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Neuruppin Der Möhringchor bekommt einen neuen Chef
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01:15 17.05.2019
Armin Jungbluth (l.) übergibt die Leitung des Möhringchores an Dieter Winterle. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

 Seit 54 Jahren leitet Armin Jungbluth Chöre, seit 26 Jahren ist er Chef des Möhringchores – doch nun ist Schluss. Am 26. Mai leitet der 76-Jährige in der Neuruppiner Klosterkirche sein Abschiedskonzert beim Männergesangsverein Alt Ruppin, der 1873 gegründet wurde.

Den Dirigentenstab übernimmt Dieter Winterle. Der 62-Jährige, der seit gut zehn Jahren den Kammerchor Chorisma in Neuruppin leitet, stammt aus der Nähe von Hamburg. Er hat in Berlin Gesang studiert und lebt seit 1998 mit seiner Frau und den zwei Kindern in Neustadt (Dosse). Er ist Musiklehrer an der Grundschule in Walsleben.

Eigentlich wollte er Ingenieur werden

Als Armin Jungbluth den Möhringchor im Oktober 1993 übernahm, bestand das Ensemble gerade mal noch aus 20 Sängern. Also warb der gebürtige Potsdamer, der eigentlich Ingenieur werden wollte und nur, weil es Anfang der 1960er Jahre keinen Studienplatz gab, in Weimar ein Lehrerstudium aufnahm, zunächst nach weiteren Sängern – und fand diese nicht allein in Alt Ruppin und Neuruppin, sondern auch in Herzberg, Rüthnick, Fehrbellin und sogar in Wittstock.

Der Männerchor wuchs auf 60 Mitglieder, derzeit sind es knapp 50, wobei zehn Sänger über 80 Jahre alt sind. „Sie stehen alle Gewehr bei Fuß, wenn man sie braucht. Das ist toll“, sagt Jungbluth.

Er hat, nachdem er während seiner Armeezeit drei Jahre einen Soldatenchor geleitet hat, in Wildberg zunächst einen Kinderchor ins Leben gerufen und später zehn Jahre den „Chor der Werktätigen“ in den Elektrophysikalischen Werken (EPW) in Neuruppin geführt.

„Ein Männerchor braucht eine richtige Kneipe“

Jungbluth liebt die Chormusik und das Zusammensein. „Der Chor ist wie ein Sozialverein.“ Die Mitglieder des Möhringchores freuen sich, gemeinsam Zeit miteinander verbringen zu können. Tradition hat die gemeinsame Fahrt zu Pfingsten ebenso wie der alljährliche Treff in den Sommerferien in einem Garten, bevor die gemeinsamen Proben beginnen. Bei diesen wird Pünktlichkeit groß geschrieben. Montags von 19.30 Uhr bis 21 Uhr werden im Neuruppiner Rosengarten neue Stücke geprobt und alte wieder zum Klingen gebracht.

„Die Leute bleiben bis zum Tode“, sagt Jungbluth, der sich freut, das der Neuruppiner Rosengarten zum Vereinsrestaurant des Möhringchores geworden ist und schon seit Jahren einen Raum für die Proben zur Verfügung stellt. „Ein Männerchor braucht eine richtige Kneipe.“

Programm mit drei Solistinnen

Vorher hatte der Möhringchor im Bürgerhaus im Neuruppiner Neubaugebiet geprobt und davor im Berliner Hof an der Karl-Marx-/Ecke Steinstraße. „Dort sind wir damals rausgeflogen, weil wir angeblich zu laut waren“, erinnert sich Armin Jungbluth und schmunzelt.

Der Dirigent, der jahrelang in der Neuruppiner Musikschule Klavier, Klarinette und Gesang unterrichtet hat, freut sich schon auf das Konzert in der Klosterkirche am 26. Mai. Schließlich wird dieses nicht nur ein besonderes, weil Jungbluth dann den Taktstock an Dieter Winterle überreichen wird.

Vielmehr geben die Sänger im weißen Hemd, blauen Sakko und in hellgrauen Hosen ein Benefizkonzert für die Reparatur und Erweiterung der Orgel in der Klosterkirche. Bei dem Programm wird auch Fontane eine Rolle spielen.

Das Konzert am 26. Mai beginnt um 17 Uhr in der Klosterkirche. Als Solistinnen sind Sylke Eichhorn und Franziska Schneider sowie am Piano Juliane Felsch-Grunow dabei. Moderiert wird das Benefizkonzert von Annely Fiebelkorn.

Von Andreas Vogel

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