Erfolgreicher Protest: Die L 18 bleibt Landesstraße
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Neuruppin Erfolgreicher Protest: Die L 18 bleibt Landesstraße
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16:35 25.02.2020
Die L 18 zwischen Neuruppin und Herzsprung wird häufig als Ausweichstrecke genutzt, wenn es auf der Autobahn A 24 mal wieder gekracht hat.
Die L 18 zwischen Neuruppin und Herzsprung wird häufig als Ausweichstrecke genutzt, wenn es auf der Autobahn A 24 mal wieder gekracht hat. Quelle: Celina Aniol
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Neuruppin

Die Landesstraße L 18 zwischen Herzsprung und Wittstocker Allee in Neuruppin bleibt eine Landesstraße und wird nicht zu einer Kreisstraße abgestuft. Darauf haben sich Landrat Ralf Reinhardt (SPD) und Edgar Gaffry, der Vorstandschef des Landesstraßenbetriebes Brandenburg, bei einem Gespräch geeinigt, informierte Vize-Landrat Werner Nüse (SPD) am Montagabend den Wirtschafts- und Bauausschuss des Kreistages.

Umleitungsstrecke für die Autobahn

Damit hat sich der Landkreis durchgesetzt. Nüse hatte in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass man zwar nicht generell gegen ein Abstufen von Straße sei, es aber ablehne, die Landesstraße L 18 zu übernehmen – weil über diese gut 30 Kilometer lange Strecke zwischen Herzsprung und Neuruppin regelmäßig der Umleitungsverkehr rollt, wenn die A 24 nach einem Unfall mal wieder gesperrt ist. An dieser Situation wird sich vermutlich kaum so schnell etwas ändern, da die Autobahn nicht sechsspurig ausgebaut wird.

Gleichwohl gehörte die L 18 bisher zu den elf Straßenabschnitten mit einer Gesamtlänge von etwa 130 Kilometern, die das Land in Ostprigitz-Ruppin gern abtreten will. Dazu zählen auch die L 164 zwischen Walchow und Herzberg sowie L 167 zwischen Neuruppin und Radensleben.

Auch die CDU hält an der Straßenabstufung fest

An diesen Plänen halte die Landesregierung fest, auch wenn der Bereich jetzt von der CDU verantwortet werde, so Nüse. „Das Abstufungsprogramm wird weiter gemacht.“ Allerdings wird es wohl noch Jahre dauern, bis die betroffenen Straßen wirklich abgestuft werden. Denn sie sollen zuvor vom Land saniert und dann in einem sehr guten Zustand an die jeweiligen Landkreise übergeben werden.

Als Erstes erhalten die Kreise vom Landesbetrieb eine „Zustandsbewertung“ der betreffenden Straßen. Diese werde dann vor Ort mit der Straßenaufsicht des Kreises geprüft, um danach die genauen Modalitäten der Übergabe mit dem Land zu klären, sagte Werner Nüse. Vermutlich wird es dabei vielfach auch darum gehen, ob bei der Sanierung gleich ein straßenbegleitender Radweg gebaut werden kann.

Der Vize-Landrat geht davon aus, dass zunächst die Straßen abgestuft werden, die in einen Nachbarkreis führen.

Kritik vom Landesrechnungshof

Bisher hat sich das Land erst mit Oberhavel darauf einigen können, in den nächsten fünf Jahren 76 Kilometer Landstraße zu übernehmen. Im Gegenzug erhält Oberhavel bis zum Jahr 2033 einen Landeszuschuss in Höhe von knapp 14,5 Millionen Euro.

Das Abstufungskonzept ist eine Reaktion auf die Kritik des Landesrechnungshofes. Die Prüfer monieren, dass sich das Land zu viele Straßen leistet. Deshalb sollen die Pisten abgegeben werden, auf denen pro Tag weniger als 2500 Fahrzeuge unterwegs sind. Ursprünglich war die Rede von 2000 Kilometer Straße, jetzt sollen lediglich noch 1600 Kilometer abgegeben werden.

Von Andreas Vogel