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Neuruppin Feuerwehrtraining: Im Notfall hilf dir selbst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Feuerwehrtraining: Im Notfall hilf dir selbst
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05:33 04.09.2019
In Treskow können die Neuruppiner Feuerwehrleute seit Kurzem üben, wie sie sich und andere im Notfall ais großer Höhe in Sicherheit bringen. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Sich knapp acht Meter über dem Boden aus einem Fenster zu schwingen kostet Überwindung. Selbst wenn der Verstand weiß, dass eigentlich nichts passieren kann, weil man gleich doppelt gesichert ist.

Einmal mit der eigenen Rettungsleine, ein zweites Mal mit einem Seil, das mit einem Karabiner im Klettergurt am Rücken befestigt ist. Sicherheit geht vor bei dieser Übung der Neuruppiner Feuerwehr. Eigentlich ein Motto, das immer gilt.

Was die Frauen und Männer an diesem dämmerigen Dienstagabend in Treskow trainieren, kann ihnen vielleicht einmal das Leben retten. Sie sollen üben, wie sie sich mit einer Feuerwehrrettungsleine in einem Notfall selbst aus größerer Höhe in Sicherheit bringen.

Bei einer Übung dürfen sich die Feuerwehrleute aus maximal acht Metern Höhe abseilen. Die Rettungsleine ist 30 Meter lang; bei einem echten Notfall würde das auch ausreichen, sich aus dem vierten oder fünften Stock zu retten. Quelle: Reyk Grunow

Dirk Witzlau zeigt noch einmal ganz genau, wie die weiße Leine gehalten werden muss. Er steht mit zweien seiner Kameraden im ersten Stock des neuen Übungsturmes, den die Stadt Neuruppin für ihre Feuerwehrleute auf dem Gelände der Feuerwache Süd-West in Treskow gebaut hat.

Zwölf Meter ist der Turm hoch und bietet alles, was die Feuerwehr zum Üben von Einsätzen in oder an einem Haus braucht. Es gibt Türen, Fensteröffnungen ohne Fenster, Treppen, Geländer. Und das ist eigentlich auch schon alles, der Turm ist ein schlichter Bau aus Beton und verzinktem Stahl. Strom für ein bisschen Licht wäre nicht schlecht, den gibt es bisher aber nicht.

Im Inneren des Turms führt ein Rohr bis ganz nach oben – eine Steigleitung, mit der die Feuerwehrleute üben können wie sie bei einem Brand in einem höheren Stockwerk vorgehen.

Lob für die Stadt Neuruppin

„Das ist wirklich eine tolle Sache, die die Stadt hier gebaut hat“, sagt Witzlau. Jede Woche üben Feuerwehrleute an dem Turm, seit er vor der Sommerpause offiziell freigegeben wurde.

Der Bau hatte länger gedauert als geplant und teurer wurde er außerdem. Mit Kosten von 178.000 Euro hatte die Stadtverwaltung gerechnet, als die Abgeordneten 2017 den Bau beschlossen haben.

30.000 Euro hat die Wohnungsbaugesellschaft NWG über die Stiftung Soziales Neuruppin beigesteuert, das restliche Geld sollte aus der Stadtkasse kommen. Zweimal mussten die Stadtverordneten nachlegen. Am Ende kostete der Turm knapp 210.000 Euro.

Bei der Übung werden die Feuerwehrleute immer zusätzlich von anderen mit einem zweiten Seil gesichert. Quelle: Reyk Grunow

Aus Sicht der Feuerwehrleute bestens angelegtes Geld. Übungen wie das Retten aus einem brennenden Haus können sie sonst so nirgends in Neuruppin abhalten. Früher ging das mal auf dem Gelände der ehemaligen Muna in Wulkow, dort standen Ruinen alter Gebäude. Doch das Areal wurde vor Jahren verkauft; seitdem ist es für die Feuerwehr tabu.

Das Selbstrettungstraining ist aber fester Teil jeder Ausbildung. Es muss einfach sein, so wie vieles andere auch. Wenigstens 40 Stunden Ausbildung muss jede Frau und jeder Mann in der freiwilligen Feuerwehr laut Vorschrift im Jahr nachweisen, nur dann dürfen die Leute in den Einsatz fahren.

Dirk Witzlau wohnt eigentlich in Dabergotz im Amt Temnitz. Seit 2014 ist er aber Mitglied in der Feuerwehr Neuruppin. Dass er das Abseiltraining leitet, hat wohl damit zu tun, dass er mehr Erfahrung damit hat als andere, sagt er. Vielleicht liegt es auch ein wenig an seinem Beruf: Als Zimmermann ist Witzlau oft in große Höhe unterwegs.

Üben ging bisher nur in Kyritz

Den Umgang mit Seilen müssen die Feuerwehrleute immer wieder trainieren, nicht nur zur eigenen Sicherheit. Die gleiche Technik funktioniert im Prinzip auch, um andere Menschen in Sicherheit zu fingen, die zum Beispiel an einer Böschung verunglückt sind oder um Dinge zu bergen. Das Training ist wichtig.

„Zuletzt mussten wir dafür nach Kyritz fahren“, sagt Witzlau. Auf dem Gelände der feuerwehrtechnischen Zentrale dort, stand bisher der einzige Übungsturm im gesamten Landkreis.

Wenn die Neuruppiner Feuerwehrleute am Dienstag nach der Arbeit zur Übung aufgebrochen sind, war es oft schon dunkel, bis sie überhaupt dort ankamen. Und dann gab es immer mal wieder Terminprobleme; in Kyritz wollen alle Feuerwehren üben.

Wissen allein reicht nicht immer aus

In Treskow ist das alles viel einfacher. Zweimal im Jahr sollte jeder Feuerwehrmann und jede -frau trainieren, sich selbst zu retten. Nicht nur, damit jeder weiß, was im Notfall zu tun ist. Man muss auch den Mut dazu finden. Übung hilft dabei.

Die nötige Technik hat jeder im Notfall dabei. Die Rettungsleine in einem Beutel gehört zur festen Ausrüstung des sogenannten Angriffstrupps, also der Leute, die bei einem Brand ins Haus gehen, um das Feuer zu bekämpfen.

Sollte der Rückweg aus irgendeinem Grund einmal abgeschnitten sein, bleibt den Feuerwehrleuten vielleicht nichts anders, als ich aus einem Fenster selbst abzuseilen. „Was wir hier üben, kommt laut Statistik in der Praxis vielleicht alle 30 Jahre einmal vor“, sagt Dirk Witzlau. Aber wer kann schon sagen, wann die 30 Jahre rum sind? „Bei der Feuerwehr kann alles jederzeit passieren.“

Von Reyk Grunow

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