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Neuruppin Festlicher Jahresabschluss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Festlicher Jahresabschluss
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17:00 01.01.2013
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WUTHENOW

. War der Neubau damals wegen der ungewöhnlichen Architektur des Turmes etwas umstritten, so haben sich die Wuthenower mittlerweile an ihre Kirche gewöhnt. Sie sind stolz auf ihr Gotteshaus, das nach Schinkels Entwurf errichtet wurde.

Seit der Einweihungsfeier am 17. November 1837 wirkten an diesem Ort zwölf Pfarrer – Gemeindepädagogin Evelyn Tomaske-Fellenberg begrüßte die Gemeinde am Silvesternachmittag zum Festgottesdienst anlässlich des 175. Jahrestages ihrer Einweihung. Die rund 80 Gäste kamen allerdings zu Fuß oder mit dem Auto und nicht mit dem Ruderboot, wie es das Ölgemälde von Heinrich Krüger zeigt. Das Bild, das 1694 entstand und links neben dem Altar hängt, ist eine der ältesten noch vorhandenen Ansichten von Neuruppin und Wuthenow. Es zeigt Neuruppin mit seinen Stadtmauern und Türmen, den Ruppiner See und die Kirche von Wuthenow. Pastor und Küster fahren ihr in einem Boot entgegen, Christus führt das Steuer.

Die Kirche auf jenem Bild wurde 1584 als Fachwerkbau mit hölzernem Turm errichtet. Nachdem 1648 der Turm durch einen Sturm zerstört wurde, bekam Wuthenow 1721 eine neue Kirche. In ihr predigte auch Johann Christoph Schinkel, der Vater des Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel. Auch an jenem verhängnisvollen Morgen des 26. August 1787, als in Neuruppin der Brand ausbrach, stand der Pfarrer in Wuthenow auf der Kanzel. Zu Fuß eilte er über Alt Ruppin in die Stadt, um zu helfen – er starb an den Folgen der Überanstrengung. Die Kirche wurde bald baufällig. Kalkstücke rieselten von der Decke und fielen in das Taufbecken – so beschreibt es Superintendent Schroener 1810. Kleinere Reparaturen blieben erfolglos. 1836 wurde die Kirche abgerissen. Noch im gleichen Jahr begann man mit der Errichtung des klassizistischen, verputzten Ziegelbaus. Die neue Wuthenower Kirche sollte wegen Geldmangel ohne Turm errichtet werden, so wie das Gotteshaus in Krangen. Dem damaligen Landrat von Zieten ist es zu verdanken, dass das Geld doch bewilligt und ein Turm errichtete wurde, durch den man die Kirche betritt. Seit 1956 schließt sich an den Eingangsbereich ein beheizbarer Gemeinderaum an, in dem gebastelt, gemalt oder Geschichten erzählt werden. Konfirmanden bereiten hier Gottesdienste vor – am Sonntag lasen sie Texte zur Geschichte der Wuthenower Kirche. Musikalisch begleiteten Heike von Nolting, Barbara Nürnberg und ihre Töchter Gerburg und Bettina den Festgottesdienst.

Aus Anlass des 175. Geburtstages gibt es nun auch einen kleinen Kirchenführer, den Rainer Fellenberg zusammenstellte. Ein erstes Exemplar erhielt am Sonntag die Kirchenälteste Elisabeth Voigt aus den Händen von Evelyn Tomaske-Fellenberg – ein Dankeschön für ihr Engagement als Kirchenführerin und Schlüsselverwalterin. Das Ziel, den Schinkelbau auch weiterhin zu erhalten, hat sich der „Freundeskreis Schinkelkirche zu Wuthenow“ auf seine Fahnen geschrieben, denn wie viele Kirchen ist auch diese reparaturbedürftig. In den Bankreihen wurde am Sonntag für die Dachsanierung gesammelt. (Von Cornelia Felsch)

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