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Neuruppin Die Wahl vor der Wahl
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18:21 30.08.2019
Im Neuruppiner Schinkelgymnasium zählten Schüler am Freitagmittag die Stimmen bei der Juniorwahl aus. Die Ergebnisse gibt es aber erst am Montag. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin/Fehrbellin

Rund 750 Schüler des Neuruppiner Oberstufenzentrums haben es schon hinter sich, ebenso wie die 7. bis 12. Klassen in der Evangelischen Schule und im Neuruppiner Schinkelgymnasium: Sie haben sich vor der Landtagswahl am Sonntag bereits an der sogenannten Juniorwahl beteiligt. Bei dieser standen dieselben Politiker und Parteien zur Wahl wie bei der Landtagswahl im Altkreis Neuruppin. Die Juniorwahl soll nur ein Stimmungsbild unter den jungen Leuten abgeben. Diese Daten fließen aber nicht in das offizielle Ergebnis der Landtagswahl ein.

Offen ist, wer bei den Jugendlichen vorn liegt. „Die Ergebnisse werden erst nach Schließen der Wahllokale am Sonntag veröffentlicht, um niemanden zu beeinflussen“, sagt Tobias Freutel. Der 31-Jährige ist Politiklehrer am Schinkelgymnasium und hat gemeinsam mit seiner Kollegin Monika Schönfeld das Wahlprozedere betreut. Denn bei diesem stellen die Schüler auch die Wahlhelfer und Wahlvorstände und zählen zudem die Stimmzettel aus, die nur etwas kleiner als die Orginale sind.

Drei Männer stehen in Fehrbellin zur Wahl

Während das Oberstufenzentrum und das Schinkelgymnasium die Ergebnisse der Juniorwahl erst am Montag öffentlich machen, werden die Resultate der Evangelischen Schule vermutlich schon am Sonntagabend bekanntgegeben – bei der Wahlparty, die ab 17 Uhr im Schülercafé Tasca an der Regattastraße steigt.

Rund um Neuruppin wird am Sonntag aber nicht nur darüber abgestimmt, wer künftig im Landtag sitzen soll. Parallel dazu finden auch noch weitere Wahlen statt. Fehrbellin sucht einen Nachfolger für Bürgermeisterin Ute Behnicke, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antritt. Drei Männer haben sich für ihren Posten beworben: Mathias Trypke (47) aus Walchow ist parteilos und geht für die Linken ins Rennen. Dazu kommen Sven Bellin (39, parteilos) aus Betzin und der Fehrbelliner SPD-Mann Mathias Perschall (42).

Stichwahl wäre am 15. September

Neuer Bürgermeister von Fehrbellin wird, wer am Sonntag mehr als 50 Prozent aller Stimmen für sich verbuchen kann – vorausgesetzt, diese machen auch mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigen aus. Ansonsten gibt es am 15. September eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

In zwei Dörfern von Fehrbellin werden am Sonntag zudem Ortsbeiräte gewählt – in Königshorst und in Manker. Auch im Neuruppiner Ortsteil Krangen sollte eigentlich am Sonntag ein neuer Versuch starten, einen Ortsbeirat zu bilden. Doch wie schon bei der Kommunalwahl Ende Mai hat sich dort auch diesmal kein Bewerber gefunden. Die Wahl wurde deshalb wieder abgesagt. In Nietwerder gibt es hingegen Bewerber für einen neuen Ortsbeirat. Aus organisatorischen Gründen findet die Wahl des neuen Ortsbeirates aber erst am 27. Oktober statt.

Die Parteien haben ihren Wahlkampf um den Landtag bis zum letzten Tag geführt. In den vergangenen Wochen waren deshalb immer wieder prominente Politiker in der Region. Die Bündnisgrünen hatten zuletzt am Donnerstag die bekannte Europapolitikerin Ska Keller nach Neuruppin geholt, für die SPD kam am Freitag Bundesfinanzminister Olaf Schulz in die Fontanestadt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (r., Pro Ruppin) Quelle: Reyk Grunow

Neun Direktkandidaten treten im Altkreis Neuruppin an. Dieser umfasst die Gemeinden Neuruppin, Rheinsberg, Fehrbellin und die beiden Ämter Fehrbellin und Temnitz. Die Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Insgesamt gibt es im Altkreis Neuruppin knapp 50.000 Wahlberechtigte.

Schon mehr als 5200 Briefwähler

Wer am Sonntag keine Zeit hat, konnte sein Stimme bereits vorab per Briefwahl abgeben. Das wurde reichlich genutzt. Bis Donnerstag, 16 Uhr, waren beim Kreiswahlleiter Dietmar Tripke bereits mehr als 5200 Wahlbriefe eingegangen. Sie werden wie alle anderen erst am Sonntagabend ausgezählt.

Bei der Landtagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen, eine für den Direktkandidaten und eine für eine Partei oder Wählergemeinschaft. Vor fünf Jahren hatte die Rheinsbergerin Ulrike Liedtke den Wahlkreis für die SPD als Direktkandidatin gewonnen.

Von Andreas Vogel und Reyk Grunow

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