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Neuruppin A24: Jetzt kommt der erste Beton
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin A24: Jetzt kommt der erste Beton
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16:27 12.07.2019
Das Stück zwischen Kremmen und Linumer Bruch soll als erstes fertig werden. Sobald die neue Fahrbahn befahrbar ist, wird die alte abgerissen. Dort rollen jetzt sämtliche Fahrzeuge. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Dass es so schwierig werden würde, damit haben die Planer der privaten Havellandautobahn-Gesellschaft vor einem Jahr nicht gerechnet. Seit 2018 baut das Unternehmen im Auftrag des Bundes die A24 zwischen der Abfahrt Kremmen und Neuruppin völlig neu. Bis Ende 2022 muss alles fertig sein, so steht es in den Verträgen. Für Autofahrer und Anlieger bedeutet das vier Jahre Dauerbaustelle.

Jetzt, ein Jahr nach Baubeginn, wollte die Firmen auf der A24 eigentlich schon etwas weiter sein, räumt Thomas Stütze ein. „Wir hinken unserem Zeitplan ein wenige hinterher“, sagt der Technische Geschäftsführer der Havellandautobahn-Gesellschaft. Wasser hat den Baufirmen vor allem zu schaffen gemacht.

Der feuchte Boden ist ein Problem

Die Autobahn A24 verläuft auf ihrem südlichen Teilstück mitten durchs Luch. Der Boden ist nass und weich. „Je weiter sie in Richtung Neuruppin kommen, desto schwieriger wird es für Bauarbeiten“, sagt Thomas Stütze: „Das hatten wir so nicht erwartet.“

Bei Stöffin südlich von Neuruppin wurde eigens ein Betonmischwerk aufgebaut. Quelle: Reyk Grunow

Der feuchte Boden hat die Arbeiten anfangs ziemlich verzögert, damit kämpfen die Baufirmen noch immer. Fertig werde die neue A24 trotzdem rechtzeitig, versichert Geschäftsführer Stütze.

Alles andere könnten sich die privaten Investoren auch nicht leisten. Sein Geld bekommt das Konsortium internationaler Firmen nur, wenn die Autobahn im Zeitplan wieder befahrbar ist.

Investoren bauen die Strecke aus und betreiben sie 30 Jahre lang

Es geht um rund 1,3 Milliarden Euro. So viel zahlt der Bund für den Ausbau der gesamten Strecke von rund 70 Kilometern zwischen Neuruppin über das Dreieck Havelland bis zum Autobahndreieck Pankow.

Knapp die Hälfte fließt in den Neubau, den Rest bekommen die Investoren dafür, dass sie das südliche Ende der A24 und den nördliche Berliner Ring 30 Jahre lang im Auftrag der Bundesrepublik betreiben.

Die Planer haben die Strecke in mehrere Abschnitte unterteilt, die nacheinander neu gebaut werden. Auf sechs Kilometer Baustelle folgen sechs Kilometer ohne Behinderungen.

Rund 70 Zentimeter stark ist die Fahrbahn der Autobahn: Auf 40 Zentimeter Unterbau kommt eine Deckschicht aus Beton. Hier bei Flatow (Oberhavel) ist alles dafür vorbereitet. Quelle: Reyk Grunow

Jeder Abschnitt hat noch einmal zwei Teilstücke. Zuerst wird die Fahrbahn in Richtung Berlin neu gebaut. Sobald die fertig ist, folgt die Fahrbahn Richtung Hamburg.

Bisher war vor allem Abriss zu sehen – jetzt beginnt im ersten Teilstück der A24 der Bau der neuen Fahrbahn. Voraussichtlich am Montag rollen die ersten Betontransporte, sagt Thomas Stütze. Von Süden aus arbeiten sich die Bauarbeiter langsam vor.

Erster Abschnitt der A24 zwischen Kremmen und Linumer Bruch

Zwischen Kremmen und Linumer Bruch soll in den nächsten Wochen der erste neue Fahrbahnteil entstehen. Der rund 40 Zentimeter dicke Unterbau ist fertig. Jetzt kommt darauf eine 28 bis 30 Zentimeter starke Schicht aus Beton.

Voraussichtlich Mitte bis Ende September sollen die ersten Autos zwischen Kremmen und Linumer Bruch über die neu gebaute Fahrbahn rollen.

Elf Brücken werden zwischen Neuruppin und Kremmen neu gebaut. Die beiden größten an den Abfahrten Fehrbellin (Foto) und Neuruppin sollen ebenfalls ab September befahrbar sein. Quelle: Reyk Grunow

Rund 200.000 Kubikmeter Beton werden bis Ende 2022 für die neue A24 verbaut. Ähnlich viel Material musste vorher herausgerissen und geschreddert werden. „Wir versuchen, so viel wie möglich wiederzuverwenden“, sagt Stütze.

Das Material der alten A24 wird wiederverwendet

Schon aus Kostengründen. Das Material der alten Autobahn wird für den Unterbau der neuen benutzt. Das ist viel billiger, als neues von weither heranzuschaffen.

39 Brücken müssen auf der gesamten Strecke zwischen Neuruppin und Dreieck Pankow erneuert werden, elf sind es allein auf dem Abschnitt der A24 bis Kremmen. Dazu kommen zwei größere Durchlässe für Gewässer.

Die beiden größten Brückenbauten an den Abfahrten Neuruppin und Fehrbellin sollen bis September fertig sein. Die bei Fehrbellin Anfang des Monats, die bei Neuruppin wenige Wochen danach, sagt Thomas Stütze. Sobald die neuen Brücken befahrbar sind, werden die alten abgerissen. Dafür muss die A24 dann noch einmal kurzzeitig voll gesperrt werden.

Von Reyk Grunow

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