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Neuruppin Neuruppin: Das Ende der Gemeinsamkeit?
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17:26 20.06.2019
Seit 15 Jahren haben die Neuruppiner Ortsteile ihre gemeinsamen, Erntefest gefeiert. Nicht immer war die Organisation ganz einfach. Quelle: Peter Geisler
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Radensleben

Nach 15 Jahren ist die Idee eines gemeinsamen Erntedankfestes aller Neuruppiner Ortsteile jetzt wohl endgültig gestorben. In diesem Jahr soll es zwar wieder ein Fest geben, an dem sich möglichst viele Dörfer beteiligen wollen: am 21. September in Radensleben. Aber es wird kein Erntedankfest mehr sein, sagt Ortsvorsteher Hardy Richter: „Die Idee hat sich überholt.“

Aufgebracht hatte sie Richters Amtsvorgänger Erhard Schwierz 2004. Er hatte vorgeschlagen, ein gemeinsames Fest zu organisieren, um so zum Einen die Verbundenheit der Ortsteile zu fördern und zum Anderen der Kernstadt zu beweisen, was die Dörfer leisten können. Radensleben hatte 2005 mit großem Erfolg das erste gemeinsame Erntefest organisiert.

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Die Erntefeste sind seit Jahren ein Problem

Doch die Idee, dass alle gemeinsam etwas organisieren, war in den vergangenen Jahren immer mehr verloren gegangen. Manche Ortsteile haben sich an den Festen nur sporadisch beteiligt, einige gar nicht.

In manchen Jahren hat sich gar kein Ortsteil gefunden, der den Hut aufhaben wollte. Und wenn sich dann doch einmal die Einwohner in einem Ortsteil breitschlagen ließen, blieben sie weitgehend auf sich gestellt.

2018 hatte Nietwerder erstmals statt eines Erntefestes eine Kirmes organisiert und damit die Weihe seiner Kirche vor 150 Jahren gefeiert. Ortsvorsteher Wolfram Händel hatte über Monate um Unterstützung in den anderen Ortsteilen geworben. Doch die Resonanz war ernüchternd.

Spiele und Trachten statt eines Umzugs

Die Radenslebener planen in diesem Jahr eine Art Oktoberfest. Aber auch sie hoffen, dass sich viele Gruppen aus den anderen Orten beteiligen. Hardy Richter fährt in diesen Tagen von einer konstituierenden Sitzung der neuen Ortsbeiräte zur nächsten, um für die Idee zu werben.

„Je ausgefallener die Vorschläge sind, umso besser“, sagt er. Statt eine Ernteumzugs sind diesmal unter verschiedene Wettkämpfe geplant, an denen sich jeder Ort mit eigenen Mannschaften beteiligen kann.

Die Radenslebener Wiesn-Macher suchen außerdem noch nach alten Trachten, die es in früherer Zeit in der Region gab.

Wer mitmachen will, kann sich unter radensleben@neuruppin-stadt.de an Hardy Richter wenden.

Von Reyk Grunow

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