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Neuruppin Birnenbilder zum Fontanejahr in der Klosterkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Birnenbilder zum Fontanejahr in der Klosterkirche
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18:25 22.06.2019
Thomas Klemm-Wollny begrüßt Gäste der Familie von Ribbeck Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

2012 waren die Bilder von Korbinian Aigner auf der 13. Documenta in Kassel zu sehen Die internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst zeigte 402 Apfel-Aquarelle des bayrischen Pfarrers und Apfelkundlers. Seinen Ruhm erlebte er allerdings nicht mehr.

1966 starb Aigner in seiner Pfarrgemeinde Hohenbercha (Bayern). Der begabte Naturmaler hinterließ rund 900 postkartengroße Apfel- und Birnenaquarelle, die er der Technischen Universität München vermachte.

Späte Blutbirne, Aquarell von Korbinian Aigner Quelle: Cornelia Felsch

Rund 300 seiner Bilder sind bis zum 1. September in der Neuruppiner Klosterkirche zu sehen. „Ein Birnbaum in seinem Garten stand“ - so lautet der Titel der kleinen Ausstellung, bei der Theodor Fontanes berühmtes Gedicht auf die gemalten Birnen-Bilder von Korbinian Aigners trifft.

Es sind zwar keine Originale, dennoch sind die Kunstdrucke durchaus bewundernswert. „Ich will ehrlich sein“, sagte Thomas Klemm-Wollny am Freitagabend zur Vernissage. „Fontane und seine Ballade diente eher als Ausgangspunkt für diese Ausstellung.

Leidenschaftliche Obstliebhaber

Dennoch gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Aigner und Fontane“, stellte der Pfarrer fest: „Beide waren leidenschaftliche Obstliebhaber, die zutiefst heimatverbunden waren und feste moralische Prinzipien hatten.“

In seinem Gedicht kritisiert Fontane das profitorientierte Verhalten des jungen Ribbeck. Korbinian Aigner war ein Gegner der Nationalsozialisten. Er wurde im dritten Reich denunziert und wurde in Konzentrationslagern inhaftiert.

Geschmuggelte Apfelsämlinge

Zwischen den Baracken zog er aus Apfelkernen heimlich kleine Sämlinge, die er später aus dem Lager heraus schmuggeln konnte. Darunter waren vier neue Sorten, die er KZ1 bis KZ4 taufte. „Die Apfelsorte KZ3 kann man auch heute noch in Baumschulen erwerben“, sagt Klemm-Wollny.

Während die Apfelbilder auf dem internationalen Kunstmarkt bekannt wurden, führten seine Birnenbilder bisher eher ein Schattendasein. Das wollte der Neuruppiner Pfarrer, der sich selbst für alte Obstsorten interessiert, ändern. Er nahm mit der Münchner Universität Kontakt auf.

„Die Bilder verraten die Liebe zur Natur, die der katholische Priester nie aus dem Auge verlor“, schrieb der Direktor des Universitäts-Archivs, Peter J. Brenner, in seinem Grußwort. „Es ist uns eine große Freude, dass diese Bilder durch das Engagement des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin nun auch im von Aigner so wenig geliebten Preußen zu sehen sind, fernab von seiner bayrischen Heimat.“

Von Cornelia Felsch

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