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Neuruppin Wie Neuruppiner Maschinenbauer und Tüftler dem Brexit begegnen
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18:12 28.03.2019
Ministerpräsident Woidke und der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (m.) sahen sich mit Geschäftsführer Andreas Leske (r.) einige der Maschinen an, die bei ASL in Treskow entwickelt wurden. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Eigentlich hat Andreas Leske (53) mit seiner Firma Automationssysteme gerade gut zu tun. Sein aus 36 Mitarbeitern bestehendes Team hat für einen Kunden aus der Nähe von Birmingham auf dessen Wunsch eine Anlage zum Bau von Mülltonnen entwickelt.

Die Anlage ist zwar noch nicht ganz fertig – doch wegen des bevorstehenden Brexits musste sie jetzt vorfristig nach England geliefert werden.

Ministerpräsident Dietmar Woidke und der Ostbeauftragte der Bundesregierung Christian Hirte bei Automatisierungssysteme Leske GmbH in Neuruppin Quelle: Peter Geisler

Der Grund: Niemand weiß, ob die Anlage nach dem Brexit zollfrei in das Königreich geliefert werden kann. „Wir gehen davon aus, aber das bestätigt uns keiner“, sagt Lieske.

Deshalb werden einige seiner Mitarbeiter am Montag dem Großauftrag, der rund 1,7 Millionen Euro umfasst, hinterher fliegen und die Anlage vor Ort programmieren.

ASL Automationssysteme Leske als Positivbeispiel

Von solchen Herausforderungen lässt sich Leske nicht beirren. Das war auch der Grund dafür, dass am Donnerstag Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) den Ostbeauftragten der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), zu dessen Antrittsbesuch in Brandenburg in die Firma ASL Automationssysteme Leske ins Gewerbegebiet Treskow einlud und nicht in ein Potsdamer Büro.

Hirte, der aus Thüringen stammt, wollte ein Beispiel sehen von Firmen, „die es geschafft haben und damit positiv über ihre Heimatregion berichten“. Denn das Image spiele beim Wettbewerb um gute Mitarbeiter und die besten Standorte eine große Rolle, so Hirte.

Leske ist ein gutes Beispiel dafür. Der Neuruppiner hat in Schwerin Maschinenbau studiert und danach erst in den Elektrophysikalischen Werken (EPW) und dann acht Jahre beim Mülltonnenbauer Otto, heute Ese, in Neuruppin gearbeitet, bevor er sich im Mai 2000 mit seiner Firma selbstständig machte.

Worum sich das Treskower Unternehmen von Andreas Leske kümmert

Als Startkapital hatte er 10.000 Mark, ein altes Auto, einige CNC-Werkzeugmaschinen sowie ein paar Ideen, wie Maschinenbauer Werkanlagen verbessern können. Das ist gelungen.

ASL ist inzwischen Zulieferer für die Automobilindustrie und für Küchengeräte, sogenannter weißer Ware, und kümmert sich je nach Auftrag auch um Verbesserungen bei Autobatterien, Klimaanlagen und Staubsaugern oder um Automatisierungsprozesse bei Möbelwerken.

Auf Wunsch wurde sogar ein „Putensamengerät“ entwickelt, das auch in die USA exportiert wird. „Wir sind breit aufgestellt“, sagt Leske und schmunzelt.

Christian Hirte, Ostbeauftragter des Bundes, bezeichnete die Firma von Andreas Leske als Positivbeispiel für die gesamte Region des Ruppiner Landes. Quelle: Peter Geisler

ASL kooperiert mit BTU Cottbus und TH Brandenburg

Der Erfolg von ASL liegt vermutlich darin, dass jede Maschine gemeinsam mit dem Kunden entwickelt wird und damit ein Unikat entsteht, das genau den Kundenbedürfnissen entspricht.

Damit dies möglich ist, arbeiten bei ASL in Treskow neben sechs Ingenieuren ebenfalls fünf Programmierer und fünf CNC-Fräser. Zudem arbeitet das Unternehmen sowohl mit der BTU Cottbus als auch mit der Technischen Hochschule Brandenburg zusammen.

Leske unterstreicht Bedeutung der Anbindung an Berlin

„Innovation ist unser tägliches Geschäft“, sagt Leske, der zufriedene Mitarbeiter als sein wichtigstes Kapital bezeichnet. Der Geschäftsführer ärgert sich darüber, dass es noch keine halbstündige Zugverbindung zwischen Neuruppin und Berlin gibt. „Eine vernünftige Anbindung an die Hauptstadt ist extrem wichtig.“

Das wissen der Ostbeauftragte der Bundesregierung Hirte und Ministerpräsident Woidke natürlich. Gleichwohl gab es von den zwei Politikern gestern keine Zusagen, ab wann Züge im Halbstundentakt zwischen Neuruppin und Berlin fahren werden. Denn dazu müssen sich drei Parteien einig sein: die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Deutsche Bahn.

Von Andreas Vogel

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