicht nachweisen

Jedenfalls habe sich die Tat, ob alleine oder mit seinem Cousin, nicht nachweisen lassen. Es sei nicht auszuschließen, dass reiche aber für eine Verurteilung nicht aus, sagte der Richter.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis hatte der Angeklagte gestanden und eingesehen, dass das „eine dumme Idee“ war. Mehr als dumm befand es das Gericht, sich immer wieder hinters Steuer zu setzen, wohl wissend, dass die Polizei einen im Visier hat. „Das macht keinen besonders guten Eindruck“, sagte Eßer.

In betrügerischer Absicht

Das Gericht ging auch davon aus, dass der Angeklagte in betrügerischer Absicht gehandelt hat, als er die Goldkette anbot. Er habe in der fraglichen Zeit fünf Schmuckstücke verkauft, „die er sicher nicht hatte“. Die Kette gehörte seiner damaligen Freundin, gegen deren Willen er den Schmuck verkauft hatte, wie sie vor Gericht ausgesagt hatte. Und sie soll die dann verschickt haben in seinem Auftrag, wie er behauptet hatte. Diese Geschichte hielt das Gericht für abwegig.

Für den Angeklagten sprach, dass die Taten bereits eine Zeit zurückliegen und dass er zumindest die Verkehrsverstöße gestanden hat. Aber, so Eßer, er sei nicht nur vorbestraft, sondern habe auch bereits im Gefängnis gesessen. Er sollte also wissen, was richtig und falsch ist. „Er war hinreichend gewarnt“, so Eßer.

Angeklagter sitzt bereits in Haft

Seit drei Wochen sitzt der Angeklagte wieder in Haft. Es wäre vermessen zu sagen, dass der 27-Jährige diese kurze Zeit bereits genutzt hätte, um sagen zu können, er begeht in Zukunft keine Straftaten mehr. Er solle die Haft sinnvoll nutzen, gab der Richter ihm mit auf den Weg. Denn bei jeder neuen Verurteilung würden Mitleid und Verständnis der Gerichte sinken.

Der Angeklagte hatte in seinem letzten Wort davon gesprochen, aus seinen Fehlern gelernt zu haben. Das kann er nun beweisen.

Von Dagmar Simons

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