Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Trio schlug gerne mal zu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Trio schlug gerne mal zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 15.02.2019
Zwei Männer und eine Frau mussten sich wegen mehrerer Körperverletzungen vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Quelle: dpa
Neuruppin

Dass mit den Angeklagten, wenn sie getrunken hatten, nicht gut Kirschen essen war, diese Erfahrung machten so einige, die dem Trio im Jahre 2017 über den Weg liefen. Mehrere Körperverletzungen wurden den beiden 24- und 21-jährigen Männern und einer 21-jährigen Frau zur Last gelegt.

Bewährungsstrafen und Verwarnung

Das Neuruppiner Amtsgericht verurteilte die Männer K. und T. nun zu Bewährungsstrafen. Die junge Frau wurde nach Jugendrecht bestraft und lediglich verwarnt. Außerdem muss sie 60 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Die Mitangeklagten hingegen müssen je 500 Euro an den Weißen Ring zahlen.

Es waren etliche Anklagen, die die Staatsanwältin vorlas. Immer ging es darum, dass entweder K. oder T. grundlos zuschlugen. Doch einige Vorwürfe wurden im Hinblick auf die verbliebenen Taten eingestellt. Übrig blieben drei Taten, die besonders schwer wogen.

Unter Alkohol grundlos zugeschlagen

Wie jene am 29. Oktober 2017. Da trafen K. und T., beide angetrunken mit 1,66 beziehungsweise 1,10 Promille, bei der Shell-Tankstelle an der Neustädter Straße in Neuruppin auf ein Paar. Das sprachen die Angeklagten an, bedrängten und belästigten es. T. schubst dann sein Opfer gegen die Brust.

Ein Fluchtversuch scheiterte, T. holte es ein, schubste im weiteren Verlauf den Mann zu Boden, der in einem Graben landete. Er erlitt einen Unterarmbruch und eine Platzwunde am Kopf. Auch seine Begleiterin kam nicht ungeschoren davon. K. attackierte die Frau, die sich eine Unterschenkel- und eine Sprunggelenksfraktur zuzog.

Taten nicht nachzuvollziehen

„Das sind schon ganz beachtliche Verletzungen“, sagte die Vorsitzende Richterin. Überhaupt sei nicht nachzuvollziehen, wie es zu dieser und den anderen Taten gekommen sei. Aus Sicht des Gerichts sei das nur mit der damaligen Lebenssituation der Angeklagten, die zu der Zeit keine Arbeit hatten, zu erklären.

Denn bis auf die drei zur Rede stehenden Vorwürfe innerhalb eines kurzen Zeitraums, ist T. weder vor noch nachher strafrechtlich aufgefallen. Auch bei K. ist seitdem nichts mehr vorgefallen.

Bereits zwei Tage später, am 31. Oktober 2017, tauchten alle drei Angeklagte vor der Spielhalle „Nice Bar“ auf und wollten hinein. Ihnen wurde der Zutritt mit einem bestehenden Hausverbot verweigert. Das sahen sie jedoch nicht ein. Als ein Mitarbeiter drohte, die Polizei zu rufen, schlugen sie zu und traten auf den am Boden liegenden Mann ein. „Wir können nur vermuten, dass sie aus Frust so reagiert und um sich geschlagen haben“, sagte die Richterin.

Der Alkohol ist schuld

So etwas passiere nur, wenn sie etwas getrunken hätten, meinten K. und T. übereinstimmend. Heute würden sie weniger oder gar nichts mehr trinken. „Man will ja nicht mehr auffallen“, sagte K. Beide haben inzwischen eine feste Arbeit.

Ebenfalls unter Alkohol war es am 18. Juni 2017 zu einem Vorfall am Neuruppiner Bollwerk gekommen. „Dort ist der beste Platz zum Feiern, aber auch, um dabei gestört zu werden“, sagte ein 18-jähriger Schüler. Er war mit Freunden in jener Nacht dort feiern. Sie hielten sich in zwei Gruppen auf. Ein Freund kam plötzlich und meinte, sie sollten besser aufbrechen, da „wären ein paar Gestalten, die nichts Gutes im Schilde führen würden“. So vorgewarnt wollte sich auch der 18-Jährige auf den Weg machen.

Angeklagter auf Krawall gebürstet

Zu spät. T. stand schon vor ihm, belegte ihn mit Worten. „Ich sollte meine Taschen leeren und bekam dann einen Schlag“, erinnerte er sich. T. war wohl von Beginn an, wie mehrere Zeugen vor Gericht ausgesagt hatten, auf Streit aus, versuchte, sein Gegenüber in eine Diskussion zu verwickeln. „Es war eine bedrohliche Atmosphäre“, hatte es ein anderer beschrieben. Jedenfalls schlug T. zwei Mal zu.Die Attacke hörte so schnell auf wie sie begonnen hatte. In der Zwischenzeit hatten die Freunde des Opfers die Polizei alarmiert.

Alle drei Angeklagten und die Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil noch im Gerichtssaal an. Es wurde somit sofort rechtskräftig.

Von Dagmar Simons

Mit gut 50 Gästen hat die Industrie- und Handelskammer am Freitag ihren Regionalcenter-Neubau in Neuruppin eröffnet. Das für etwa 500 000 Euro errichtete „Haus der Wirtschaft“ steht direkt gegenüber der Kreisverwaltung an der Neustädter Straße.

18.02.2019

Gleich drei Trickbetrugsversuche gab es in Kyritz, Neuruppin und Wusterhausen. In allen Fällen waren ältere Menschen betroffen. Doch diese zeigten sich wachsam.

15.02.2019

Neuruppin braucht dringend mehr Kitaplätze. Die Wohnungsbaugenossenschaft WBG arbeitet deshalb an einem Plan für eine neue Kita. Aber wie viele Plätze fehlen eigentlich? So richtig weiß das keiner.

14.02.2019