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Neuruppin Der Bundespräsident kommt nach Neuruppin
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00:17 08.01.2019
Neujahrsempfang Neuruppin im Fontanejahr, Bürgermeister Jnes-Peter Golde Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Nachricht hat ihn so sehr beeindruckt, dass Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde sie am Freitag einfach nicht weiter für sich behalten konnte: Zur offiziellen Eröffnung des Fontanejahres am 30. März kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Neuruppin.

Die Stadt hatte sich hinter den Kulissen lange darum bemüht, doch war bisher unsicher, ob es klappt. Vor wenigen Tagen bekam Golde die Botschaft selbst, übermittelt über die Landesregierung. Nur hatte niemand erwähnt, dass die Information noch ein bisschen vertraulich sein soll. Und so hatte Martin Gorholt, der Chef der Staatskanzlei am Freitagabend beim großen Neujahrsempfang der Fontanestadt in der Neuruppiner Pfarrkirche keine Chance mehr, diese Neuigkeit zu verbreiten.

Eine Stadt und ihr Dichter

Theodor Fontane gilt als der bedeutendste Dichter aus der Mark Brandenburg.

Geboren wurde er am 30. Dezember 1819 in Neuruppin, kein Jahr, nachdem seine Eltern in die Stadt gezogen waren.

2019 feiern ganz Brandenburg und Berlin ihren Fontane. Die Fontanestadt Neuruppin ist dabei der zentrale Ort.

Das offizielle
Festjahr mit hunderten Veranstaltungen wird am 30. März in Neuruppin feierlich eröffnet und geht am 30. Dezember mit Fontanes Geburtstag zu Ende.

Theodor Fontane war das Thema, um das sich beim Neujahrsempfang alles drehte. Und auch, wenn immer wieder Unkenrufe zu hören sind, Fontane sei eher etwas für Langweiler, nicht modern und wenig spannend: So viele Gäste wie in diesem Jahr hatte die Stadt bei ihrem Empfang noch nie. Rund 400 Unternehmer, Künstler, Politiker, Richter, Beamte, Sportler und Vereinsvertreter aller Couleur traten sich gegenseitig auf die Füße.

Etwa 400 geladene Gäste waren zu der Feier gekommen, es wurde zeitweise ganz schön eng in der Neuruppiner Pfarrkirche. Quelle: Peter Geisler

„Mit so vielen Gästen haben wir gar nicht gerechnet“, entschuldigte sich Jens-Peter Golde dann auch gleich zu Beginn der Veranstaltung ein wenig aufgeregt, dass es diesmal tatsächlich ein bisschen eng zuging. Fontane hat mehr Zusagen gebracht als jedes andere Motto in den vergangenen 15 Jahren.

Der Netzebander Theatermacher und Fontanefestspielmitdirektor Frank Matthus führte durch den Abend – eloquent, mit Witz und so viel fontanemäßigen Neudichtungen auf Bürgermeister, Stadtverordnete und Landesregierung, dass selbst Venessa Brandes von der Fontane-Gesellschaft schwer beeindruckt war.

Fontane auch für Liedermacher

Die Band Karl die Große hatte eigens für diesen Abend Songs zu Fontanethemen auf die Bühne gebracht. Sängerin Wenke Wollny, Liedermacher Max Prosa und ihre Mitstreiter heimsten dafür reichlich Applaus ein.

Im November kommen Karl die Große wieder nach Neuruppin, mit dabei mehrere Liedermacherinnen und Liedermacher. Sie alle stellen dann vor, was ihnen zu Theodor Fontane einfällt. Zusammen mit Jugendlichen wollen sie Musik machen.

Fontane zog sich durch den gesamten Abend, bis hin zum Büfett samt Nachtisch zu Fontanerezepten. Das Fontanejahr wird ein Erfolg, es kann gar nicht anders werden – davon war Bürgermeister Golde, Freitagabend überzeugt. Das Interesse sei schon jetzt gewaltig, auch bei jungen Leuten.

Wenke Wollny und die Musiker von Karl die Große brachten ihren Fontane mit neuen Songs auf die Bühne. Quelle: Peter Geisler

Das Projekt „Dem Wort auf der Spur“ richtet sich an Jugendliche aus ganz Deutschland. 4500 Mädchen und Jungs soll es nach Neuruppin locken. Bereits jetzt gibt es mehr als 2000 Anmeldungen, verkündete Golde begeistert: „Dabei hat das Fontanejahr noch gar nicht begonnen.“ Denn offiziell starten die Jubiläumsfeiern erst Ende März.

Reichlich Lob auch für die Hochschule

Auch Martin Gorholt als Vertreter der Landesregierung hatte noch eine frohe Nachricht für Neuruppin dabei, aus ausnahmsweise keine direkt zu Fontane. Gorholts Botschaft richtete sich an die Medizinische Hochschule (MHB). Sie beziehungsweise ihre Studentenschaft kann mit weiterer Unterstützung aus Potsdam rechnen.

Das Land will 2019 ein Stipendienprogramm für die Ausbildung von Landärzten auflegen. Und von dem kann auch die MHB profitieren, so der Chef der Staatskanzlei: „Herzlichen Dank, dass Neuruppin damals den Mut hatte, mit ihren Partnern diese Medizinische Hochschule zu gründen.“ Für das Land sei sie von strategischer Bedeutung, so Gorholt. Ein passendes Zitat von Fontane hat er dazu auch dabei, leicht verkürzt: „Alles Alte sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir leben.“

Von Reyk Grunow

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