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Neuruppin Archäologen erforschen mittelalterliches Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Archäologen erforschen mittelalterliches Neuruppin
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18:22 10.07.2019
Auf dem Grundstück der Sparkasse OPR an der August-Bebel-Straße laufen derzeit noch archäologische Arbeiten. Quelle: Hannah Rüdiger
Neuruppin

Tag für Tag kommt mehr von den alten Gemäuern zum Vorschein. Mit Baggern und Schaufeln legen die Archäologen die Umrisse von ganzen Wohnhäusern frei, die einst in der Altstadt von Neuruppin gestanden haben. Je tiefer sie graben, desto älter werden ihre Funde. Viele Tonscherben und Keramiken stammen aus dem Mittelalter. Andere Entdeckungen wie Münzen, Glas oder Porzellan sind immerhin bis zu 300 Jahre alt.

„Das Schöne ist, dass wir sehen können, wie es früher einmal aussah“, erklärt der Archäologe Stefan Muhr aus dem Archäologiebüro Dressler. „Wir können Geschichte anfassen und sie erleben.“

Noch bis schätzungsweise August untersucht er mit seinem Team das Grundstück an der August-Bebel-Straße zwischen Schinkel- und Schulzenstraße. Dort will die
Sparkasse Ostprignitz-Ruppin ab September ein mehrstöckiges Wohnhaus errichten. Die Obere Denkmalbehörde des Landes hat die Ausgrabung angeordnet.

Der Neuruppiner Klappgraben verlief teils ober-, teils unterirdisch und speiste die Wallanlagen mit Wasser. Quelle: Hannah Rüdiger

Teile des Klappgrabens freigelegt

Unter den Erdschichten, die die Archäologen Stück für Stück abtragen, verbarg sich unter anderem ein Teil des Klappgrabens, der im Mittelalter die Neuruppiner Wallanlagen mit Wasser speiste. Dieser Abschnitt des Grabens an der Schinkelstraße ist mittlerweile vollständig freigelegt. Daneben ist jetzt deutlich das Mauerwerk des früheren Garnisonslazaretts zu erkennen, das 1914 abgerissen wurde.

Auf der anderen Hälfte des Grundstücks, Richtung Schulzenstraße, haben die Archäologen Überreste von einfachen Wohnhäusern entdeckt, die zum Teil unterkellert waren. Zwischen den Mauerresten fanden sie unter anderem einen Zapfhahn aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, fünf Reichspfennig von 1875, Keramikgefäße, alte Kronkorken aus Neuruppin und eine Selters-Flasche aus dem Königreich Bayern.

Unter einer Ziegelmauer entdeckten die Archäologen ein Pferdeskelett. Quelle: Hannah Rüdiger

Tierskelette und mittelalterliche Keramiken

Auch zwei Tierskelette kamen bei den Ausgrabungen zum Vorschein. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um ein Pferd und ein Schaf, deren Kadaver im Mittelalter verscharrt wurden. Am Montag wurden beide Skelette geborgen.

Gut erhaltene Funde kommen nach ihrer Erfassung ins brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf. Alle anderen werden genau dokumentiert, bevor sie ausgehoben oder versiegelt werden.

Stefan Muhr zeigt eine Glasmarke, die sein Team in der Ausgrabungsstätte entdeckt hat. Quelle: Hannah Rüdiger

Jede Epoche hatte ihre eigene Mode

Stefan Muhr kann innerhalb von kurzer Zeit erkennen, aus welcher Zeit ein Mauerwerk oder eine Keramik stammt. „Menschen haben immer gewisse Modevorstellungen gehabt“, erzählt er. Anhand von Verzierungen, Material und Machart könne er ablesen, aus welcher Zeit das Objekt stammt.

Mit der Zeit ähneln sich die Funde aus dem Mittelalter, erzählt er. Deswegen sei es schön, ab und an mal einen Gegenstand aus einer früheren Epoche zu finden, etwa der Bronzezeit. In der Neuruppiner Ausgrabungsstätte habe er so etwas aber noch nicht entdeckt.

Von Hannah Rüdiger

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