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Neuruppin Fernwärme: Neuruppiner Mieter heizen billig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Fernwärme: Neuruppiner Mieter heizen billig
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18:04 08.01.2019
Seit Jahren bauen die Stadtwerke Neuruppin ihr Fernwärmenetz immer weiter aus. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Eine gute Nachricht für viele Mieter in Neuruppin – auch wen sie die eigentlich von ihrer Betriebskostenabrechnung selbst entnehmen konnten: Das Heizen mit Fernwärme ist in der Fontanestadt so billig wie fast nirgendwo sonst für Mieter im Land Brandenburg. Zu diesem Schluss kommt der Verband der Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) in seinem jüngsten Preisspiegel.

Der Verband vertritt kommunale und kirchliche Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften und private Wohnungsunternehmen im Land Brandenburg und Berlin. Seine Mitgliedsunternehmen stellen mehr als eine Million Mietwohnungen, das ist knapp die Hälfte des gesamten Bestand in den beiden Bundesländern.

Preisvergleich unter großen Vermietern

Jedes Jahr vergleicht der BBU die Betriebskosten seiner Mitglieder. Bei den Heizkosten – dem größten Preistreiber auf der Betriebskostenabrechnung – schneidet Neuruppin diesmal besonders gut ab. In der Fontanestadt hat eine Megawattstunde Fernwärme inklusive aller Nebenkosten laut BBU im vergangenen Jahr 73,20 Euro gekostet.

In Bad Belzig, der teuersten Stadt in Brandenburg, mussten Mieter für die gleiche Heizenergie 130,73 Euro bezahlen. Der durchschnittliche Fernwärmepreis im Land lag laut BBU bei 95,98 Euro je Megawattstunde. Billiger als Neuruppin ist lediglich Wittstock. Mieter der Gebäude- und Wohnungsverwaltung dort zahlten 50,96 Euro pro Megawattstunde.

Der Preisvergleich des BBU gilt für große Vermieter. Der Verband hat für seine Berechnungen ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen angenommen. Für kleinere Haushalte sind die Zahlen deshalb nicht direkt vergleichbar, sagt BBU-Sprecher David Eberhart.

In weiten Teilen der Stadt besteht ein Anschlusszwang

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde ist nicht überrascht, dass die Stadtwerke in dem Vergleich so gut abschneiden. „Das ist unserer guten Vorarbeit aus den 90er Jahren geschuldet und natürlich unserer Fernwärmesatzung“, sagt er. Die Neuruppiner Stadtwerke hätten schon früh begonnen, ihr Wärmenetz auszubauen. Golde: „Was wir reingesteckt haben, zahlt sich jetzt aus.“

2012 hatten die Stadtverordneten per Satzung für weite Teile des Neuruppiner Stadtgebietes einen Anschlusszwang ans Fernwärmenetz beschlossen. Überall, wo die Stadtwerke Leitungen haben, müssen Hausbesitzer ihre Heizungen früher oder später auf Fernwärme umstellen, von Ausnahmen abgesehen.

Der Anschlusszwang war anfangs heftig umstritten. Manche Neuruppiner fürchtet, die Stadtwerke würden ihr Monopol ausnutzen und die Preise deutlich steigen lassen. Golde hatte sich schon damals für das städtische Tochterunternehmen starkgemacht und fühlt sich darin jetzt bestätigt.

Mieterbund sieht Fernwärme positiv

„Im Prinzip ist ein Anschlusszwang ans Fernwärmenetz eine gute Sache“, findet selbst Rainer Radloff, der Vorsitzende des Mieterbundes im Land Brandenburg. Denn je mehr Kunden ein Versorger an seinem Netz hat, umso effektiver könne er einfach arbeiten. In aller Regel sei Fernwärme die günstigste Möglichkeit zu heizen.

Dass die Preise im Land derart unterschiedlich sind, liege hat aus Sicht des Mieterbundes mehrere Gründe. Zum einen liege es daran, wie die Fernwärme erzeugt wird: etwa mit Kohle, Erdöl oder Erdgas. Es liegt an Größe und Modernisierung des Netzes und auch daran, ob ein Versorger Gewinn erwirtschaften muss, den manche Stadtwerke etwa an ihre Städte abführen müssen. In Potsdam wird laut Mieterbund etwa durch den Fernwärmepreis der Nahverkehr mitfinanziert. Allerdings finanzieren auch in Neuruppin die Stadtwerke Projekte wie die Fontanefestspiele mit.

Wittstock bleibt die Ausnahme

So erklärt such auch, dass Fernwärme in Wittstock so billig ist. Dort kauft die Wohnungsgesellschaft die Fernwärme nicht bei einem anderen Unternehmen ein, sondern erzeugt sie zumindest teilweise im eigenen Blockheizkraftwerk selbst.

Für die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) kommt das nicht infrage, sagt Geschäftsführer Robert Liefke. Er setzt lieber auf die Entwicklung moderner Heizsystem in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Mit Vorteilen für ganz Neuruppin.

Von Reyk Grunow

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