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Neuruppin Moderne Bildung hinter Glas und Holz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Moderne Bildung hinter Glas und Holz
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01:15 20.10.2018
Das alte Schulhaus (rechts) soll durch einen Ergänzungsbau erweitert werden. Dahinter ist die neue Turnhalle geplant. Quelle: CKRS-Architektengesellschaft
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Neuruppin

Der DDR-Plattenbau ist nicht wiederzuerkennen. Die alte Betonfassade lassen die Architekten des Büros CKRS aus Berlin komplett hinter einer warmen Schale aus Holz verschwinden. Große Fenster durchbrechen in dem Entwurf die Außenwände und lassen viel Licht ins Innere.

Eine breite Treppe führt durch ein großzügiges Foyer nach oben und dient gleichzeitig als Sitzgelegenheit für die Schüler. Das jetzige Schulgebäude bekommt einen Anbau, sodass ein L-förmiges Ensemble entsteht.

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Die alte Turnhalle wird abgerissen

In dessen inneren Winkel schmiegt sich eine neue große Sporthalle an die Schulhäuser. Sie bekommt einen separaten Eingang, sodass Nutzer und Besucher nach dem Unterricht nicht nur durchs Schulhaus in die Halle gehen müssen. Die heruntergekomme Sporthalle auf dem Hof wird abgerissen.

Kathrin Tokar, die Leiterin der Neuruppiner Wilhelm-Gentz-Grundschule ist ganz begeistert von dem Entwurf der Architekten aus Berlin für ihre Schule. „Das gefällt mir sehr gut“, sagt sie mit breitem Lächeln.

Mit ihrem Vorschlag für den kompletten Umbau der Grundschule an der Gerhart-Hauptmann-Straße haben sich die Planer vom Büro CKRS gegen acht andere Büros klar durchgesetzt.

Ideen kamen aus ganz Deutschland

Die Stadt Neuruppin hatte im Mai einen Wettbewerb für die Neugestaltung ihrer letzten unsanierten Grundschule veranstaltet. Büros aus ganz Deutschland hatten sich daran beteiligt. Eine Jury aus Fachleuten, erfahrenen Stadtplanern, Architekten und Mitarbeitern der Stadt hat alle Entwürfe genau geprüft und sich klar für den Daniel Rozynski und seinen Kollegen entschieden.

Die heutige Gentzschule ist rund 40 Jahre alt. Ihr Schulhof wurde vor wenigen Jahren mit großem Aufwand barrierefrei umgebaut. Quelle: Peter Geisler

Die heutige Gentzschule ist vor rund 40 Jahren als klassischer Standardbau, Typ Erfurt, entstanden, wie er vielerorts in der DDR gebaut wurde. „Erfurt ist kein ganz einfacher Typ“, räumt Heinz Nagel ein.

Als Professor für Städtebau und Entwerfen an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg kennt er die Herausforderungen, vor denen Planer stehen, wenn sie die alte, verwinkelte Schule auf einen modernen Stand bringen wollen.

Alle Entwürfe werden ausgestellt

Heinz Nagel hat die Jury für den Wettbewerb geleitet und ist durchaus beeindruckt von dem, was die Architekten für Neuruppin vorgeschlagen haben.

Am Montagabend hat er in der Filiale der Sparkasse am Fontaneplatz alle Ideen vorgestellt. In den nächsten zwei Wochen kann sich dort jeder ein Bild machen, wie sich die verschiedenen Planer die künftige Gentzschule vorgestellt haben.

Das Büro CKRS soll seinen Entwurf nun weiter verfeinern. Er könnte ab 2020/21 verwirklicht werden, sagt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Wie teuer das wird, kann noch niemand sagen. Die Stadt war bisher von Kosten um die neun Millionen Euro ausgegangen. Der Entwurf von Daniel Rozynski und seinen Kollegen könnte, ganz vorsichtig geschätzt, etwa sieben Millionen Euro kosten. Aber noch ist die Planung zu vage.

Neuruppin hofft auf Fördermittel der EU

Neuruppin erhofft sich Fördermittel aus dem Programm zur Regionalentwicklung der EU (Efre). Neuruppin hatte die Sanierung der Schule vor einigen Jahren im sogenannten Stadt-Umland-Wettbewerb angemeldet und vom Land eine generelle Förderzusage bekommen. Der Architektenwettbewerb war dafür eine Bedingung, sagt Arne Krohn.

Er ist sehr begeistert von dem, was dabei herausgekommen ist. Allerdings hatte der Wettbewerb auch einen Nachteil: Er kostete Zeit. So viel Zeit, dass Neuruppin inzwischen aus Potsdam die Nachricht bekommen hat, die Stadt können mit Zuschüssen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes nicht mehr rechnen. Krohn versucht, es gelassen zu nehmen: „Im Efre-Programm sind wir damit auf jeden Fall drin.“ Wie viel Geld es für den Umbau von der EU geben wird, ist aber noch unklar.

Von Reyk Grunow

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