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Neuruppin Retter für mehr als 100 Familien
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Retter für mehr als 100 Familien
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01:16 29.04.2019
Vor wenigen Wochen hat Lutz Malaschöwski (r.) zusammen mit Manfred Wothe aus Neuruppin in Sri Lanka das Theodor-Fontane-Hauses an eine junge Familie übergeben. Quelle: privat
Neuruppin

Lutz Malaschöwski verfolgt die Nachrichten aus Sri Lanka in diesen Tagen besonders aufmerksam. Anschläge mit Hunderten Toten, neue Warnungen, Angst und Entsetzen im Land: Lutz Malaschöwski macht sich Sorgen um das, was dort gerade passiert. „Es ist einfach fürchterlich“, sagt der gebürtige Neuruppiner.

Seit vielen Jahren sind er und seine Frau Barbara mit Sri Lanka sehr eng verbunden. Seit den 80er Jahren betreiben die beiden ein privates Hilfsprojekt. Hunderten Menschen haben sie inzwischen schon ein festes Dach über den Kopf verschafft. Armen Menschen, die sich ohne fremde Hilfe ein eigenes Haus nicht leisten könnten.

So viel Engagement ist außergewöhnlich. 2015 hat Lutz Ma­laschöwski dafür das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse bekommen. Das Verdienstkreuz am Bande wurde ihm schon lange vorher vom Bundespräsidenten verliehen, und Ehrenvorsitzender der SPD ist er in seiner Heimatstadt auch längst.

Nach Neuruppin zieht es ihn immer wieder

Lutz Malaschöwski lebt in Iserlohn, Kontakte in seine alte Heimat Neuruppin hat er aber bis heute. Er verfolgt, was dort passiert und hätte auch sehr gern eine Einladung zur Eröffnungsveranstaltung des Fontanejahres ergattert. Doch das hat leider nicht geklappt.

Bis 1953 lebte der heute 84-Jährige in Neuruppin. Als junger Mann hat er dort eine Lehre als Friseur gemacht. Dann kam der Volksaufstand, Lutz Malaschöwski ist am 17. Juli mit Hunderten anderen auf die Straße gegangen und wurde dafür verhaftet.

2015 hat Lutz Malaschöwski von der Europaministerin in Nordrhein-Westfalen Angelica Schwall-Düren (l.) das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse überreicht bekommen. Zusammen mit seiner Frau Barbara (r.) fährt der 84-Jährige jedes Jahr nach Sri Lanka, um zu helfen. Quelle: Land NRW/Roben Teller

„Ich hab im Gefängnis gesessen“, erinnert er sich. Über vier Monate wurde er von einem Ort in den anderen gebracht. Dann kam er frei und ist in den Westen geflohen.

Kurz hat er als Friseur gearbeitet, später ging Lutz Malaschöwski zur Polizei. Nebenbei hat er sich immer für andere engagiert.

Die Verbindung nach Sri Lanka kam 1980 zustande, ein wenig per Zufall. Er und seine Frau wollten sich eine besondere Reise gönnen. Sie flogen nach Sri Lanka – und waren schockiert von der Armut, die ihnen dort begegnete.

Die Malaschöwskis helfen, wo sie können

Die Malaschöwskis versuchte zu helfen, wo sie konnten: spendeten Töpfe, Möbel, Geld. Jedes Jahr zog es sie wieder dorthin. „Irgendwann haben wir uns dann gefragt, ob wir nicht mehr tun könnten“, erinnert sich der pensionierte Beamte. Wie wäre es, ein Haus zu bauen?

In Sri Lanka ist das ungleich billiger als in Deutschland, für viele Familien dort trotzdem unerschwinglich.

Das erste Haus, das die beiden anschoben, war noch aus Holz, das zweite schon aus Stein. Eines folgte auf das andere. Zu Hause in Deutschland sammelt Lutz Ma­laschöwski Spenden, wo immer es geht. Als Politiker hat er viele Kontakte. Dazu geht er mit dem Bierglas als Spendenbüchse von Fest zu Fest und bittet um kleine Gaben.

Spenden für 114 Häuser und zwölf Kindergärten

Für weit mehr als 100 Häuser haben die Malaschöwskis inzwischen Geld gesammelt. Vor Kurzem hat Lutz Malaschöwski 90 Kilometer von Sri Lankas Hauptstadt Colombo entfernt das 114. Haus an eine junge Familie übergeben. Dazu sind zwölf Kindergärten mit Spenden entstanden.

Auch ein Theodor-Fontane-Haus gibt es dort inzwischen. Die Hälfte der 5000 Euro für dessen Bau hat der Neuruppiner Manfred Wothe aus Spenden dazugegeben, die er gesammelt hatte. Die andere Hälfte hat Lutz Malaschöwski beigesteuert, der auch die Idee zu dem Haus hatte.

Immer im Januar fahren er und seine Frau für mehrere Wochen nach Sri Lanka. Bis dahin sammeln sie für neue Projekte. Wenn Ma­laschöwski im Sommer nach Neuruppin kommt, wird er mit Sicherheit versuchen, auch dort neue Unterstützer zu finden. Mit den Freunden, mit denen er früher Handball gespielt hat, trifft er sich noch immer regelmäßig.

Von Reyk Grunow

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