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Neuruppin Drückjagdsaison: Darauf sollten märkische Autofahrer achten
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10:14 16.11.2019
Ein Jäger befestigt ein Warnschild, das darauf hinweist, das in diesem Waldgebiet eine Drückjagd stattfindet. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Alt Ruppin

Wer in den Wintermonaten in Brandenburgs Wäldern mit dem Auto unterwegs ist, sollte es nicht zu eilig haben. Von November bis Januar finden in den Feld- und Waldrevieren Bewegungsjagden statt.

Am Straßenrand wird durch zusätzliche Schilder wie Wildwechsel und den Zusatz „Achtung Treibjagd“ darauf aufmerksam gemacht, denn Wildtiere oder Jagdhunde können unvermittelt die Straße überqueren. Oftmals begrenzen auch aufgehängte Stoff-Lappen das Jagdgebiet, um die Hunde und das flüchtende Wild in eine bestimmte Richtung zu lenken und um ein Ausbrechen aus dem Treiben zu verhindern.

Jagdgäste aus Holland und Dänemark

Die Bewegungsjagden sollen dazu beitragen, den Wildbestand möglichst effektiv zu reduzieren. Etwa 50 Prozent der Jahresstrecke wird in Brandenburg auf Bewegungsjagden erlegt. „Wir rechnen mit 80 bis 120 internationalen Gästen“, sagt Carsten Sander von der Landeswaldoberförsterei Alt Ruppin. Sie kommen vor allem aus Dänemark und Holland.“

Erlegt werden Damwild, Rotwild, Schwarzwild und Rehe. Sie können in Brandenburg bis zum 31. Januar gejagt werden. „Wir orientieren uns natürlich auch an unserem Streckenplan, der noch nicht vollständig erfüllt ist, mit Ausnahme alter Rothirsche“, sagt Carsten Sander. „Angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest wollen wir natürlich auch die Zahl der Wildschweine reduzieren.“

Wenn das Wild von Treibern und Hunden aus dem Versteck aufgescheucht wird, geht alles blitzschnell und die Jäger müssen genau Alter, Geschlecht und Gewichtsklasse erkennen. Leittiere und Bachen sollten möglichst verschont werden, denn es besteht die Gefahr, dass die dann verwaisten Frischlinge verhungern.

Ein Jäger sitzt auf einem Hochsitz bei einer Drückjagd und wartet auf das Wild, das durch den Wald getrieben wird. Quelle: dpa

Besonders im Winterhalbjahr werden junge Waldbäume durch das Wild geschädigt. Sind die Leittriebe junger Bäume abgefressen, kann keine neue Waldgeneration aufwachsen und der Waldumbau zu naturnahen Mischwäldern wird dadurch stark beeinträchtigt. Eine Alternative wären Schutzzäune, die aber die Kasse des Landes beträchtlich schmälern würden, denn ein Drittel der Landesfläche ist Wald.

„Bei jeder Jagd muss man jetzt auch mit dem Wolf rechnen“

Bei einer Bewegungsjagd werden die Wildtiere durch Treiber und Hunde langsam in Bewegung versetzt, damit sie an den wartenden Jägern vorbei laufen und diese das Wild erlegen können. Bevor eine Drückjagd vonstatten geht, wird ein Jagdkonzept erstellt, das genau festlegt, welche Kanzeln besetzt werden.

Öffentliche Straßen und Wege werden abgesichert. Viele Verkehrsteilnehmer lassen sich von den Schildern allerdings nicht beeindrucken. „Streckenposten beobachten immer wieder, dass vor allem Lastkraftwagen ungebremst durchbrettern“, sagt Carsten Sander.

„Bei jeder Jagd muss man jetzt auch mit dem Wolf rechnen“, fügt er hinzu.„Deshalb statten viele Jäger ihre Hunde mit Schutzwesten aus.“ Im Januar 2019 wurde ein Wolf von einem niederländischen Jagdgast bei einer Drückjagd im Kreis Potsdam-Mittelmark erschossen, weil er die Jagdhunde attackiert hatte. Bereits im Herbst 2017 gab es einen ähnlichen Vorfall in Brandenburg.

Leuchtende Kleidung ist Pflicht

Da Unfälle bei dieser Jagdart immer wieder aufgetreten sind, ist signalfarbene Kleidung für alle Teilnehmer Pflicht. Nach dem Signal „Aufbruch zur Jagd“ nehmen die Jäger ihre Plätze auf den Hochsitzen ein; dann kann das Treiben beginnen. Nach Beendigung des Treibens wird das erlegte Wild geborgen, zum Sammelplatz gebracht und ausgeweidet. Wird ein Tier nicht sofort gefunden, erfolgt später eine Nachsuche.

Zum jagdlichen Brauchtum gehört das Strecke legen, wenn die Jagd beendet ist. Das erlegte Wild wird in einer bestimmten Reihenfolge auf den Boden gelegt und die erfolgreichen Jäger bekommen einen kleinen Zweig – den Bruch – überreicht, der an den Hut gesteckt wird.

Die Jagdhornbläser widmen dann jeder Wildart ein entsprechendes Signal. Mit „Jagd vorbei“ und dem anschließenden „Schüsseltreiben“ ist die Jagd dann beendet.Ein Teil des erlegten Wildes kann in der Oberförsterei Alt Ruppin erworben werden. Allerdings werden dort nur ganze Tiere verkauft. „Komplett mit Haut und Haar“, sagt Carsten Sander.

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Von Cornelia Felsch

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