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Neuruppin Drei Partys zu Halloween im Hangar
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Drei Partys zu Halloween im Hangar
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16:36 28.09.2019
Im Hangar ist alles für Halloween vorbereitet. Quelle: Anja Reinbothe
Neuruppin

Sie sind weit gereist, um das Fürchten zu lehren: Gerippe, zahnlose Hexen und Monstergestalten in Menschengröße. Christian Juhre, Betreiber des Hangar-312, hat das Gruselkabinett eigens aus Nordrhein-Westfalen nach Neuruppin auf den alten Flugplatz geholt.

Noch harren die düsteren Gestalten auf der Empore im Dunkeln auf ihren Einsatz. Nur ein Gerippe hängt mit breiten Grinsen im schummrigen Licht an einer Straßenlaterne und hält den Flyer in der Hand, der alles verrät. „Wir feiern drei Tage lang mit Groß und Klein Halloween“, lüftet nun auch Christian Juhre das Geheimnis. „Den Anfang macht eine Party am 31. Oktober für Kinder. Ab 15 Uhr können sie mit ihren Eltern zu uns kommen.“

Ein schaurig-schönes Werk von Maskenbildnerin Janine Kusche. Quelle: Anja Reinbothe

In kindlich-gruseliger Atmosphäre zeigt das Team vom Hangar-312 das Geister-Kino „Casper“ bei Popcorn, Slush-Eis und Getränken. Im Film bekommt der Geistertherapeut James Harvey den Auftrag, die Geister einer Villa zu vertreiben. Vielleicht machen die kleinen Gäste das dann ebenfalls in der ehemaligen Flugzeuggarage. Auch hier soll es manchmal spuken, sagt Juhre augenzwinkernd.

Schaurig-schöne Deko. Quelle: Anja Reinbothe

Die Eltern können ihre Kinder aber während der Party gut im Blick behalten, denn es gibt einen „Elterngarten“. Nach dem Kino steht ein Halloween-Buffet bereit, meint der Veranstalter: „Kindgerechte Snacks im Grusellook.“ Auch Kürbisschnitzen ist angedacht. Die orangefarbenen Früchte kommen vom Spargelhof Kremmen.

Nach dem Essen können sich die kleinen Geister, Vampire und Hexen austoben. „Wir machen Disco mit Kinderliedern und fetziger Musik“, sagt der 39-jährige Veranstalter und betont, dass Verkleiden erwünscht ist. Wer möchte, kann sich von einem Profi standesgemäß ein Grusel-Make-up verpassen lassen, passend zum Kostüm.

Double-Puppen für Theater und Film

Die gelernte Maskenbildnerin Janine Kusche, die im August auch die Darsteller der Neuruppiner Theaterrevue „Effi in der Unterwelt“ eindrucksvoll verwandelt hat, wird mit ihren Utensilien im Hangar-312 bereitstehen. „Seit fünf Jahren schminke ich in Berlin eine Truppe von sechs bis neun Leuten für eine große Halloweenparty“, erzählt die ehemalige Hauptstädterin, die seit einiger Zeit in Rohrlack wohnt, am Telefon.

Im Verwandeln hat die 30-Jährige ohnehin jede Menge Übung. Während andere ihrer Kollegen das Schöne am Wesen hervorzaubern, haben es Kusche die schaurigen Inszenierungen angetan. „Ich mache lebensgroße Double-Puppen für Theater und Film an“, sagt sie, „tote Wölfe, Zombihirsche oder auch mal ein Eichhörnchen, das erschossen wurde.“

Veranstalter Christian Juhre Quelle: Anja Reinbothe

Gerade sitzt sie an einer Frühgeburt. Mit medizinischem Modellbau kennt Janine Kusche sich aus. „Für die medizinische Ausbildung fertige ich beispielsweise einen Torso an, bei dem das Brustbein gespreizt wird.“ Ihr Handwerk hat sie sich selbst beigebracht. „Das kommt mit der Zeit. Ich überlege, was sinnvoll ist. Dazu schaue ich mir OP-Videos an, wie mit Säge und Flex das Brustbein zerlegt wird. Dann bin ich froh, dass es bei mir nur Silikon ist.“

All ihr Know-how lässt sie an Halloween einfließen und hilft mit, den Hangar-312 zu gestalten. „Wenn wir schon aufwändig dekorieren, dachten wir, bieten wir gleich noch mehr an“, erklärt Christian Juhre. Am 1. November folgt daher für große Leute ab 18 Uhr eine Horror-Film-Nacht. Vier Gruselstreifen werden gezeigt, unter anderem „Es“ aus dem Jahr 2017 und „Poltergeist“. Um Mitternacht sorgt der Gruselschocker „Evil Dead“ zum Abschluss für Schnappatmung.

