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Neuruppin Der Traum vom Haus aus Stroh
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01:16 14.06.2019
Das Musterhaus: Ein Strohballenhaus steht schon seit 2006 in Zippelsförde. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

 Der Neuruppiner Dietmar Schulz ist einem seiner Träume einen Schritt näher gekommen: Der 56-Jährige Baubiologe hat mit Hilfe eines Berliner Anwalts ein Patent für eine Strohballenpresse beantragt.

Ziel ist es, noch in diesem Jahr eine mobile Presse zu bauen, die das Stroh gleichmäßig presst – das wäre die Voraussetzung dafür, dass Stroh als Baustoff anerkannt und genutzt werden kann. Weil derzeit jeder Strohballen unterschiedlich dicht und schwer ist, kommt Stroh in Deutschland zumeist nur als Dämmstoff zum Einsatz.

Vom Bund gefördert

„Beim Bauen mit Stroh wird ein Ur-Instinkt geweckt“, sagt Schulz, der sich noch gut daran erinnert, dass er als Kind oft auf Strohmatratzen geschlafen hat. Daran will der gelernte Instandhaltungsmechaniker, der in Neubeuern in Bayern am Institut für Baubiologie ein Fernstudium absolviert hat, anknüpfen. Schulz wandte sich deshalb an die Industrie- und Handelskammer und hat auch eine Förderung vom Bundeswirtschaftsministerium über das sogenannte Wipano-Programm (Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen) erhalten.

Dietmar Schulz (56) ist Baubiologe, und will, dass Stroh nicht nur als Dämmstoff zugelassen wird, sondern auch als Baustoff. Quelle: Andreas Vogel

Jetzt muss er seine Idee noch aufs Reißbrett übertragen und einen Maschinenbauer finden, der die Presse baut. Diese soll auf Wunsch gleich auf dem jeweiligen Feld zum Einsatz kommen – und die Strohballen in einer Art Endlos-Strang nicht allein gleichmäßig pressen, sondern zudem anschließend auf die gewünschte Länge zuschneiden.

Sorgsamer Umgang mit der Natur

Dietmar Schulz ist der sorgsame Umgang mit der Natur, der Schutz der Umwelt vor Schadstoffen und das Nutzen vorhandener, natürliche Ressourcen wichtig. Das hat er bereits mit seinem Strohballenhaus unter Beweis gestellt, das er 2006 in Zippelsförde errichtet hat. Zwar zeigte sich damals das Kreisbauamt wenig begeistert – zum einen, weil das Haus im Außenbereich errichtet wurde; zum anderen weil Stroh bis heute nicht als Baustoff zertifiziert ist. Gleichwohl steht der „Schwarzbau“ noch heute – und wird von der Forellenfarm als Lager genutzt.

2009 sorgte Dietmar Schulz zudem mit einem roten Holzsofa für Aufsehen, das zur Freude von Passanten und auf den Bus wartenden Schülern einige Monate vor der Pfarrkirche stand und zum Verweilen einlud. Die Idee für das knallige Sitzmöbel hatte eine Arbeitsgruppe von engagierten Bürgern innerhalb des damaligen Stadtforums. Für das Sofa hatte Schulz einen über 1000 Kilogramm schweren Eichenstamm mit Motorsäge, Axt und Hammer bearbeitet.

Das Stroh soll ganz fest gepresst werden

Inzwischen steht das rote Sofa etwas verloren in Molchow. Denn Schulz ist vollauf mit der geplanten Strohballenpresse beschäftigt. Der Brandschutz ist aus Sicht des Neuruppiners dabei kein Problem. „Das Stroh wird so fest gepresst, das qualmt nur.“ Selbst die Materialprüfanstalt habe festgestellt, dass Bewohner eines Strohhauses im Fall der Fälle mindestens 90 Minuten Zeit hätten, um sicher und unverletzt ins Freie zu kommen.

Auf seiner Homepage www.vierelemente.org hat Schulz auch ein Erklärvideo zum Bauen mit Stroh.

Von Andreas Vogel

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