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Neuruppin Brückenabriss auf der A24 führt zu langen Staus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Brückenabriss auf der A24 führt zu langen Staus
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10:20 13.10.2019
Der Abriss der alten Autobahnbrücke bei Fehrbellin soll bis Montagfrüh dauern. So lange bleibt die Autobahn A 24 gesperrt. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Die Vollsperrung der Autobahn A 24 rund um die Abfahrt Fehrbellin hat seit Sonnabend für kilometerlange Staus und zeitweise stundenlange Wartezeiten gesorgt. Wegen eines Brückenabrisses in Fehrbellin ist die A 24 seit Freitagabend zwischen den Abfahrten Neuruppin Süd und Kremmen in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Bauarbeiten sollen bis Montagfrüh 5 Uhr dauern. Bis dahin wird der gesamte Verkehr der Autobahn über Land um die Baustelle herumgeleitet.

Schon Samstagfrüh hatten sich rund um den gesperrten Abschnitt der A 24 erste Staus gebildet, die im Laufe des Tages immer länger wurden. Die private Havellandautobahn-Gesellschaft hat eine offizielle Umleitung von Neuruppin Süd über Dammkrug, Langen, Wustrau, Herzberg, Sommerfeld und Kremmen zur Autobahnauffahrt Kremmen ausgeschildert.

Doch viele Autofahrer verließen sich lieber auf ihr Navigationssystem. Das führte sie statt über die vorgesehene Umfahrung von Kremmen aus zum Beispiel über Linum und Hakenberg in Richtung Norden.

Rund um den gesperrten Abschnitt der A24 bildeten sich am Sonnabend kilometerlange Staus. Etliche Autofahrer brauchten schon auf der Autobahn weit über eine Stunde, bevor sie überhaupt die Umleitungsstrecke über Land erreichten. Quelle: Reyk Grunow

Diese Strecke war aber eigentlich unpassierbar, weil die Ortsdurchfahrt von Tarmow wegen Bauarbeiten gesperrt und nach Fehrbellin kein Durchkommen ist. Die vermeintliche Abkürzung entpuppte sich so als zusätzlicher Umweg.

Schon in der Nacht zu Sonnabend hatten sich auf den selbst gesuchten Umfahrungsstrecken etliche kleinere Staus gebildet, im Laufe des Sonnabends ging zwischen Linum und Betzin kaum etwas. Viele Autofahrer schienen die Schilder an der Strecke nicht zu verstehen. Einige landeten trotz deutlicher Absperrungen sogar direkt an der Baustelle auf der Autobahn und standen überrascht vor einem Berg aus Beton.

Auch auf der offiziellen Umleitungsstrecke rollte der Verkehr oft nur im Schritttempo. Besonders voll waren die Straßen rund um Herzberg, Wustrau, Wulkow und zwischen Kremmen und Sommerfeld.

Einige Autofahrer verirrten sich trotz Absperrungen auf die gesperrte Autobahn bei Fehrbellin. Quelle: Reyk Grunow

Größere Probleme habe es aber nicht gegeben, meldet die Polizei trotzdem am Samstagnachmittag auf Nachfrage.

Aus Richtung Hamburg bildete sich vor der Abfahrt Neuruppin Süd im Laufe des Tages ein Stau, der bis über die Abfahrt Neuruppin hinausreichte. Zeitweise steckten Autofahrer fast zwei Stunden auf der Autobahn fest, bevor sie in Neuruppin Süd endlich auf die Landstraße geleitet wurden. Aus Richtung Süden reichte der Rückstau vor der Abfahrt Kremmen bis zur Raststätte Wolfslake auf dem westlichen Berliner Ring und darüber hinaus.

Manche Autofahrer brauchten drei Stunden oder mehr, um die Baustelle zu umfahren.