Rostocker Rock-Band „Bad Penny“ spielt

„Samstag mündet Halloween in eine Party für Erwachsene“, kündigt Juhre an. Ab 20 Uhr tritt die Rostocker Rock-Band „Bad Penny“ auf. „Sie macht irischen Folk und damit richtig Stimmung. In Neuruppin hat die Band öfter im Irish Pub gespielt, ansonsten bereits auf mehreren Halloween-Partys.“

Für die Verwandlung sorgte Maskenbildnerin Janine Kusche. Quelle: Anja Reinbothe

Zu Recht. In Irland hat Halloween unter anderem seine Wurzeln. Das Wort leitet sich von „All Hallows’ Eve“, dem „Abend vor Allerheiligen“, ab. Vermutlich geht es auf eine Tradition der alten Kelten zurück, die vor Jahrhunderten in Irland, Schottland und anderen Gebieten Europas lebten. Sie feierten eine Art Totenfest mit dem Namen „Samhain“, das Ende des Sommers.

Später, im 19. Jahrhundert, pflegten irische Einwanderer in den USA ihre heimischen Rituale, verkleideten sich möglichst gruselig, um den Tod, der in jener Nacht besonders nahe war, auf diese Art überlisten zu könnten. Zudem schnitzten sie Laternen aus Rüben. Da es in Nordamerika viele Kürbisse gab, entwickelte sich wiederum nach und nach der Brauch, ausgehöhlte Kürbisköpfe in Fratzen zu verwandeln. Seit den 1990er Jahren verbreiten sich die amerikanischen Halloween-Bräuche in Deutschland.

„Auch bei uns kann es ruhig gruselig werden“, sagt Hangar-312-Betreiber Christian Juhre. „Die Leute selber sind ja auch Deko.“ Dass sich die Gäste in andere Wesen verwandeln, unterstützt wieder Janine Kusche und steht mit ihrer Profi-Schminke bereit. Normalerweise benötigt die gebürtige Norddeutsche im Schnitt bis zu einer Dreiviertelstunde für ein Grusel-Make-up. „Soviel Zeit ist im Hangar nicht, da sind es eher zehn Minuten pro Person“, sagt Kusche. Am besten sei es, wenn die Gäste grundgeschminkt sind, und sie verfeinert mit Details.

„Russendisko“ mit Wladimir Kaminer

Maskenbildnerin Janine Kusche Quelle: Privat

Weit vor Halloween stimmt das Team vom Hangar-312 schon auf den Herbst ein und zündet ein Feuer an. „Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an das Riesen-Osterei, das wir wegen der Waldbrandgefahr im April nicht abbrennen konnten“, sagt Juhre. „Es lag nicht nur daran, sondern auch, weil das Ei eine Birne war.“ In genau solch eine verwandelt der Neuruppiner das selbstgebaute Holzei nun, das am 12. Oktober angezündet wird. „Mit dem ersten Neuruppiner Oktoberfeuer starten wir eine neue Tradition, die wir ab jetzt jedes Jahr veranstalten.“

Fast schon Tradition dagegen ist die „Russendisko“ mit Wladimir Kaminer im Hangar-312. Jahrelang fanden seine wilden Partys im Berliner „Kaffee Burger“ in der Torstraße statt. Nun legt er die Hits, ein Mix aus russischer Folklore und modernen Pop-Elementen, wieder im Hangar-312 auf, und zwar am 23. November. Mehr noch: Der Bestseller-Autor liest am 1. Dezember aus seinem aktuellen Buch „Liebeserklärungen“. Volles Programm also im Hangar-312.

Alle anstehenden Veranstaltungen im Hangar-312

12. Oktober: 1. Neuruppiner Herbstfeuer, ab 18 Uhr, Eintritt frei

31. Oktober: Kinder-Halloween, 15 bis 20 Uhr, mit Kinder-Kino sowie -Disco, Grusel-Buffet, Schminken und Kürbisschnitzen. Eintritt Kinder 10 Euro (inkl. Buffet, exkl. Getränke), Erwachsene 5 Euro. Zutritt nur in Begleitung aufsichtsberechtigter Erwachsener!

1. November: Horror-Film-Nacht, ab 18 Uhr. Eintritt 12,50 Euro und erst ab 18 Jahre.

2. November: Halloween-Party für Erwachsene, ab 20 Uhr, mit der Folkrock-Band „Bad Penny“ und vielen Überraschungen. Eintritt 15 Euro.

23. November: Russendisko mit Wladimir Kaminer, ab 19 Uhr, Eintritt 12,50 Euro.

1. Dezember: Lesung „Liebeserklärungen“ mit Wladimir Kaminer, 17 bis 20 Uhr, Eintritt 19,50 Euro.

31. Dezember: Silvester-Party, ab 20 Uhr, mit Musik und Buffet. All-Inklusive-Preis 70 Euro für Erwachsene und 35 Euro für Kinder bis 16 Jahre.

Tickets gibt es bei Foto Schubert in der Karl-Marx-Straße 90 in Neuruppin oder unter www.hangar-312.de. Der Hangar-312 befindet sich im Hugo-Eckener-Ring 40 in 16816 Neuruppin.

Von Anja Reinbothe

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