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Neuruppin Abfall an Ruppiner See: Badeverbot wegen Rattenplage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Abfall an Ruppiner See: Badeverbot wegen Rattenplage
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00:27 05.07.2019
Ratten fühlen sich überall wohl, wo es viel Nahrung gibt. Sie gelten als Überträger gefährlicher Krankheiten. Quelle: Elinor Wenke
Neuruppin

Offiziell war es ohnehin keine Badestelle. Trotzdem gehen zwischen den Bäumen unweit der Straße Am Schwanenufer in Neuruppin viele Menschen gern ins Wasser. Und viel Menschen hinterlassen viel Abfall, der wiederum Tiere anzieht.

Wegen eines massiven Befalls mit Ratten wird ein Teil des Ufers am Ruppiner See in Höhe des Wohngebietes Sonnenufer ab heute gesperrt.

Die Stadtverwaltung hat nach Hinweisen von Bürgern einen Kammerjäger losgeschickt, der sich die Gegend angeschaut hat. Und tatsächlich konnte der Fachmann eindeutige Hinweise finden, dass sich dort etliche Ratten niedergelassen haben.

Abfall an den Badestellen liefert viel Nahrung

Die Tiere finden in den Abfällen rund um die wilden Badestellen jede Menge Nahrung, sagt Stadtsprecher Heiko Rähse.

Um der Rattenplage Herr zu werden, sollen dort heute großflächig Giftköder ausgelegt werden. Die Köder enthalten einen Stoff, der bei den Ratten erst später zum Tode führt. Die Tiere können an dem Köder nagen, ohne sofort Symptome zu verspüren.

Ratten sind intelligente Tiere. Würden sie bemerken, dass Artgenossen durch diese Köder sterben, dann würden alle noch lebenden Tiere um die Köder künftig einen weiten Bogen machen.

Für Haustiere und Menschen ist der Uferbereich tabu

Das Gift ist allerdings auch für andere Tiere und für Menschen gefährlich. Im Bereich des Schwanenufers dürfen deshalb bis auf Weiteres keine Hunde mehr frei herumlaufen. Das Baden ist dort vorerst untersagt. Die Stadtverwaltung lässt die Gegend absperren und Warnschilder aufstellen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Neuruppiner Stadtverwaltung Kammerjäger wegen eines Rattenbefalls zu Hilfe rufen muss. Im Neubaugebiet war das schon einmal nötig; dort hatten Ratten im Winter durch ausgestreutes Vogelfutter viel Nahrung gefunden.

In den Wallanlagen mussten schon mehrfach Giftköder ausgelegt werden. Dort finden die Tiere reichlich zu fressen, weil unvernünftige Bürger regelmäßig säckeweise Hausmüll in den Papierkörben abladen.

Nicht nur Ratten sind ein Problem

Ob auch andere Badestellen am Ruppiner See von Ratten befallen sind, ist unklar. „Wir haben davon jedenfalls keine Kenntnis“, sagt Stadtsprecher Rähse. Am Kalksee in Binenwalde gibt es ein anderes Problem. Dort werden die Papierkörbe von Wildschweinen geplündert. Das hat ein Badegast aus dem Havelland im Internet-Beschwerdeportal Maerker gemeldet.

„Wir werden uns darum kümmern“, verspricht Heiko Rähse. Auch im Sommer werden die Papierkörbe an den Badestellen nicht jeden Tag geleert, aber deutlich öfter als zu anderen Jahreszeiten. „Aber offenbar reicht das nicht aus“, muss der Stadtsprecher einräumen.

Von Reyk Grunow

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