Der größte Teil der Brücke wurde im Laufe des Sonnabends abgerissen. Quelle: Reyk Grunow

Am Sonntag könnte sich die Lage noch einmal verschärfen. Dann rollt üblicherweise eine Rückreisewelle über die A 24: Von Norden kommen all die Menschen, die ihr Wochenende an der Ostsee verbracht haben. Aus Süden und Osten kommen viele Autofahrer aus Polen, die am Wochenende zu Hause waren und nun zurück zur Arbeit in Hamburg oder anderen Orten müssen.

Auch am Sonntag ist die A 24 aber weiter gesperrt. Selbst wenn der Abriss der Brücke bei Fehrbellin am Sonnabend schon gut vorangeht.

Neue Brücke und Kreisel sind seit Freitag freigegeben

Die Baufirmen haben bei Fehrbellin eine Punktlandung geschafft. Seit Mai war die Abfahrt großflächig umgebaut worden. Parallel zu der alten Brücke über die A 24 ist eine völlig neue entstanden. Die ist mit rund 80 Metern Spannweite etwa ein Viertel länger als die bisherige und liegt zudem ein wenig höher.

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Unter der bisherigen Brücke wäre nicht genügend Platz für die neue Fahrbahn der A 24 gewesen, sagt Rainer Ewecker, Verkehrsplaner der Havellandautobahn-Gesellschaft, die die Autobahn im Auftrag des Bundes zwischen Neuruppin und Dreieck Pankow völlig neu baut.

Neben der neuen, breiteren Brücke haben die Baufirmen auch links und rechts der Autobahn an den Fehrbelliner Abfahrten aus Richtung Berlin und Hamburg je einen Kreisverkehr gebaut. So soll das Abbiegen von der A 24 auf die Landstraße sicherer werden.

Die neue Brücke ist etwas länger als die alte, sagt Verkehrsplaner Rainer Ewecker. Die Fahrbahn der A24 braucht künftig mehr Platz. Quelle: Reyk Grunow

„Wir liegen gut im Zeitplan“, versichert Rainer Ewecker am Sonnabend. Die neue Brücke und die beiden Kreisel wurden gerade rechtzeitig vor dem Abrisstermin fertig. Am Freitagvormittag konnten sie für den Verkehr freigegeben werden.

Ab Mittag waren große Fräsen dabei, die Asphaltfahrbahn der alten Autobahnbrücke abzutragen. Sobald die A 24 am Abend gesperrt war, rollten die Bagger an und rissen die Metallgeländer aus ihrer Verankerung. Unten deckten Lastwagen die Autobahn unterdessen mit hunderten Tonnen Sand ab. Sie sollen die Fahrbahn vor den teils tonnenschweren Betonteilen schützen, die beim Abriss von oben herabstürzen.

Neue Fahrbahn bei Fehrbellin soll bis Ende des Jahres fertig sein

Sieben Bagger zerlegen die alte Brücke aus den 70er Jahren mit riesigen Presslufthämmern und mächtigen Betonscheren nach und nach in kleine Teile. Etliche Tonnen Stahl kommen dabei zum Vorschein. „Das wird alles recycelt“, sagt Ewecker.

Labore hatten vor dem Abriss Proben untersucht und grünes Licht geben: Der Beton, der zu DDR-Zeiten verarbeitet wurde, ist nicht mit gefährlichen Stoffen belastet. Er wird in der Nähe der Autobahnbaustelle geschreddert und dann für den Unterbau der neuen Fahrbahn verwendet.

Bis Ende des Jahres soll in dem Bauabschnitt zwischen Neuruppin Süd und Linumer Bruch auch bei Fehrbellin die neue Fahrbahn der A 24 in Richtung Berlin entstehen. Der Unterbau ist weitgehend fertig. Nur ein rund 600 Meter langes Teilstück vor und hinter der Anschlussstelle Fehrbellin fehlt derzeit noch. Dort waren die Pfeiler der alten Brücke im Weg. Erst wenn sie weg sind, kann der Fahrbahnbau weitergehen.

Von Reyk Grunow

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