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Neuruppin So zocken Betrüger in Prignitz und Ruppin ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin So zocken Betrüger in Prignitz und Ruppin ab
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06:11 22.12.2018
Auch zu Hause am Computer kann man Opfer von Betrügern werden.
Auch zu Hause am Computer kann man Opfer von Betrügern werden. Quelle: Christian Bark
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Neuruppin/Perleberg

Sie geben sich als Enkel, Bankbearbeiter oder Polizisten aus. Sie schicken gefälschte Rechnungen, drohen und erpressen. Auch in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin werden Betrüger immer dreister. Das zeigen diese Betrugsfälle der letzten Wochen aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin:

Das Gewinnversprechen

Eine 84-Jährige aus Wittenberge bekam einen Anruf von einem Mann, der ihr zu einem Gewinn von knapp 30.000 Euro gratulierte. Zwei Tage später meldete sich der Anrufer erneut und erklärte der Seniorin, sie müsse für 900 Euro Wertgutscheine für eine Internet-Spieleplattform kaufen, um den Gewinn zu bekommen. Nach Eingang des Geldes werde er sich melden, um den Geldübergabe-Termin zu vereinbaren, so der Unbekannte. Die 84-Jährige fiel nicht darauf rein und informierte die Polizei.

Die falsche Sex-Rechnung

Ein 79 Jahre alter Mann aus Perleberg erhielt eine Zahlungsaufforderung einer tschechischen Firma über fast 100 Euro. Angeblich habe der Mann einen „Service für Erwachsene“ genutzt, behauptete die Firma. Der Senior bestreitet das und überwies kein Geld nach Tschechien.

Die Sex-Erpressung

Mehrere Hundert Dollar in Bitcoins sollte ein 70 Jahre alter Wittstocker zahlen. Angeblich sei er gefilmt worden, als er an seinem Rechner masturbierte. Der Mann fiel nicht auf den Online-Erpresser herein.

Der Hacker-Angriff

Opfer einer Internet-Erpressung wurde eine Firma in Wittstock. Hacker hatten den Server verschlüsselt und forderten Bitcoins. Die Reparatur des Rechners kostete mehrere 10.000 Euro.

Das „Sicherheits-Update“

Eine 65-jährige Frau aus Wittenberge erledigte am PC Bankgeschäfte, als ein Fenster aufploppte, mit der Aufforderung, ein wichtiges Sicherheitsupdate zu machen. Die Frau folgte dem Link und sollte nun eine Lizenznummer kaufen. Die Frau tat es, doch nach Eingabe der Nummer bekam sie die Rückmeldung, diese sei ungültig. Die Frau rief nun eine angegebene Telefonnummer an und geriet an einen Mann, der für das Update 540 Euro forderte sowie 170 Euro für ein Virenprogramm. Beides überwies die Frau. Erst danach recherchierte und stellte sie fest, dass die Firma für derartige Betrugsmaschen bekannt ist. Das Geld war natürlich weg.

Der falsche Polizist

Eine 85-jährige Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung in Neuruppin bekam am späten Abend einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizist aus Neuruppin vorstellte. Er erklärte der Seniorin, dass rumänische Täter festgenommen worden seien, sich jedoch noch zwei auf der Flucht befänden. Es sei nun anzunehmen, dass die Frau Opfer einer Straftat werden könnte, da die Gefassten ihre Daten bei sich hätten. Der Mann am Telefon versuchte Informationen über die Bargeldbestände und Wertsachen in ihrem Haushalt zu erlangen. Die 85-Jährige ließ sich nicht aushorchen.

Der Falsche Kriminalist

Eine 89-jährige Frau aus Frankendorf von einer Frau angerufen worden, die sich als „Kriminalpolizei Neuruppin“ vorstellte. Die vermeintliche Beamtin erklärte, dass in der Nachbarschaft eingebrochen und Geld und Schmuck gestohlen worden sei. Dabei habe man ein Notizbuch des Täters gefunden, in dem auch die Telefonnummer der 89-Jährigen stehe. Die Frau durchschaute die Masche und legte auf.

Der Enkeltrick

Ein 94-Jähriger in Neuruppin erhielt einen Anruf von einem angeblichen Neffen, der sagte, dass er bei einem Notar in Berlin sitze und dringend 20 000 Euro brauche. Der 94-Jährige erklärte, er habe nicht so viel Geld, legte auf und informierte die Polizei über den Betrugsversuch. Ein 91-Jähriger aus Neuruppin wurde von einem „Enkel“ angerufen, legte jedoch gleich wieder auf. Eine 86-jährige Frau aus Wustrau-Altfriesack hatte auch einen „Enkel“ am Telefon. Da sich aber ihre Tochter bei ihr befand, flog der Betrugsversuch schnell auf.

Der Bankdaten-Klau

Eine Mitarbeiterin einer Kyritzer Firma einen Anruf von einem Unbekannten, der vorgab, etwas kaufen zu wollen und nach den Bankdaten der Firma fragte. Die Angestellte gab die Daten weiter. Wenig später meldete sich eine Mitarbeiterin der Hausbank in der Firma und berichtete, dass ein Anrufer sich als Firmenmitarbeiter ausgegeben habe und im Namen der Firma einen Überweisung tätigen wollte. Die Bankmitarbeiterin durchschaute aber den Betrug.

Der falsche Bank-Mitarbeiter

Ein angeblicher Bank-Mitarbeiter entlockte einen 63-jährigen Wittstocker dessen Bankdaten. Am nächsten Tag waren vom Konto des Wittstockers 1000 Euro unberechtigt abgebucht worden.

Die gefälschte Überweisung

Ein aufmerksamer Bankmitarbeiter verhinderte in Wittstock einen Betrug: Ihm fiel ein handschriftlich ausgefüllter und unterschriebener Überweisungsträger einer Firma auf, von der er wusste, dass sie ihr Geld nur elektronisch überweist. Die Bank leitete die 4800 Euro nicht weiter.

Der falsche Telefon-Techniker

Eine 84-Jährige in Kyritz erhielt einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter ihres Telefonanbieters, der den Besuch eines Techniker ankündigte, er an der Telefondose der Seniorin etwas richten müsse. Doch die Frau fragte lieber beim Telefonanbieter nach. Dort riet man ihr, bloß niemanden in die Wohnung zu lassen und erklärte, das kein Reparaturauftrag anstehe.

Die gefälschte Rechnung

Eine Frau aus Kyritz erhielt per E-Mail eine Zahlungsaufforderung über 20 Euro, für die sie in einem Onlineshop eingekauft habe. Allerdings hatte die Frau noch nie etwas im Internet bestellt.

Die Computer-Sperre

Unbekannte hackten sich in den Computer eines 71-Jährigen aus Gumtow. Auf dem gesperrten Bildschirm erschien ein Hinweis, dass die Sperre gegen Zahlung von 499 Euro aufgehoben werden könnte. Der Mann zahlte, der PC wurde entsperrt. Erst danach bemerkte der Senior, dass er abkassiert worden war.

Der falsche Informatik-Dienstleister

In einem Wittstocker Supermarkt nannte eine Mitarbeiterein am Telefon einem angeblichen Informatik-Dienstleister die Codes etlicher Guthabenkarten. Der Trickbetrüger erbeutete damit etwa 970 Euro.Ähnliches geschah an einer Wittstocker Tankstelle: ein angeblicher Techniker fragte am Telefon wegen „technischer Probleme“ nach den Freischalt-Codes für Telefonkarten. Die Mitarbeiterin nannte sie ihm. Schaden: mehrere Hundert Euro.

Von Kathrin Gottwald