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Neuruppin Ausstellung: So lief die Wende in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Ausstellung: So lief die Wende in Neuruppin
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19:20 18.10.2019
Arne Krohn (l.) und Manfred Neumann waren 1989 bei der friedlichen Revolution in Neuruppin dabei. Das Transparent wurde bei einer der vielen Demonstrationen damals getragen. Quelle: Fotos (2): Feliks Todtmann
Neuruppin

Fast auf den Tag genau 30 Jahre ist es her, dass sich hunderte Menschen in der Neuruppiner Klosterkirche zur zweiten Friedensandacht trafen, um für einen demokratischen Wandel in der DDR zu demonstrieren. Die Friedensandachten waren ein Ausgangspunkt der friedlichen Revolution im SED-Staat. Eine Ausstellung im Kornspeicher Neumühle erinnert ab kommender Woche an den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel im Herbst 1989.

Die Ausstellung „Aufbruch 89. erinnern und ermutigen“ zeigt auf einem guten Dutzend großformatiger Plakate die historische Entwicklung in der DDR aus Neuruppiner Perspektive: Neben Bildern und Quellen sind auch Originaltransparente von Demonstrationen aus Neuruppin ausgestellt. Auf einem Bildschirm läuft ein Film mit Zusammenschnitten seltener Originalaufnahmen aus der Wendezeit.

Damals und heute: Arne Krohn vor einem Ausstellungsplakat, das ihn vor 30 Jahren zeigt. Quelle: Feliks Todtmann

„In der DDR hatte man eigentlich zwei Leben“

Die Organisatoren der Ausstellung, Arne Krohn und Manfred Neumann, waren damals selbst dabei. Beide waren im Neuen Forum aktiv. Krohn erinnert sich: „Man hatte eigentlich zwei Leben in der DDR: ein offizielles und ein inoffizielles.“ Im offiziellen Leben fiel man besser nicht auf und arrangierte sich mit der politischen Realität, im inoffiziellen konnte man sich kritisch äußern, frei denken und reden. „Irgendwann ist es bei mir gekippt“, sagt der 62-Jährige.

Das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking war für Krohn der Auslöser, aufzustehen, sich für einen Wandel einzusetzen. Dass die SED-Führung die gewaltsame Niederschlagung des Protests billigte, hat ihn schockiert: „Da war mir klar: Die DDR ist ein totalitärer Staat, so kann es nicht weitergehen“, sagt Krohn. Dennoch, erklärt Krohn, habe die Ausstellung keinen Anspruch auf historische Deutungshohheit.

Filmvorführungen an drei Abenden

Die Plakate waren schon einmal in Neuruppin zu sehen: vor zehn Jahren im Museum Neuruppin. „30 Jahre friedliche Revolution waren für uns ein guter Anlass, sie erneut zu zeigen“, sagt Manfred Neumann. Vier Wochen lang, vom 23. Oktober bis zum 13. November ist die Ausstellung im Kornspeicher täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Als Rahmenprogramm zeigen die Organisatoren an drei Abenden, am 23. Oktober sowie am 6. und 13. November Kurz- und Dokumentarfilme, die verschiedene Aspekte des Lebens in der DDR thematisieren. In „Verriegelte Zeit“, am Tag der Ausstellungseröffnung, ist es die brutale Geschichte der Filmemacherin Sibylle Schönemann selbst, die wegen eines Ausreiseantrags verhaftet wurde und ins Gefängnis kam.

Manfred Neumann und Arne Krohn hoffen, mit der Ausstellung auch junge Menschen anzusprechen. Sie wünschen sich, dass Schulklassen zum Besuch in den Kornspeicher kommen. „Die Ereignisse von damals haben nach wie vor eine großen Einfluss auf das, was heute passiert“, sagt Manfred Neumann.

Die Ausstellung wird am Mittwoch, 23. Oktober, um 19 Uhr im Kornspeicher Neumühle eröffnet.

Von Feliks Todtmann

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