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Neuruppin Stand mutmaßlicher Vergewaltiger unter Drogen?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Stand mutmaßlicher Vergewaltiger unter Drogen?
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00:31 11.05.2019
Vor dem Landgericht Neuruppin wird der Prozess gegen einen 24-jährigen mutmaßlichen Vergewaltiger fortgesetzt. Quelle: Helge Treichel
Neuruppin

Stand der 24-jährige Angeklagte am 14. Januar 2017 auch unter Drogen? Jenem Tag, an dem er laut Staatsanwaltschaft die Frau, in deren Wohnung in Neuruppin er seit einigen Monaten lebte, vergewaltigt und körperlich misshandelt haben soll. Er hatte am ersten Verhandlungstag in dieser Woche ausgesagt, damals alles an Betäubungsmitteln, die ihm unterkamen, eingeworfen zu haben.

Blut des Angeklagten soll auf Drogen untersucht werden

Bestätigt die Blutprobe den Drogenkonsum, geht es darum, um welche Rauschmittel es sich handelte und in welcher Konzentration. Diese Fragen will die erste Große Strafkammer des Landgerichts noch klären, bevor sie ein Urteil fällt.

Sie ordnete deshalb in der Verhandlung am Mittwoch an, die dem Angeklagten am Tattag entnommenen Blutproben zusätzlich auf Drogen und Medikamente zu untersuchen.

Alkohol war im Spiel

Das Ergebnis könnte je nach Ausgang Auswirkung auf seine Schuldfähigkeit haben, er war möglicherweise nur eingeschränkt steuerungsfähig an jenem besagten Tag. Alkohol hatte er im Blut. Eine Blutprobe vom Tattag gegen 22 Uhr hatte einen Promillewert von 1,05 ergeben. Passiert sein soll die mutmaßliche Vergewaltigung am Nachmittag des 14. Januar.

Glaubt man der Aussage des Angeklagten kam er, nachdem er zwei Tage durchgefeiert hatte, alkoholisiert und unter Drogen stehend in die Wohnung, in der die Wohnungsinhaberin auf der Couch saß. Dann geschah, was er als Sex im gegenseitigen Einverständnis dargestellt hatte, die Frau aber als Vergewaltigung angesehen hatte. Sie rief anschließend die Polizei an und zeigte ihn an.

Video von der Tat gedreht

„Wir haben ganz normal miteinander geschlafen und wie früher auch schon mal ein Video gedreht“, hatte der 24-Jährige, der zurzeit in der Justizvollzugsanstalt Cottbus eine andere Strafe absitzt, gesagt.

Das Video wurde in der Gerichtsverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt. Nach diesem Film gewinne man den Eindruck, dass die Frau mit der Aktion nicht einverstanden gewesen sei, sagte der Vorsitzende Richter. Gewalt, Tränen und ein Nein der Frau seien darauf zu sehen und zu hören. „Das Entscheidende ist die Reaktion der Frau“, sagte der Richter.

Ja, er würde genauso denken, wenn er den Hintergrund nicht kennen würde, bestätigte der Angeklagte. Und der wäre, dass es Sex dieser Art auch schon mal vorher gegeben habe. Auf Nachfrage gab er dann aber zu, dass es an jenem Tag „von dem sonst üblichen abgewichen sei“.

Angeklagter will ihr Nein nicht gehört haben

Das sie Stop gesagt hatte und dabei das zwischen ihnen vereinbarte Codewort gleich zu Beginn benutzt hatte, habe er zu keinem Zeitpunkt gehört. Er hatte die Beziehung zwischen ihnen so beschrieben, dass sich die Frau „in ihn verguckt“ habe, für ihn dagegen sei sie Mittel zum Zweck gewesen. „Ich habe sie ausgenommen.“

Nach seiner Festnahme noch am gleichen Tag hatte er bei der Polizei geschwiegen. Warum? Er habe Zeit seines Lebens schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht und letztlich käme es ja auf die Gerichtsverhandlung an, so der Angeklagte.

Der 24-Jährige hatte vor Gericht von seinem massiven Alkohol- und Drogenproblem, das er damals hatte, gesprochen. Seine Mitbewohnerin, die am ersten Verhandlungstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gehört wurde, hatte ihn nach seinem letzten Krankenhausaufenthalt als „Wesensverändert“ beschrieben.

Inwiefern daran die Drogen Schuld sind, soll nun geklärt werden. Da die Blutuntersuchung nicht innerhalb weniger Stunden gemacht werden kann, kam es nicht, wie ursprünglich geplant, am Mittwoch zum Urteil.

Nun wird am 24. Mai weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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