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Neuruppin Abenteuerlicher Beginn in der alten GPG-Baracke
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16:14 11.10.2019
Annette Robarick (63) hat als Sekretärin und Vorzimmerdame drei Präsidenten des Neuruppiner Landgerichtes erlebt. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Es war ein Zufall, der Annette Robarick zum Landgericht Neuruppin führte. Denn die gebürtige Kyritzerin, die bei den Elekro Physikalischen Werken (EPW) in Neuruppin eine Ausbildung als Facharbeiterin für Schreibtechnik absolviert und sich wenig später zu einer „staatlich geprüften Sekretärin“ fortgebildet hatte, hatte die Anzeige gar nicht gesehen, dass die Justiz Personal sucht. „Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben“, sagt Robarick.

Ein Tipp mit Folgen

Es war ein Tipp mit Folgen. Denn Robarick wurde zu einem Vorstellungsgespräch gebeten – zu 19.30 Uhr in die ehemalige Baracke der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft (GPG) an der Neustädter Straße in Neuruppin.

Ob das wirklich seine Richtigkeit habe, fragte ihre Mutter besorgt. Doch Annette Robarick hatte wenig Bedenken, war doch die alte und inzwischen längst abgerissene GPG-Baracke 1993 die erste Adresse für das Landgericht Neuruppin, das wenige Monate später, nämlich am 1. Dezember 1993, offiziell gegründet wurde und 1995 zunächst in den Neubau an der Heinrich-Rau-Straße und 2002 in die einstige Königstorkaserne in der Neuruppiner Feldmannstraße einzog.

„Ich hätte mir ja was Älteres vorgestellt“

Robarick gehört zu den Mitarbeitern der ersten Stunde und weiß natürlich, warum das Vorstellungsgespräch seinerzeit erst am Abend möglich war. Martin Lickfett, damals der designierte erste Präsident der Landgerichtes Neuruppin, kam erst so spät aus Bonn nach Berlin geflogen und musste dann erst noch mit dem Auto nach Neuruppin. Denn Lickfett suchte eine Sekretärin und Vorzimmerdame.

„Ich hätte mir ja was Älteres vorgestellt.“ Nach diesen Worten glaubte Robarick, die bis 1991 bei EPW und danach beim Märkischen Holzbau in Werder gearbeitet hatte, eigentlich nicht mehr daran, dass sie genommen werden würde. Doch dann folgte eine „nette“ Unterhaltung und später auch noch der Hinweis, dass es in der Ruppiner Kantorei einen Chor gibt, in dem ebenfalls die Frau von Lickfett singt. „Singen im Chor ist meine absolute Leidenschaft“, sagt Robarick. Sie wurde Sekretärin des Landgerichtspräsidenten und Mitglied in der Ruppiner Kantorei.

„Man muss immer mit Herzblut dabei sein“

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Denn auch die Nachfolger von Lickfett als Gerichtspräsidenten, Christian Gaude und Egbert Simons, vertrauten auf die Erfahrungen und die stets freundliche Art von Annette Robarick als Sekretärin. Ihr Credo: „Man muss immer mit Herzblut dabei sein.“

Doch nun, nach 26 Jahren ist Schluss: Robarick (63) geht Anfang Dezember in den Ruhestand – und freut sich schon darauf. Sie will mit ihrem Mann, einem Architekten, der etwas älter und deshalb schon seit ein paar Jahren in Rente ist, endlich gemeinsam die Zeit genießen. Über den Neuruppiner Wochenmarkt schlendern, mit dem kleinen Motorboot, das sie seit 20 Jahren haben, Touren auf dem Ruppiner See unternehmen. „Ich bin ein absoluter Wasserfan“, sagt Robarick.

Und dann sind da ja noch ihre Hobbys: Mittwochs Yoga, der Chor am Donnerstag und Nordic Walking, wenn gerade Zeit ist. „Mein Zuhause ist Neuruppin“, sagt Robarick. Sie hofft, dass ihr Sohn, der als Physiotherapeut in den Vivantes-Kliniken in Berlin arbeitet, nach der für das nächste Jahr geplanten Hochzeit vielleicht mit seiner Frau zurück in die Region kommt.

Von Andreas Vogel

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