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Neuruppin Neuruppins Schüler demonstrieren für bessere Klimapolitik
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16:56 01.02.2019
Für die erste „Fridays For Future“-Kundgebung in Neuruppin hatten Jugendliche etliche Plakate und Spruchbänder vorbereitet
Neuruppin

Kurz nach elf Uhr ertönt am Freitagvormittag auf dem Schulplatz in Neuruppin ein Lied der Berliner Rapgruppe K.I.Z. Nicht etwa einer ihrer Neuruppin-Grusel-Raplieder, sondern „Hurra, die Welt geht unter“.

Denn an diesem Vormittag geht es den rund 80 Schülern, die dort eine Kundgebung im Rahmen der sogenannten „Fridays For Future“ (Freitage für die Zukunft) halten, genau darum: um die Erde und wie wir sie erhalten.

Dafür haben die Jugendlichen zwei Dutzend Plakate vorbereitet, mit denen sie ihren Ärger über den Kohleausstieg Deutschlands bis 2038, Tempolimits auf Autobahnen oder das Bienensterben ausdrücken.

Erstmals „Fridays For Future“ in Neuruppin

Zeilen wie „Es gibt keinen Planeten B“ oder „Dinos dachten auch, sie hätten Zeit“ stehen in großen Buchstaben auf Pappschildern, die sie teilweise auch bemalt haben.

Schülerin Flavia Laqua vom Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium zeigt ein Plakat mit einer Kloschüssel, in die der Erdball fällt, und mit „Bitte nicht spülen“ betitelt ist.

Schüler demonstrieren auf dem Schulplatz in Neuruppin für mehr Klimaschutz und haben etliche Plakate vorbereitet. Quelle: Peter Geisler

Schüler aller Schulen aus Neuruppin sind nach der Zeugnisausgabe zum Schulplatz gepilgert, um beim „Friday For Future“, einer globalen Schüler- und Studierendeninitiative, dabei zu sein, der an diesem Freitag zum ersten Mal in der Fontanestadt stattgefunden hat.

Warum Neuruppiner Schülern der Klimaschutz wichtig ist

Dabei bewegten sie unterschiedliche Gründe, daran teilzunehmen. „Wir haben einen so tollen Planeten. Wir können nicht zulassen, dass sich das ändert und Menschen in hundert Jahren nichts mehr davon haben“, sagt Clara Grundmann von der Evangelischen Schule.

Die 13-Jährige hält ein pinkfarbenes Leinentuch mit der Aufschrift „Make the planet great again“ (Macht den Planeten wieder großartig) in der Hand.

Für Moritz Leist von der Montessori-Oberschule war die Teilnahme an der Kundgebung selbstverständlich: „Wir haben doch nur diesen einen Planeten. Warum behandeln wir ihn so schlecht?" Quelle: Fabian Lamster

Auch privat beschäftigt sie der Umweltschutz: „Ich esse kein Fleisch aus Massentierhaltung und versuche, so viele Wege wie möglich zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen“, sagt die Achtklässlerin.

Nicht immer möglich, die Umwelt zu schonen

Ähnlich umweltbewusst lebt Katharina Junck von der Montessori-Oberschule. „Ich versuche, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und trenne ihn. Außerdem ernähre ich mich schon mein ganzes Leben vegan“, sagt die 15-Jährige.

Dabei klappe es bei ihrer Familie aber nicht immer, der Umwelt etwas Gutes zu tun. „Letzten Sommer sind wir mit dem Auto in den Urlaub an die Ostsee gefahren. Es war einfach zu viel Gepäck. Das hätten wir niemals mit einer Zugfahrt transportiert bekommen“, vermutet sie.

Schülerin Lena Kernchen vom Schinkel-Gymnasium organisierte die Kundgebung mit. Quelle: Fabian Lamster

Auch die Produktion von Smartphones und deren Folgen für die Umwelt beschäftigen die Schüler. „Nachhaltigkeit ist mir wirklich wichtig, aber wie soll ich mir als Zwölfjähriger ein Fairphone im Wert von 400 Euro leisten können“, fragt Siebtklässler Jonathan Held.

Stadtverordnete besuchen „Fridays For Future“ in Neuruppin

Während der Kundgebung treten einige Redner an das aufgestellte Mikrofon. Sie skizzieren dystopische Zukunftsszenarien, in denen der letzte Eisbär gestorben ist.

Auch Paul Schmudlach, Stadtverordneter in Neuruppin, spricht zu den Jugendlichen und motiviert sie, ihre Anliegen weiter öffentlich kundzutun, um damit wiederum der Politik, die größtenteils Menschen zwischen 50 und 60 Jahren gestalten, ein eindeutiges Signal zu senden.

Katharina Junck geht auf die Montessori-Oberschule in Neuruppin und hat für die "Fridays For Future"-Kundgebung mehrere Plakate vorbereitet. Quelle: Fabian Lamster

Unter die Anwesenden der öffentlichen Versammlung hat sich mit Michael Gayck ein weiterer Stadtverordneter gemischt. „Ich finde gut, dass die Jugendlichen für den Klimaschutz auf die Straße gehen und sich zum Beispiel gegen den Kohleausstieg bis 2038 positionieren“, sagt der 52-Jährige.

Nächste „Fridays For Future“-Kundgebung in Neuruppin angekündigt

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt verharren die Schüler anderthalb Stunden am Schulplatz. Immer wieder springen sie gemeinsam zu Slogans wie „Hoch für Klimaschutz, runter mit der Kohle“ auf und ab, um sich warm zu halten.

Schülerin Flavia Laqua vom Schinkelgymnasium in Neuruppin ist auf der Kundgebung, „weil wir ja nicht zuhause sitzen und nichts tun können. Wir müssen raus und unsere Meinung in die Öffentlichkeit tragen, um gehört zu werden", sagt die 17-Jährige. Quelle: Fabian Lamster

Gegen 12.30 Uhr, eine halbe Stunde eher als angekündigt, endet die „Fridays For Future“-Kundgebung. Die Schüler singen gemeinsam den Refrain von „Heal The World“ von Michael Jackson zum Abschluss.

Am Ende bitten die Neuruppiner Schüler, die die Kundgebung organisiert haben, alle Anwesenden darum, keinen Müll liegen zu lassen und alle Plakate mitzunehmen. Sie können sie wiederverwenden. Am 15. Februar soll die nächste „Fridays For Future“-Kundgebung stattfinden.

Von Fabian Lamster

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