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Neuruppin Neuer Chef des Aufsichtsrates in der Klinik-Holding
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16:48 19.02.2020
Marco Liebsch ist leitender Physiotherapeut in der Pro-Klinik-Holding. Quelle: Henry Mundt
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Neuruppin

Eigentlich wollte Marco Liebsch (46) nach dem Abitur Jura studieren. „Ich interessiere mich stark für Politik und will Menschen helfen.“

Das stimmt noch heute, dennoch ist Liebsch, der in Salzwedel in der Altmark geboren wurde und im nordthüringischen Nordhausen groß geworden ist, nicht Anwalt, sondern Physiotherapeut geworden – und ist nach einem Studium zu Medizinpädagogik und Sozialwissenschaften in Berlin sowie sechsjähriger Tätigkeit bei der KMG-Klinik in Bad Wilsnack in der Prignitz nunmehr seit gut zehn Jahren leitender Physiotherapeut bei der Pro-Klinik-Holding in Neuruppin.

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Überraschend gegen den Landrat durchgesetzt

Schuld daran hat wohl der Physiotherapeut seines damaligen Fußballvereins der BSG Motor Nordhausen. Dort kickte Liebsch als Jugendlicher und spielte vor allem in der Abwehr und im Mittelfeld. „Ich bin kein begnadeter Techniker gewesen, sondern stets über die Ausdauer gekommen.“ Als Physiotherapeut konnte er seinem Verein lange Zeit treu bleiben.

Inzwischen beschäftigen Liebsch, der verheiratet ist und zwei Jungs hat, die 13 und 15 Jahre alt sind, jedoch ganz andere Dinge. Denn im Dezember ist er zum Chef des Aufsichtsrates der Klinik-Holding gewählt worden, die mit mehr als 2200 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Region ist, und hat sich bei der Wahl überraschend gegen Landrat Ralf Reinhardt (SPD) durchgesetzt.

Klinik-Holding soll nicht privatisiert werden

Liebsch sieht darin nichts Besonderes. Schließlich ist Reinhardt als Landrat weiterhin einziger Gesellschafter der Holding, während der Aufsichtsrat, der aus je sechs Vertretern der Arbeitnehmer und des Kreistages besteht, für die Prozesse innerhalb des Unternehmens zuständig ist. Zudem will Liebsch als Vorsitzender des Aufsichtsrates an der generellen Ausrichtung der Holding nichts ändern. Wichtig sei aber, dass das Unternehmen wirtschaftlich arbeitet, sagt er.

Dinge der sogenannten Daseinsfürsorge wie die Strom-, Wasser- und Gesundheitsversorgung sollten keinesfalls privatisiert werden, so Liebsch. Deshalb sollte die Klinik-Holding, die zu 100 Prozent dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin gehört, auf jeden Fall in kommunaler Hand bleiben. „Die Kindermedizin und die Geburtshilfe können gar keinen Gewinn machen.“ Schon deshalb wünscht sich Liebsch, dass die Politik stärker in die Gesundheitspolititik eingreift und es nicht dem Markt überlassen wird, welche Krankenhäuser angesichts der immer steigenden Kosten überleben.

Neue Ministerin ist noch schwer einzuschätzen

Früher habe das Neuruppiner Krankenhaus von der bedarfsorientierten Förderung profitiert, sagt Liebsch. Doch der Pauschalbetrag, den inzwischen das Land für alle Krankenhäuser in der Mark bereitstelle, reiche nicht aus. „Die Klinik-Holding ist mit ihren 22 Kliniken dezentral aufgestellt, sie hat eine große parkähnliche Landschaftsfläche mit einem hohem Pflegebedarf.“ Zudem sei der Denkmalschutz zu beachten, deshalb bräuchte es eine ganz andere Finanzierung des Krankenhauses, sagt der Aufsichtsratschef.

Liebsch weiß noch nicht, was er von Ursula Nonnenmacher (Grüne) erwarten kann. Dazu sei die Politikerin, die seit November Brandenburgs Gesundheitsministerin ist, noch zu kurz im Amt. Zudem „grätsche“ immer wieder der Bund in die Gesundheitspolitik rein. Deshalb sei es schwer einzuschätzen, ob die Länder die Hoheit über die Krankenhäuser behalten werden.

In seiner Freizeit liest Liebsch übrigens gern Krimis des Norwegers Jo Nesbo – und geht mit seinen Jungs zu Fußballspielen von Union Berlin.

Von Andreas Vogel

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