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Neuruppin Bauland wird immer teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Bauland wird immer teurer
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00:32 11.05.2019
Das Wohngebiet Sonnenufer in Neuruppin ist ein teures Pflaster. 2015 lag der Bodenrichtwert dort bei 160 Euro pro Quadratmeter, 2018 waren es schon 230 Euro. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Bauland wird immer teurer. Wer ein attraktives Grundstück sucht, muss inzwischen selbst auf dem Dorf immer tiefer in die Tasche greifen. In den Dörfern rund um Fehrbellin ist der Preis für Bauland im vergangenen Jahr um bis zu 15 Prozent gestiegen.

Die Fehrbelliner Ortsteile sind damit Spitzenreiter in der jüngsten Untersuchung des Gutachterausschusses für Grundstücksgeschäfte im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Doch Fehrbellin ist keine Ausnahme: Auch in anderen kleinen Orten ziehen die Preise für Bauland deutlich an.

Ein möglicher Grund: Dort, wo Bauen für junge Familien bisher besonders attraktiv war, sind Bauflächen inzwischen knapp und die Preise entsprechend hoch.

Die zweite Reihe wird für Häuslebauer immer interessanter

Das ist nicht nur auf Kreisebene zu sehen, auch landesweit gibt es diesen Trend. „Die Städte in der zweiten Reihe werden immer attraktiver“, sagt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde.

„Zweite Reihe“ meint dabei jene Orte, die nicht mehr im direkten Speckgürtel um Berlin liegen, sondern knapp außerhalb. Wie Neuruppin zum Beispiel.

Der „engere Verflechtungsraum“, wie die boomende Region in der unmittelbaren Umgebung der Hauptstadt im Behördendeutsch heißt, ist zunehmend ausgereizt. Die Grundstückspreise sind dort in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, die Bauflächen wurden gleichzeitig immer weniger.

Neuruppin könnte vom Trend profitieren

Inzwischen interessieren sich Häuslebauer auch immer mehr für Flächen, die weiter von Berlin entfernt liegen. Die Städte in der zweiten Reihe waren in diesem Jahr auch das zentrale Thema des Stadtentwicklungstages vor wenigen Wochen in Potsdam.

Was genau der aktuelle Trend für Städte wie Neuruppin bedeutet, ist noch nicht klar. Die Statistiker des Landes waren schon vor Jahren davon ausgegangen, dass Neuruppins Einwohnerzahl deutlich sinken wird. Bisher ist das jedoch noch nicht eingetreten.

Das Institut für Wohnraum und Stadtentwicklung hat in einer Studie im Auftrag der Fontanestadt untersucht, wie sich der Bedarf an Wohnungen und Bauland in den nächsten Jahren entwickeln wird. Projektleiter Stefan Lehnert und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Zahl der Einwohner in Neuruppin bis etwa 2025 leicht steigen könnte.

Familien zieht es öfter in die kleinen Orte

Vorausgesetzt, der Stadt gelingt es, mehr Menschen anzulocken, die nach Neuruppin ziehen wollen. Im günstigsten Fall könnte Neuruppin seine Einwohnerzahl bis 2035 etwa auf dem Niveau halten wie 2017. Wichtig dabei: Die Stadt braucht mehr Wohnungen und auch mehr Baugrundstücke.

Für ältere Menschen ist Neuruppin schon jetzt attraktiv. Viele ziehen aus den Orten rundherum in die Stadt, weil die Wege zum nächsten Arzt oder zum Einkaufen hier kürzer sind.

Junge Familien zieht es dagegen inzwischen schon von Neuruppin weg in kleinere Orte, sagt Stefan Lehnert. Im Amt Temnitz sei es leichter, ein bezahlbares Grundstück zum Bauen zu finden als in Neuruppin.

Auf dem Dorf ist Bauland sehr viel billiger

In Neuruppin lag der Richtpreis für Bauland 2018 je nach Lage zwischen 55 und 250 Euro pro Quadratmetern, in Alt Ruppin zwischen 30 und 100 Euro. Im größten Neuruppiner Ortsteil ist der durchschnittliche Bodenwert 2018 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel nach oben geschnellt.

Alle anderen Regionen im Kreis Ostprignitz-Ruppin sind laut Gutachterausschuss abgeschlagen. In Rheinsberg lag der Bodenwert zwischen 37 und 60 Euro, in Kyritz zwischen 14 und 50 Euro, in Wittstock einen Euro darunter.

Bodenwert steigt vor allem rund um Fehrbellin, Neuruppin und Neustadt

In den kleinen Orten sind die Bodenwerte von 2017 zu 2018 bis zu 15 Prozent gestiegen, sagt Henry Zunke vom Kataster- und Vermessungsamt des Kreises. Das gilt vor allem für die Dörfer um Fehrbellin, Neuruppin und Neustadt (Dosse). In Dreetz mussten Käufer 2018 rund 7 Euro mehr pro Quadratmeter Bauland auf den Tisch legen als noch 2017, in Wustrau ebenso, in Molchow und Nietwerder ist der Bodenwert sogar um 15 Euro gestiegen.

Doch das Angebot an Bauland ist auch in den Dörfern nicht unbegrenzt. Viele Orte fühlen sich durch die Vorgaben des Landes in ihrer Entwicklung gehemmt. Dörfer dürfen demnach künftig nur noch wenig neues Bauland ausweisen.

Experten sehen Bedarf für mehr Bauland

Städte wie Neuruppin stehen da besser da. Sie dürfen neue Bauflächen schaffen – wenn sie einen Bedarf sehen. Neuruppins Baudezernent Arne Krohn plädierte bisher eher dafür, nach Baulücken innerhalb der Stadt zu suchen.

Die aktuelle Wohnraumstudie lässt aber Zweifel aufkommen, ob das reichen wird. „Die Nachfrage an Einfamilienhäusern hat das Angebot in den vergangenen Jahren deutlich überstiegen“, sagt Stefan Lehnert vom Institut für Wohnen und Stadtentwicklung. Die Nachfrage sei ungebrochen.

Lehnert: „Wir gehen davon aus, dass kurz- und mittelfristig nicht genug Flächen auf den Markt kommen, wenn die Stadt nicht kurzfristig mehr Flächen schafft.“ Neues Bauland muss also her, wenn Neuruppin seine Einwohner nicht verlieren will.

Von Reyk Grunow

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