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Neuruppin Bauern wollen nicht als Sündenbock herhalten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Bauern wollen nicht als Sündenbock herhalten
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07:25 27.10.2019
Grüne Holzkreuze an der Straße zwischen Wildberg und Rohrlack. Quelle: Cornelia Felsch
Wildberg

Ein ungewöhnliches Bild bieten grüne Holzkreuze derzeit auf einigen Feldern bei Wildberg, Stöffin und Wernikow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Die Landwirte Harald Krumhoff, Elmar im Brahm und Hans-Heinrich Grünhagen gehören zu den Bauern, die sich mit diesem Symbol den deutschlandweiten Protestaktionen der Landwirte anschließen. Sie wehren sich dagegen, für alle Probleme verantwortlich gemacht zu werden und als Buhmann der Nation dazustehen.

„Wir sind nicht gegen Tier- und Umweltschutz und wir sind durchaus für Veränderungen offen“, sagt Elmar im Brahm. „Und wir sind nicht an allem schuld.“ Sein stiller Protest richtet sich vor allem gegen das derzeitige negative Bild der Landwirtschaft. Drei Mitarbeiter seines Betriebes nahmen an der Traktorensternfahrt nach Berlin teil. „Die Aktion war ein großer Erfolg“, sagt Elmar im Brahm. Der Protest der Bauern richtet sich aber auch gegen strengere Regeln für landwirtschaftliche Betriebe. Die Maßnahmen der Bundesregierung für mehr Tier- und Umweltschutz sorgen für Unmut.

Agrarpaket des Bundesumweltministeriums schürt Ängste

Am 4. September 2019 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium ein sogenanntes Agrarpaket verabschiedet. Seitdem geht in vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Angst um, dass damit jegliche Produktion auf dem Acker und im Stall erschwert und in Einzelfällen nahezu unmöglich gemacht wird“, heißt es auf einer Informationstafel an einem der Kreuze.

Um Insekten zu schützen hat das Bundeskabinett unter anderem beschlossen, den Einsatz des umstrittenen Unkrautgiftes Glyphosat zu reduzieren und Ende 2023 endgültig zu verbieten. Auch der Einsatz anderer Pestizide soll eingeschränkt werden. Ein neues Tierwohl-Kennzeichen ist geplant, das Schweinefleisch aus besserer Tierhaltung kennzeichnet. Von den EU-Agrarzahlungen soll mehr Geld von den Direktzahlungen an die Bauern in den Naturschutz umgeschichtet werden.

Stiller Protest der Landwirte

„Die Kreuze sind ein leiser, stiller Protest der Landwirte“, sagt Maria Mundry, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin. „Die Bauern machen sich Sorgen darum, wie sie künftig ihren Lebensunterhalt verdienen sollen, denn in vielen Regionen hat das Höfesterben schon eingesetzt.“

Doch stiller Protest allein wird nicht ausreichen , da ist sich Maria Mundry sicher. „Die grünen Kreuze sollen als Mahnung an die Gesellschaft verstanden werden, sich dem Wert der heimischen Landwirtschaft bewusst zu werden. Noch ist Zeit zu handeln, weil die Beschlüsse noch den Bundestag passieren müssen“, heißt es auf der Info-Tafel.

Von Cornelia Felsch

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