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Neuruppin Buchpremiere über Frauen in Fontanes „Wanderungen“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Buchpremiere über Frauen in Fontanes „Wanderungen“
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16:50 01.08.2019
Die Autoren Gabriele Radecke und Robert Rauh mit der Statuette der Rachel Felix hinter der Schlossruine auf der Pfaueninsel. Quelle: Robert Rauh
Neuruppin

Robert Rauhs Buchpremiere von „Fontanes Frauen“ liegt noch gar nicht lange zurück: Nun kommen schon die „Wundersamen Frauen“. Die allerdings hat Rauh nicht allein geschrieben: Seine Co-Autoren sind Gabriele Radecke und Fontane höchstpersönlich. Streng genommen war es Gabriele Radecke, die Leiterin der Fontane-Arbeitsstelle der Uni Göttingen, die die Idee zum Buch lieferte: auf Anfrage des Manesse-Verlages.

Ob sie nicht im Verlag etwas zum Fontane-Jahr publizieren wolle, habe man sie vor zwei Jahren angefragt. Radecke wollte. Sie schlug ein Auswahlband mit Frauen-Porträts aus Fontanes „Wanderungen“ vor, den es bisher so nicht gibt. In Robert Rauh, der seit ein paar Jahren heftig auf Fontanes Spuren unterwegs ist, fand sie einen Mitstreiter.

Relief vom verschwundenen Denkmal für Julie von Voß im Schlosspark Buch. Quelle: Robert Rauh

„Fontane hat die Wanderungen für Männer geschrieben“ – diese kühne These stellen beide im Vorwort auf. Denn wenn man die vier Bände durchkämmt, findet man in der Tat fast ausschließlich Männer als Protagonisten, an denen Fontane seine Zeit- und Sittenschilderungen der Märker festmacht.

Als Land der „tüchtigen Kerle“ stellte Fontane die Mark Brandenburg in seinen „Wanderungen“ vor. Kein Wunder – war das öffentliche Leben zu Fontanes Zeit doch insgesamt recht männerdominiert – nicht nur in der Mark. Schlossherren, Künstler, Gelehrte, Geistliche, Unternehmer, Architekten, Militärs: hauptsächlich Männer.

Schloss Tamsel. Quelle: Robert Rauh

Radecke und Rauh haben die wenigen Frauen – denn einige tauchen natürlich auf – herausgepickt und ins Buch geholt. Aber nicht unkommentiert. Zu jeder der insgesamt elf Frauen haben die Autoren ein einleitendes Entree geschrieben – nicht ohne vorher die Wirkungsstätten bereist und nach Spuren der Genannten gesucht zu haben.

Robert Rauh schwört auf den „topographischen Ansatz“, wie er es nennt. Seine Vor-Ort-Recherchen knüpfen an Fontanes Texte an, spinnen den Faden quasi in die Gegenwart und die heutigen Protagonisten der einstigen Originalschauplätze.

Das alte Dampfmaschinenhaus auf der Pfaueninsel, in dem Frau Friedrich ihr Kaffeehaus betrieb. Quelle: Robert Rauh

Auf der Pfaueninsel etwa haben beide hinter der Schlossruine die Statuette der berühmten Schauspielerin Rachel Felix „gefunden“. Ebenfalls entdeckten beide am Ende eines gesperrten Weges, versteckt hinter Bäumen, das noch erhaltene Dampfmaschinenhaus, in dem die Inselwirtin Elisabeth Friedrich ihr Kaffeehaus betrieb. Fontane hat es bei einem seiner Besuche auf der Pfaueninsel in seinem Notizbuch skizziert.

In Tamsel besichtigte das Autoren-Duo das alte Schloss, in dem Kronprinz Friedrich seine Geliebte Louise von Wreech traf. Geblieben ist auch die Gruft in der gleich nebenan gelegenen Kirche. Dort stehen Zinksärge, in denen die sterblichen Überreste der adligen Besitzer, auch der Frau von Wreech, liegen.

Gruft in der Kirche von Tamsel. Quelle: Robert Rauh

In Berlin-Buch besuchten beide Kirche und Schlosspark – das Schloss gibt es nicht mehr. Die Gruft in der Kirche, in der Julie von Voß, die Mätresse des Königs, laut Fontane liegen soll, gibt es nicht. Das Relief eines verschwundenen Denkmals für sie soll mutmaßlich im Märkischen Museum lagern – die Autoren warten noch auf Antwort vom Museum.

Corinna Harfouch Quelle: privat

Weiter geht es im Buch um die Agrarpionierin Helene Charlotte von Friedland, um die Königin der Herzen Luise von Preußen, um die Gräfin „Goldhaar“ La Roche-Aymon, um Fontanes Vertraute Mathilde von Rohr, um die Försterstochter Sabine – auch sie eine Geliebte des Kronprinzen – und die Schwägerinnen Emilie von Schlabrendorf und Johanna von Scharnhorst. Zur Buchpremieren-Lesung kommt keine Geringere als Corinna Harfouch.

Der Name zieht – es gibt schon so viele Reservierungen, dass auch diese von der Neuruppiner Fontanebuchhandlung organisierte Lesung in der Kulturkirche stattfinden wird: Am 18. August um 17 Uhr – getreu dem Motto der Reihe „Immer 18. bei uns!“. Karten dafür gibt es in der Fontanebuchhandlung.

Von Regine Buddeke

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