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Neuruppin Viele bunte Wahl-Zettel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Viele bunte Wahl-Zettel
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17:13 23.05.2019
Bunte Farbenlehre bei den Wahlen am Sonntag. Der Zettel für die Europawahl ist grau, der für den Kreistag gelb, der für die Stadtverordneten rosa und der für die Ortsbeiräte blasslila. Hinzu kommen noch die hellgrünen für die ehrenamtlichen Bürgermeister. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

 So bunt ist es selten bei Wahlen: Denn damit die 86.000 Wahlberechtigten in Ostprignitz-Ruppin am Sonntag nicht durcheinander kommen, gibt es für jede Ebene, die zur Wahl steht, eine andere Farbe: Der Zettel für die Europawahl ist grau, der für die Kreistagswahl gelb, der für die Stadtverordneten dunkelrosa, der für die Ortsbeiräte blasslila und der für die ehrenamtlichen Bürgermeister hellgrün.

Zettel für die Europawahl ist fast einen Meter lang

Kreiswahlleiter Dietmar Tripke in Neuruppin hofft inständig, dass damit den Wählern die Orientierung erleichtert wird. Einfach ist es dennoch nicht. Das liegt schon daran, weil allein der Zettel für die Europawahl einen Meter lang ist und mehrfach gefaltet den Wählern übergeben wird. Denn um die Plätze im Europa-Parlament bewerben sich 40 Parteien und Listenvereinigungen. Es sei deshalb wichtig, sich schon vor dem Gang in die Wahlkabine Gedanken zu machen, an welcher Stelle das Kreuz gesetzt werden soll, sagt Tripke. Der 59-jährige Verwaltungsfachwirt aus Neuruppin kümmert sich seit 1990 um die Wahlen in der Region.

In den meisten Wahlkabinen sei am Sonntag vermutlich wenig Platz, um in Ruhe erst einmal die 40 verschiedenen Angebote durchzugehen, vermutet der Kreiswahlleiter. Zu beachten sei zudem, dass bei der Europawahl nur ein Kreuz gemacht werden darf.

Je drei Stimmen für Kreistag, Stadtverordnete und Ortsbeiräte

Das sieht bei den Wahlen für den Kreistag, die Stadtverordneten und die Ortsbeiräte ganz anders aus. Da gibt es jeweils drei Stimmen, die die Wähler vergeben können – entweder an einen Kandidaten oder eben an bis zu drei Bewerbern im Kreistag, bei den Stadtverordneten sowie bei den Ortsbeiräten.

Da in einigen Regionen wie in den Ämtern Lindow, Neustadt und Temnitz am Sonntag zudem noch neue ehrenamtliche Bürgermeister bestimmt werden, können Wahlberechtigte dort sogar bis zu elf Stimmen verteilen.

Rund 2000 Wahlhelfer geschult

Die Herausforderung für die Wähler ist die eine Herausforderung, das Auszählen der Stimmen die andere. Kreisweit wurden rund 2000 Wahlhelfer geschult, damit es am Wahlabend möglichst zu keinen Problemen kommt und jede Frage beantwortet werden kann. In Vorbereitung der Wahl hat das Land eine gut 200 Seiten starke Broschüre herausgebracht. In dieser wird gezeigt, wann ein Wahlzettel gültig und wann er ungültig ist. Kein Problem ist es demnach, wenn ein Wähler ein Ausrufezeichen an die Stelle gesetzt hat, in der eigentlich Platz für ein Kreuz ist, sagt Tripke. Selbst ein Ausmalen des Kreises, der hinter dem Kandidaten steht, ist gültig – weil damit klar ist, für wen der Wähler stimmt.

In Ostprignitz-Ruppin werden am Sonntag die knapp 300 Mitglieder für die 23 Gemeindevertretungen gewählt, dafür gibt es 670 Bewerber. Kreiswahlleiter Tripke hofft, dass das Ergebnis für die Kreistagswahlen gegen Mitternacht feststeht. Denn zuvor werden die Stimmen für die Europawahl ausgezählt, nach dem Kreistag geht es um die Stadtverordneten, danach um die Gemeindevertreter, die 16 ehrenamtlichen Bürgermeister und die 98 Ortsbeiräte. Wann diese Ergebnisse bekannt gegeben werden können, das ist noch völlig offen – auch weil unklar ist, wie hoch die Wahlbeteiligung sein wird. 2014 lag sie für die Kreistagswahl bei knapp 42 Prozent.

Die Männer sind wieder mal in der Überzahl

Offen ist, ob sich durch die Wahl am Sonntag der Frauenanteil unter den 46 Abgeordneten des Kreistages erhöhen wird. Derzeit sind die Männer klar in der Überzahl – sie stellen 36 Mandatsträger, die Frauen lediglich zehn. Geht es nach der Zahl der Bewerber, wird sich an dem Verhältnis wohl kaum etwas ändern. Im Wahlkreis 1 (Stadt Neuruppin) kandidieren 17 Frauen und 52 Männer, im Wahlkreis 2 (Rheinsberg, Lindow, Fehrbellin, Amt Temnitz) sieht es bei 12 Frauen und 50 Männern, die sich für den Kreistag bewerben, besser aus.

Allein der Wahlkreis 3 (Altkreis Kyritz) hebt sich etwas ab: Dort stehen 21 Frauen 43 Männern als Kandidaten für den Kreistag gegenüber – während im Wahlkreis 4 (Wittstock, Heiligengrabe) auf die 45 Männer lediglich 14 Frauen als Bewerberinnen kommen.

Die meisten Frauen für den neuen Kreistag schicken Linke (26) sowie SPD (23) ins Rennen, die wenigsten die Alternative für Deutschland (AfD), nämlich nur eine.

Von Andreas Vogel

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