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Neuruppin Die Wä, die Wä!
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16:30 24.02.2013
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NEURUPPIN

. So klingt der Auftakt zum Konzert des Berliner Quartetts „Vokalzeit“ am Samstagabend in der Neuruppiner Siechenhauskapelle, das bis zum Schlussakkord derart vergnüglich bleibt.

15 Chansons und Klassik-Parodien stehen im Programm des Abends, an dem im Kirchlein nur einige wenige Plätze freigeblieben sind. 18 Titel sollen ’s werden, denn das Publikum ist hingerissen von den Herren, die im Stile der Comedian Harmonists durch die Geschichte der Klassik tanzen. In Lackschuhen, versteht sich. Die von Philip Mayers am Klavier gespielten Melodien hat jeder im Ohr – die draufgesetzten Geschichten steuern stets auf mindestens eine Pointe zu – in der Version von Luigi Boccherinis Menuett sogleich im flott vorgetragenen Thema: „Hannelore komm, wir woll’n ins Kino gehen! Hannelore komm, lass uns den Film ansehen!“ Der Tenor Holger Marks schwingt sich mit Hannelore so kristallklar in die hohen Schlenker, dass es eine Freude ist.

Ein Glanzlicht seines Repertoires setzt der selbst ernannte „gesundgeschrumpfte Männerchor“ mit seiner mathematischen Loreley. Auf Friedrich Silchers Melodie legen die komödiantisch Harmonierenden sehr frei nach Heinrich Heine eine herzerweichende Definition zum Satz des Pythagoras. Am Busen der schönsten der Hypotenusen schlummert hier – ganz klar: ein holdes Kathe-he-ten-paar. „C’est si bon“, ein Titel „auf dem Glatteis des fremdsprachigen Gesangs“, wird vom einzigen Sänger mit kurzem Volkshochschul-Französischkurs voll Wonne angekündigt – als „Sexy Bon“. Der Rest läuft wie von selbst.

Geht’s ausnahmsweise nicht um humoreske Petitessen, entfalten Holger Marks, Markus Schuck, Michael Timm und Oliver Gwalik zwischen Tenor und Bass eine Stimmbandbreite, die gar nicht ahnen lässt, dass hier keine Stammbesetzung auf der Bühne steht. Dvoraks „Eine kleine Frühlingsweise“ – blumigst betextet von den Comedian Harmonists – klingt bei „Vokalzeit“ derart lieblich, dass einem der Winter draußen kurz ganz schnuppe wird.

Selbst ihren musikalischen Nachschlag würzen die vier Parodisten vom Rundfunkchor der Hauptstadt noch mit ihrer ganzen Liebe, die musikalisch zwischen romantischen Meistern und Evergreen-Versionen schwankt. Eine Hommage an Onkel Fritz aus Neuruppin darf da nicht fehlen.

Viel bemerkenswerter ist die ulkig umgekrempelte Version von „Guter Mond, du gehst so stille“. Darin blickt Frau Luna hinab auf einen „guten Mann“, der durch die Straßen schlendert, sich geraume Zeit in einem karg beleuchteten Haus aufhält und lauthals singend den Heimweg antritt. Man ahnt es schon: Er „umarmt“ eine Laterne und „verbeugt“ sich „an einem Holderbusch“ – kurzum: Er hat die Hucke nach der Kneipe ganz gestrichen voll.

Da bleibt nur eine Frage offen: Wer hat an der Uhr gedreht? Mit ihr verabschieden die Berliner ihr Publikum, in dem viele Sänger sitzen – nach drei enthusiastisch erklatschten Zugaben. Den Schlussakkord hört Gastgeberin Gabi Lettow ganz besonders gern: „Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage.“

Das nächste Konzert in der Siechenhauskapelle findet am Sonntag, 10. März, statt. Um 15 Uhr ist dann das Streicher-Ensemble „Collegium Instrumentale“ zu Gast. (Von Juliane Becker)

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