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Neuruppin Bundespräsident eröffnet Festjahr in Neuruppin
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00:20 02.04.2019
Zuerst besuchten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Dietmar Woidke die große Fontaneschau im Museum. Dann zogen sie durch die Innenstadt zur Eröffnungsfeier in der Pfarrkirche. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Jan-Lukas muss erst einmal Luft holen. Vor Aufregung hat er fast vergessen zu atmen. „Au Mann, das war toll“, platzt es aus dem Elfjährigen raus. Keine Minute vorher hat er noch mit dem Bundespräsidenten geplaudert. Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde hat mit dem Handy sogar ein Foto von den beiden gemacht.

Was er von Steinmeier wissen wollte? „Ich hab ihn gefragt, was er machen würde, wenn er König von der ganzen Welt wäre“, sagt Jan-Lukas. Die Antwort: „Frieden, Frieden, Frieden.“

Die Neuruppiner wollten den Bundespräsidenten am Samstagnachmittag gar nicht wieder gehen lassen. Gemeinsam mit Brandenburg Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte Steinmeier in der Pfarrkirche offiziell das Fontanefestjahr 2019 eröffnet.

Frank-Walter Steinmeier schüttelt Fontane die Hand. Quelle: Kathrin Gottwald

Dass das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland zur Eröffnung des Jubiläumsjahres gekommen ist, sei eine große Anerkennung und Ehre, hatte Woidke sich bei Steinmeier bedankt – eine Anerkennung für Fontane und auch für Brandenburg.

Knapp 1000 Gäste hatten sich für den offiziellen Festakt in der Neuruppiner Pfarrkirche angemeldet – viel mehr als die Stadt Neuruppin und die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte als Veranstalter der landesweiten Feiern erwartet hatten. Rund 800 Sitzplätze hat die Pfarrkirche normalerweise zu bieten.

Selbst Argentiniens Botschafter war zur Feier gekommen

Zur Sicherheit hatten die Organisatoren eigens ein großes Zelt mit zusätzlichen Bänken angebaut. Die Reden im Inneren der Kirche wurden dorthin auf eine Videoleinwand übertragen.

Aufgeregt sei er eigentlich überhaupt nicht, hatte Bürgermeister Jens-Peter Golde noch gesagt, kurz bevor er zur Begrüßung der vielen Ehrengästen auf die Bühne musste. Ein bisschen schien er dann aber doch überwältigt von so viel Zuspruch für Fontane und Neuruppin. Selbst Argentiniens Botschafter Edgardo Malaroda war gekommen.

Der Bundespräsident lobt das Gespräch

Dass Fontane nicht verstaubt und von gestern ist, sondern vielmehr sehr zeitgemäß, war die Botschaft, die Frank-Walter Steinmeier mitgebracht hatte. In seinen Romanen habe Fontane das Gespräch besonders gepflegt. Das Gespräch als Mittel, sich selbst kennenzulernen und sich miteinander zu verständigen.

„Wenn wir heute die Bücher Theodor Fontanes lesen, dann hören wir auch die Aufforderung, es nicht noch einmal zu einem Untergang Europas kommen zu lassen“, sagte der Bundespräsident: „Indem wir nämlich miteinander reden – über die Grenzen hinweg, wie er es die längste Zeit seines Lebens praktiziert hat.“

Die halbe Innenstadt feiert Fontane und den Start des Festjahrs. Quelle: Peter Geisler

Hunderte Veranstaltungen erwarten die Besucher bis zum offiziellen Abschluss de Fontanejahres am 30. Dezember, Fontanes 200. Geburtstag überall in der Mark. Allein in Neuruppin sind es gut 200.

Ministerpräsident Woidke dankte schon jetzt allen, die dieses riesige Programm möglicht gemacht haben: „Das Fontanejahr ist groß, und es ist ein großer Wurf gelungen!“

Vor der offiziellen Eröffnungsfeier haben Steinmeier und Woidke bereits die Leitausstellung zum Fontanejahr im Museum besichtigt.

Von Reyk Grunow

Während in der Kulturkirche mit viel Prominenz die offizielle Eröffnung des Fontanejahres zelebriert wurde, glänzte die Innenstadt mit kunterbunten Aktionen. Den ganzen Tag lang gab es was zum Gucken, Staunen, Lauschen, Mitmachen und Freuen.

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