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Neuruppin Notbetreuung: Ab Montag viel mehr Kinder in den Kitas von Rheinsberg und Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Notbetreuung: Ab Montag viel mehr Kinder in den Kitas von Rheinsberg und Neuruppin
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17:58 24.04.2020
In Neuruppin dürfen die Kita-Kinder ihre Spielplätze nutzen, in Rheinsberg nicht. Quelle: Henry Mundt
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Rheinsberg

Auf Sparflamme lief der Alltag in den beiden städtischen Kitas von Rheinsberg in den vergangenen Wochen. Wegen Corona durften nur wenige Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen.

„Wir hatten im Schnitt etwa 15 Prozent der normalen Auslastung“, sagt Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow. Er rechnet damit, dass die Zahl ab Montag sprunghaft nach oben steigt.

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Rheinsberg erwartet deutlich mehr Kinder

Denn der Landkreis hat die Zugangsvoraussetzungen für Kitas gelockert. Ab 27.April dürfen deutlich mehr Eltern ihre Kinder zur Betreuung abgeben. So genügt es künftig, wenn eines der beiden Elternteile einen systemrelevanten Beruf hat oder wenn man alleinerziehend ist und Arbeit hat.

„Ich denke, dass wir ab nächste Woche bei mehr als 50 Prozent liegen werden“, so Schwochow. Deshalb werde die Stadt auch beide kommunalen Einrichtungen aufmachen. Bislang lief die Betreuung im Wechsel in den Kitas von Linow und Dorf Zechlin.

Bislang zehn von 75 Kindern in der Awo-Krippe

Auch die Betreuung in den Awo-Kitas in den Kernstadt werde ausgeweitet, sagt Carmen Lungfiel, Leiterin der Kita „Spatzennest“, in der Krippenkinder untergebracht sind. Alleine in ihrer Einrichtung seien am Donnerstag und Freitag sechs Anträge auf Notbetreuung gestellt worden. Während der Corona-Krise sind dort etwa zehn von 75 Kindern betreut worden.

Ebenfalls sechs Anträge sind nun in der benachbarten Awo-Kita „Märchenland“ abgegeben worden. Im Rheinsberger Hort, der auch von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird, seien es deutlich mehr. Lungfiel rechnet damit, dass noch viele Eltern einen Antrag stellen werden.

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In Neuruppin lagen am Freitag knapp 300 neue Anträge auf Notbetreuung vor; gut 500 der sonst üblichen 2500 Kinder werden in den Kitas ohnehin schon betreut. „Der prozentuale Anteil der zu betreuenden Kinder ist in den jeweiligen Einrichtungen sehr unterschiedlich“, sagt Stadtsprecherin Michaela Ott. Er könne also auch bei über 50 Prozent liegen.

Schwochow macht sich derzeit keine Sorgen, dass seine städtischen Kitas den Notansturm bewältigen werden. Sowohl von den Räumen her als auch vom Personal. Und dass, obwohl dort von rund einem Dutzend Erzieher zwei ausfallen, weil sie zur Risikogruppe gehören.

Spielplätze sind in Rheinsberg tabu

Kopfschmerzen bereitet ihm ein bisschen der Alltag. Zumal die Sprösslinge in Rheinsberg nicht die Kita-Spielplätze nutzen dürfen. „Wir müssen nun die Kinder drin beschäftigen, obwohl es draußen schon schön ist: Das wird nicht leicht für die Erzieher.“

Die strikte Linie erklärt der Rathauschef mit der Corona-Eindämmungsverordnung, die ein Spielplatzverbot beinhaltet. Allerdings gilt das Verbot ausdrücklich nicht für den Notbetrieb von Kitas und Schulhorten, sagt Neuruppins Stadtsprecherin Michaela Ott und verweist auf den Paragrafen 5 der Verordnung.

Alle Erzieher am Start

Carmen Lungfiel sorgt sich, weil sie bei der gestiegenen Zahl der Kinder nun auch Erzieher über 60 Jahre mit in die Betreuung einbinden muss. Es gehe aber nicht anders. Zumal die Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt und von immer denselben Personen beaufsichtigt werden sollen. „Dabei müssen wir den Betrieb von 6 bis 17 Uhr absichern. Das wird eine Herausforderung.“

Dass dabei die Abstandsregeln eingehalten werden können, glaubt sie nicht. „Bei einem Einjährigen geht das nicht.“ Schließlich müssen die Kinder gewickelt werden, brauchen Zuwendung. „Das ist jetzt unser Berufsrisiko.“

Masken könnten Kinder erschrecken

Maskenpflicht gibt es in den Rheinsberger Kitas nicht. Lungfiel und Schwochow fürchten, dass die Schutzausrüstung kleine Kinder erschrecken könnte. „Die Krippenkinder würden uns nicht erkennen“, so die Krippenchefin.

Der Rathauschef hat den Schutz dennoch geordert. „Ich will es aber jedem einzelnen überlassen, ob er die Masken nutzt.“ Die Awo-Leiterin hat indes Masken nur für die Küchenkräfte besorgt.

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Von Celina Aniol