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Neuruppin City und Dirk Michaelis geben umjubeltes Konzert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin City und Dirk Michaelis geben umjubeltes Konzert
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13:00 08.12.2019
City – im Bild Toni Krahl und Geiger Georgi Gogow – und Dirk Michaelis geben ein Konzert in der Neuruppiner Kulturkirche. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Immer wieder die alten Lieder. Warum? Weil das Publikum es so will. Klar, die Titelliste unterscheidet sich nur in Kleinigkeiten von der des Vorjahres. Aber alle die, die zum ersten Mal zum alljährlichen Weihnachtskonzert der Ostrocker-Kultband City und dem Sänger Dirk Michaelis gekommen sind, stört das wenig. Und die Wiederholungstäter wollen genau das hören, was die Mannen um Toni Krahl und den Ex-Karussell-Sänger einst berühmt gemacht haben.

Play it again, Sam: Das Lied steht quasi für das Konzert. Die Fans wollen Songs wie „Als ich fortging“ und „Am Fenster“ immer wieder hören. Und bekommen sie.

Das Intro ist kurz und krachig – City kommt gleich zur Sache. Unter aufbrandendem Jubel kommen die Kultrocker des Ostens auf die Bühne. „Wir wollen mit euch Weihnachten feiern“, nimmt Frontmann Toni Krahl dem Publikum das Wort förmlich aus dem Mund und klärt rasch über das neue Gesicht am Schlagzeug auf. Barfuß-Drummer Klaus Selmke sei krank – er habe sogar Fieber, ist zu erfahren. „Oh“, leidet das Publikum bedauernd mit.

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„Natürlich gibt es Schlagzeuger wie Sand am Meer – aber wir sind anspruchsvoll, vor allem was das Frisurentechnische betrifft“, scherzt Krahl, der wie Keyboarder Manfred Hennig Glatze trägt. Und auch Drums-Einspringer Roger Heinrich, den man auf Zypern aufgegabelt habe, hat Spiegelfrisur. Man habe ihm die Setlist online zukommen lassen. „Er war der einzige, der bei der Probe alle fehlerfrei gespielt hat“, lobt Krahl und grient. Der Saal lacht – wie immer, wenn der Frontmann seine launigen Moderationen vom Stapel lässt.

Schöne Musik, schöne Lichteffekte. Quelle: Regine Buddeke

Krahl stellt seine Mitstreiter vor: Den Teufelsgeiger und „Erfinder der Balkanroute“ Georgi Gogow. Magic Man „Manne Hennig“, das Küken: „Auch er ist keine 60 mehr“, scherzt Krahl. Dann der Marshall aus Neuruppin, Fritz Puppel: „Keiner zieht schneller als er“, so Krahl über den Gitarristen, der in der Tat immer mal den Instrumentenhals wie ein Revolverheld in Richtung Krahl lupft. Und last not least: „Vom Special Guest zum absoluten Publikumsliebling: Dirk Michaelis“, jubelt Krahl.

Es sei ja nicht das erste Mal, dass der Als-ich-fortging-Sänger und City gemeinsam ein Weihnachtskonzert geben – man sei halt gern in dieser wunderbaren Konzertkirche, erklärt Krahl. Und Dirk Michaelis erklärt kurz, wieso er so gern mit City gemeinsame Sache macht. „Jedes Jahr ruft Toni irgendwann an und sagt mit seinem unnachahmlich rauem Charme: Tach! Biste Weihnachten wieder dabei?“ Wer könnte da schon Nein sagen, bekennt Michaelis. Obwohl er dann jedes Mal zu einem Weihnachtslied verdonnert würde. Geschenkt.

Die Neuruppiner Kulturkirche ist rappelvoll. Quelle: Regine Buddeke

Schon beim ersten Titel „Sommerherzen“– druckvoll und mit schaukelnden Riffs – wird auf dem Rang getanzt, später auch in den Gängen. „Fliederbusch“ – Krahl erklärt die ersten präerotischen Gehversuche. „Sind so kleine Hände“ – ein Lied, das wichtig sei in einer Zeit, wo Hasspeitschen knallen und Menschen töten, um ihrem Gott zu gefallen, sagt Krahl und dankt Bettina Wegner, „dass sie uns ihren Song geborgt hat“.

Dann purzeln sie alle, die bekannten Hits: Mal singt Krahl mit seiner rauen, tiefen Stimme, die unter der Haut kratzt wie Whisky in der Kehle. Mal Dirk Michaelis, der sanfte Barde, der am Piano die Seele streichelt, an der Gitarre zum rauen Rocker wird, der aber auch überaus kraftvoll singen kann, wie er im a-cappella-Song „Wie ein Fischlein unterm Eis“ gänsehautträchtig unter Beweis stellt. Michaelis greift sich kurz ans Herz, hat aber immer noch Kraft genug, beim nächsten Lied zu hüpfen wie ein Gummiball.

Gleich hebt er ab: Toni Krahl singt mit den Fans. Quelle: Regine Buddeke

„Hey ya“, „Das Blut so laut“, „Flieg ich durch die Welt“ – alles wird bejubelt, beklatscht, getanzt. Krahl ruft: „Ich habe gerade erfahren, dass der Termin fürs nächste Jahr schon steht: Am 19. Dezember 2020 – in dieser Kirche.“ Noch mehr Jubel. Krahl liest launige Goethe-Texte. Schwatzt über Geschenke-Stress und Frauen.

Die Zeile aus „Casablanca“ – „Play it again, Sam“ kann man als Aufforderung verstehen. Michaelis macht es spannend und spielt erst einmal eine andere Melodie, bevor sich sein berühmtester Song aus den Tasten schält. City dagegen kommt prompt zur Sache. Der Saal ist im Freudentaumel – unzählige Handys recken sich zur Bühne. Ein Konzert ohne „Am Fenster“ ist schier undenkbar.

Von Regine Buddeke

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