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Neuruppin Ein neues Zuhause für die Hochschule
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Ein neues Zuhause für die Hochschule
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01:15 19.05.2019
Medizinstudenten der MHB versorgen "Patienten" im Schockraum des Hauses D, das am Donnerstag übergeben wurde. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Das passt: In der medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) sollen ab dem Sommersemester 2020 knapp 100 angehende Mediziner ihr Studium aufnehmen können, das sind doppelt so viele wie bisher. „Brandenburg braucht mehr Ärzte und die MHB wächst und gedeiht“, sagte Präsident Edmund Neugebauer am Donnerstag, als die Hochschule im Festsaal der Ruppiner Kliniken die Eröffnung ihres neuen Lehr- und Forschungsgebäudes feierte.

Für sieben Millionen Euro umgebaut

Bei dem Gebäude handelt es sich um das Haus D auf dem Klinikgelände, den einstigen Maßregelvollzug, in denen Straftäter wie Frank Schmökel untergebracht waren. Das Neuruppiner Krankenhaus hat das Haus in den vergangenen zwei Jahren für rund sieben Millionen Euro völlig umbauen lassen – damit die Studenten in dem Gemäuer beste Bedingungen für ihren Unterricht haben. Dazu gehören für Übungszwecke auch ein Simulations- und ein Schockraum im Keller. Einen großen Vorlesungssaal gibt es dagegen im Haus D nicht. Der sei auch nicht notwendig, sagte Neugebauer, da der praxisnahe Unterricht in Kleingruppen angeboten werde.

„Wir eröffnen ein neues Zuhause, das ist ein Zeichen für Aufbruch und Optimismus“, so der Präsident. An der MHB, die im Oktober 2014 gegründet wurde, lernen derzeit bereits mehr als 400 Studenten in Neuruppin und in der Stadt Brandenburg, die von gut 35 Professoren unterrichtet werden. Zwar ist es laut Neugebauer noch nicht ganz klar, wie das geplante Aufstocken der Medizinstudenten gestemmt werden könne – die MHB rechnet dabei fest mit einer finanziellen Hilfe des Landes. Doch sind weitere Ziele längst gesetzt. So wurde in Kooperation mit den Universitäten in Potsdam und Cottbus eine Fakultät für Gesundheitswissenschaften gegründet.

Neuer Studiengang soll im Wintersemester starten

In dem neuen Studiengang soll ab dem Wintersemester 2019/2020 in einem Masterstudiengang sogenannte Versorgungsforschung betrieben werden. Dabei geht es darum, zu ergründen, wie Forschungsergebnisse möglichst schnell und sicher den Patienten nutzen können. „Wir brauchen gute Wissenschaftler und dafür brauchen wir den Nachwuchs“, sagte Neugebauer. Denn die Ursache vieler Krankheiten sei immer noch unklar.

„Wir haben mehr Platz, es gibt kürzere Wege und engeren Kontakt untereinander“, sagte Jannis Schwanemann. Der 21-Jährige aus Cuxhaven ist Medizinstudent im dritten Studienjahr und freut sich ebenso wie Annika Volkmar (22) aus Grünheide aus Oder-Spree über das „schöne, neue Wohnzimmer“. Dieses rege nicht allein zum Lernen, sondern auch zum Austauch und Plaudern zwischen Psychologen und Medizinern an, sagte Volkmar, die sich im ersten Semester befindet.

Ein goldener Schlüssel

Mit dem Haus D habe die „verrückte Idee“, im Land Brandenburg endlich eine medizinische Hochschule zu etablieren, einen vorläufigen Höhepunkt gefunden, sagte Prodekan Thomas Stamm, der für Studium und Lehre an der MHB verantwortlich ist. Dekan Markus Deckert ging noch einen Schritt weiter. Deckert sprach von einer bundesweit wohl einmaligen Geschichte, dass ein Krankenhaus eine Universität gründet.

Gunnar Pietzner, einer der Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, genoss die Lobesworte – und überreichte den symbolischen goldenen Schlüssel für das Haus D.

Schlüsselübergabe für die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin, von links: Thomas Stamm (Prodekan Studium u. Lehre), Markus Deckert (Dekan) Gunnar Pietzner (Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken) Quelle: Peter Geisler

Von Andreas Vogel

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