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Neuruppin Prignitz-Express: Halbstundentakt ab 2024
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Prignitz-Express: Halbstundentakt ab 2024
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17:52 29.07.2019
Bisher hält der Zug einmal pro Stunde am Bahnhof Rheinsberger Tor. Bis 2030 erwartet der Verkehrsverbund ein Viertel mehr Fahrgäste auf der Strecke des RE6. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Hoffnung für alle, die bisher mit der Bahn von Neuruppin nach Berlin pendeln: Spätestens in fünf Jahren wird das leichter werden. Ab 2024 sollen doppelt so viele Züge nach Neuruppin fahren. Bisher hält der Prignitz-Express alle Stunde. Ende 2024 soll es tatsächlich einen Halbstundentakt geben. Diese Auskunft hat der bündnisgrüne Landtagskandidat Wolfgang Freese jetzt von der Bahn bekommen.

Dass Land, Verkehrsverbund (VBB) und Deutsche Bahn an einem solchen Konzept feilen, ist nicht neu. Neu ist jedoch das konkrete Datum. Demnach könnte der Halbstundentakt am 10. Dezember 2024 starten. Vorausgesetzt, alle Beteiligten sind sich einig, dass die konkrete Planung jetzt beginnen kann.

Damit die Züge so oft fahren können, müssen etliche Millionen Euro investiert werden. Bisher gibt es zwischen Kremmen und Neuruppin nur ein Gleis. Es ist unmöglich, dass Züge aneinander vorbeifahren. Das müssen sie aber, wenn sie die Strecke alle 30 Minuten passieren sollen.

Umbau in Kremmen und Radensleben

Der Ausbau der Strecke ist eines von neun Vorhaben im Gesamtkonzept „i2030“, an dem die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit dem VBB und der Bahn arbeiten. Mit den neun Vorhaben soll der Regionalverkehr in der Hauptstadtregion für deutlich mehr Passagiere fit gemacht werden.

Was für den Halbstundentakt nach Neuruppin passieren muss, scheint ziemlich klar. Laut Verkehrsministerium müsste an drei Stellen investiert werden.

Ab Juni 2020 will die Bahn die Brücken des Seedamms in Neuruppin sanieren lassen. Dort ist kein zweites Gleis geplant. Quelle: Peter Geisler/Archiv

Im Bahnhof Kremmen und am bisherigen Haltepunkt Wustrau-Radensleben müssten Gleise und Weichen umgebaut oder neue angelegt, auf der Strecke dazwischen ein zweites Gleis verlegt werden. Die Zeitpläne für einen möglichen Bau seien bisher aber „noch vage“, heißt es vom Land.

Die Bauarbeiten könnten 2022 beginnen

Wolfgang Freese hat von der Bahn dagegen sehr konkrete Daten bekommen. Demnach könnte die zuständige Bahn-Tochterfirma DB Netz bis 1. Juli 2020 die Entwurfsplanung und bis 1. Oktober 2020 die Genehmigungsplanung fertigstellen.

Das Unternehmen rechnet damit, dass im Oktober 2020 das Planungsrecht vorliegen und der Bau der neuen Gleise am 1. August 2022 beginnen könnte. „Es wäre schon toll, wenn das so klappen würde“, sagt Freese.

In ihrem aktuellen Entwurf für den sogenannten Deutschlandtakt hat die Deutsche Bahn die zusätzlichen Züge nach Neuruppin fest eingeplant. Mit dem „Deutschlandtakt“ legt das Unternehmen für sämtliche Strecken in der Bundesrepublik fest, wie die Züge bis 2030 fahren sollen. Das Konzept enthält minutengenaue Angaben.

In 55 Minuten von Berlin nach Neuruppin

Vorgesehen ist demnach, den Prignitz-Express so wie bisher alle Stunde von Berlin-Gesundbrunnen über Hennigsdorf und Neuruppin nach Norden fahren zu lassen. Gleichzeitig soll die RB55 bis Neuruppin verlängert werden, die bisher nur vor Hennigsdorf bis Kremmen fährt.

Wustrau-Radensleben ist im Bahn-Jargon nur noch ein „Haltepunkt“. Der soll wieder zu einem „Bahnhof“ ausgebaut werden, heißt es vom Verkehrsministerium in Potsdam. Quelle: Peter Geisler/Archiv

Die beiden Linien sollen sich abwechseln: Die RB55 würde etwa zur vollen Stunden in Neuruppin halten, der RE6 in den halben Stunden dazwischen.

Nach dem Entwurf des Deutschlandtaktes würde sich auch die Fahrzeit deutlich verringern. Braucht der Prignitz-Express bisher von Gesundbrunnen bis Neuruppin etwa 80 Minuten, so sollen es künftig nur noch rund 55 Minuten sein.

Weil der Zug von Gesundbrunnen nach Hennigsdorf eine andere Strecke fährt und nicht mehr in Spandau und Falkensee hält. Die Fahrzeit von Hennigsdorf nach Neuruppin verringert sich nicht.

Skepsis bei den genauen Fahrzeiten

Ausgerechnet wurde das vom Schweizer Unternehmen SMA und Partner, absoluten Experten in Sachen komplexer Verkehrsplanung.

Ob sich die Zeiten des Deutschlandtaktes exakt so einhalten lassen, wie sie jetzt gerade diskutiert werden, da ist Andreas Gollek noch etwas skeptisch. Gollek leitet den Bereich Anlagenplanung Regionalnetze der DB Netze. In seine Zuständigkeit fällt der geplante Ausbau der Strecke nach Neuruppin.

„Wir wollen in diesem Jahr die Vorplanung machen und dann mit der Entwurfsplanung beginnen“, sagt Andreas Gollek. Er hatte schon vor Monaten einen Halbstundentakt für Neuruppin ab 2024 in Aussicht gestellt und hält das weiter für machbar.

S-Bahn-Takt nach Neuruppin nur mit viel mehr Geld

Anders als die Idee, die Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vor zwei Wochen bei seinem Wahlkampfbesuch in Neuruppin geäußert hatte. Woidke hatte sich für die Bahn nach Neuruppin einen „S-Bahn-Takt“ gewünscht, also Züge alle 20 Minuten.

Doch das sei mit dem bisher geplanten Umbau der Strecke gar nicht möglich, sagt Andreas Gollek: „Dafür müsste man aber sehr viel mehr investieren.“ Das sei bisher nicht Thema der Planung.

In dieser Woche soll es ein weiteres Treffen zwischen Land und Bahn geben, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Verkehrsverbund VBB rechnet bis 2030 auf der Strecke des bisherigen RE6 mit etwa einem Viertel mehr Fahrgästen.

Von Reyk Grunow

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