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Neuruppin Freudentränen zum Fest
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Freudentränen zum Fest
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22:30 26.05.2013
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RADENSLEBEN

Das Haus, das viele Jahrzehnte in kirchlicher Hand war und jetzt vom Arbeiter-Samariter-Bund geführt wird, hatte in der Vergangenheit allen Widrigkeiten getrotzt: den Kriegswirren, der Willkür der DDR-Oberen, der starken Konkurrenz durch die staatlichen Kindergärten ringsherum, der drohenden Schließung. Und als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, musste es am Sonnabend zur Feier auch noch wie aus Eimern schütten. Der Regen wollte kein Ende nehmen – und Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius sprach in ihrer Andacht zum Fest schließlich von „Freudentränen“, die vom Himmel fielen.

„Der Kindergarten hat vieles überstanden – da macht uns der Regen nichts mehr aus“, sagte Kita-Leiterin Elisabeth Krüger. Zusammen mit Kolleginnen und Eltern hat sie eine Foto-Chronik entworfen, in der die Jahre des Bestehens spannend und unterhaltsam dokumentiert sind. Der Kindergarten war 1848 von Gutsherr Alexander Ferdinand von Quast gegründet worden – für die Kinder seiner Angestellten und der Tagelöhner. Die Familie von Quast prägte bis 1945 im Wesentlichen die gesamte Entwicklung des Ortes. Sie lebte seit etwa 1667 in Radensleben. Ihr Gut gehört zu den größten und traditionsreichsten Herrensitzen im Ruppiner Land.

Kurz nach der Gründung des Kindergartens übernahm die evangelische Kirche die Fürsorge der Kinder. Vermutlich zur Jahrhundertwende zogen die Diakonissinnen mit den Kindern ins Pfarrhaus. Auf historischen Fotos sind die Schwestern Clara und Gertrud zu sehen – und mit ihnen auch Doris Jentsch, geborene Fischer. Sie wurde als Kind – um 1958 – im Radenslebener Kindergarten betreut. Später hatte sie 25 Jahre lang als Köchin im Haus gearbeitet, und auch heute ist sie dort noch als Helferin tätig. Auch die beiden früheren Leiterinnen und viele ehemalige Kita-Kinder waren am Sonnabend zu Gast.

Bis 1980 wurden zwischen 30 und 40 Kinder im kirchlichen Kindergarten betreut, dann wurde die zulässige Zahl heruntergesetzt. Zurzeit besuchen 24 Kinder das Haus – es ist ausgebucht. Dass die Feier trotz des Regens zu einem großen Fest fürs ganze Dorf wurde, sei vielen zu verdanken, sagte die Kita-Leiterin. Ortsvorsteher Hardy Richter, Mitarbeiter des Seniorenwohnparks, der Gemeindekirchenrat, Mitglieder der Feuerwehr und des Heimat- und Kulturvereins haben geholfen. „Ich bin total überwältigt von der Unterstützung und den vielen Geschenken“, sagte Elisabeth Krüger. „Das ist das Besondere an einer Landkita: der Zusammenhalt.“ (Von Katharina Kastner)

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