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Neuruppin Märchen vor vollem Haus
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17:22 10.12.2018
Der Verein Lentzker Luchleben führte wie in jedem Jahr vor vollem Saal ein Märchen auf. Diesmal: Rapunzel.
Der Verein Lentzker Luchleben führte wie in jedem Jahr vor vollem Saal ein Märchen auf. Diesmal: Rapunzel. Quelle: foto: Dagmar Simons
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Lentzke

„Ich verrate nur so viel: blondes Haar“, kündigte Lentzkes Ortsvorsteher Hans-Peter Erdmann die Märchenaufführung an. Traditionell bringt der Verein Lentzker Luchleben jedes Jahr zur Weihnachtsfeier ein Märchen auf die Bühne im Weißen Haus.

Rapunzel, lass dein Haar herunter

Diesmal stand Rapunzel der Gebrüder Grimm auf dem Programm. Mehr als 100 Besucher vom Kleinkind bis zum Senior wollten sich am Sonnabend das Schauspiel nicht entgehen lassen – und amüsierten sich köstlich. Die Laienschauspieler gaben ihr Bestes – und das mit viel komödiantischem Talent. Wie etwa, als die Mutter von Rapunzel theatralisch deutlich machte, dass sie in der Schwangerschaft vor Verlangen nach Rapunzeln, also Feldsalat, bald umkam.

Viel Applaus für die Laienschauspieler

Immer wieder wurde geklatscht und viel gelacht. Dass die Darsteller selbst ihre Freude am Spielen hatten, war deutlich zu spüren. Auch Zwischenrufe waren erlaubt. So rief ein Kind beim Anblick des Königs: „Der Weihnachtsmann“.

Als der Prinz von der bösen Zauberin mit einem Bann belegt zu Boden sank, rief die kleine Tochter auf dem Arm der Großmutter erschrocken: „Meine Mama ist umgefallen.“ Sie stand wieder auf und weiter ging das Spiel. Nach einer halben Stunde kam das Happyend: Prinz und Rapunzel lagen sich in den Armen – unter dem großen Applaus der Zuschauer.

Ortsvorsteher versprach neues Märchen im kommenden Jahr

„Und wenn sie nicht gestorben sind, gibt es im nächsten Jahr wieder ein Märchen“, sagte Ortsvorsteher Erdmann. Doch erst einmal servierten die Schauspieler noch im Kostüm die Kuchen, bei denen sich die Frauen des Ortes wieder selbst übertroffen hatten.

Bereits seit 20 Jahren stellt sich der Verein jedes Jahr auf die Bühne. Wie Vereinschefin Katja Lorenz berichtet, treffen sich die Mitglieder Mitte Oktober, um über das nächste in Frage kommende Märchen zu beratschlagen.

Haben sie sich geeinigt, schreibt jede sich die Rolle auf den Leib. Dann wird geübt: Erst zweimal pro Woche, gegen Ende hin fast täglich. Dass sich dieser Einsatz lohnt, haben ihnen die Zuschauer gezeigt. Aber auch die Aktiven profitieren.

„Es ist ein schönes Gefühl, etwas zustande zu bekommen und zu sehen, wie sich die Leute amüsieren“, sagte Katja Lorenz.

Von Dagmar Simons