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Neuruppin Ein Gutschein für alle: Wie die Neuruppiner den Neuruppiner Firmen helfen können
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

Corona in Neuruppin: neue Gutscheine sollen vielen Händlern helfen

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18:47 17.11.2020
Carlo Focke vom Modehaus Bruns zeigt, wie die Gutscheinkarte aussehen wird, die es für viele Neuruppiner Händler ab 26. November gibt. Quelle: Henry Mundt
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Neuruppin

Die Corona-Pandemie macht Dinge möglich, die bisher kaum denkbar schienen. Neuruppiner Händler, Gastronomen und Dienstleistungsunternehmen bieten künftig einen einheitlichen Gutschein an, der in vielen Betrieben eingelöst werden kann. Im Prinzip handelt es sich bei dem Gutschein um eine Plastikkarte ähnlich einer EC- oder Kreditkarte.

Die regionale Bezahlkarte kann mit beliebigen Summen bis maximal 250 Euro aufgeladen werden. Damit können Kunden dann bei allen Anbietern in der Fontanestadt bezahlen, die sich an der Aktion beteiligen. „Auch Teilbeträge können natürlich eingelöst werden“, sagt Christian Ringleb von der Neuruppiner Wirtschaftsfördergesellschaft Inkom.

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Die Inkom hat den sogenannten Stadtgutschein für Neuruppin gemeinsam mit der Händlervereinigung „Wir die Innenstadt“ entwickelt. Ziel ist es, möglichst viele Unternehmen in Neuruppin zu überzeugen, diesen Gutschein als neue Bezahlmöglichkeit zu akzeptieren. Dabei geht es keineswegs nur um die Innenstadt und nicht nur um klassische Händler mit Ladengeschäft.

De meisten Geschäfte in Neuruppin haben viel weniger Umsatz

Viele Geschäfte haben durch die drastischen Einschränkungen in diesem Jahr arg zu kämpfen. „Wir haben uns umgehört“, sagt Carlo Focke vom Verein „Wir die Innenstadt“: „Viele Geschäfte haben 40, 50 oder 60 Prozent weniger Umsatz.“ Focke weiß aus eigener Erfahrung, wie es den Ladenbetreibern geht. Er leitet selbst seit vielen Jahren das Modehaus Bruns am Schulplatz.

Der Gutschein soll eine Möglichkeit sein, mit der alle Neuruppiner die heimischen Geschäfte unterstützen können, hofft Bürgermeister Jens-Peter Golde. Jetzt in der Krise, aber auch darüber hinaus.

Entstanden ist die Idee unter anderem, weil es die Nachfrage gab. Ein großes Unternehmen aus der Stadt hat nach einer Möglichkeit gesucht, sich mit einem Gutschein bei seinen Mitarbeitern zu bedanken, die in der Pandemie noch mehr zu tun haben als sonst.

Viele Gutscheine gelten nur in einzelnen Geschäften

Aber was für ein Gutschein soll’s denn sein? Womit können alle Mitarbeiter etwas anfangen? Am Ende wurde es ein Gutschein für eine große Lebensmittelkette – für ein Geschäft, das in der Krise im Zweifel ohnehin schon mehr Umsatz macht.

„Da haben wir uns gedacht, das kann’s doch nicht sein“, sagt Carlo Focke. Aber er kennt die Bedenken vieler seiner Kollegen. Zusammen mit der Inkom haben die Händler nach einer Lösung gesucht, wie das Geld aus der Region auch den Betrieben in der Region helfen kann.

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Am 26. November wird Bürgermeister Golde auf dem Schulplatz die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt einschalten. Diesmal kann es coronabedingt kein großes Fest rundherum geben. Dafür soll die Aktion live im Internet übertragen werden.

An jenem Donnerstag, dem folgenden Freitag und Sonnabend, 26., 27. und 28. November, laden viele Geschäfte in der Innenstadt zum „XXL-Shopping“ ein. Die meisten Läden haben bis 20 Uhr oder am Sonnabend bis 18 Uhr geöffnet.

20 Geschäfte aus Neuruppin machen schon beim Start mit

Und erstmals können die Kunden den Gutschein dort kaufen und auch einlösen. 20 Geschäfte machen beim Start mit – darunter ein Restaurant, ein Café, ein Reifenhandel. Weitere Geschäfte können über die Inkom jederzeit einsteigen. Für die Unternehmen ist das relativ unkompliziert. Sie scannen den Code auf dem Gutschein per Handy ein und rechnen den Betrag so ab. Gebühren fallen vorerst nicht an.

Auf der Internetseite www.stadtgutschein-neuruppin.de kann jeder nachschauen, welche Geschäfte mitmachen. Kaufen kann man den Gutschein im Netz oder bei vielen teilnehmenden Geschäften.

Ein Angebot an Firmenchefs

Weitere Möglichkeit: Firmen können einen Gutschein für ihre Mitarbeiter kaufen und ihnen regelmäßig kleine Belohnungen zukommen lassen, indem sie die Bezahlkarten automatisch nachladen. 44 Euro im Monat kann jeder steuerfrei als Gratifikation vergeben. Erste Firmen haben schon Interesse angemeldet, sagt Axel Leben, der Geschäftsführer der Inkom.

Die Abrechnung des Neuruppiner Stadtgutscheins erledigt die Inkom übrigens nicht selbst. Das passiert über die Firma Atalanda. Die bietet lokale Bezahlsysteme schon für anderen Städte und ganze Regionen an, etwa für Wuppertal, Monheim am Rhein und Nordfriesland.

Von Reyk Grunow