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Neuruppin Geplanter Millionenbau: Der Landrat blitzt ab
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18:39 22.11.2019
Knapp acht Millionen Euro kostet das neue Verwaltungsgebäude für den Landkreis an der Neustädter Straße. Es soll im Frühjahr 2020 bezugsfertig sein. Offen ist, ob bis dahin auch klar sein wird, was aus dem historischen Landratsamt wird. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) will beim Kreistag am 5. Dezember in Neuruppin den Abgeordneten einen neuen Vorschlag präsentieren, wie die Mitarbeiter der Kreisverwaltung sowohl zu neuen Büros als auch zu einem neuen Archiv kommen. Das hat Reinhardt am Donnerstagabend beim Kreis- und Finanzausschuss nach einer intensiv geführten Debatte erklärt.

Reinhardt griff dabei einen Vorschlag von CDU-Mann Philipp Wacker aus Wittstock auf. Demnach soll ein Architektenbüro einen Variantenvergleich zu den benötigten Bürobauten erarbeiten.

Umstrittene Millionen-Investitionen

Zuvor war bei der Debatte deutlich geworden, dass es für die Vorlage der Verwaltung keine Mehrheit geben wird. Die Behörde hatte den Bau zweier weiterer Verwaltungsgebäude vorgeschlagen, wobei die Kosten wohl zwischen 18 und 22 Millionen Euro liegen würden.

Allerdings hätte die Verwaltung selbst nach diesen beiden Millionenbauten für Archiv und neue Büros immer noch Probleme, alle ihre Mitarbeiter in modernen und barrierefreien Räumen unterzubringen. Dafür wären Investitionen von insgesamt 30 Millionen Euro notwendig, hieß es. Das sei in den nächsten fünf Jahren auf keinen Fall vom Kreis finanzierbar, sagte Reinhardt.

Der Neuruppiner Bündnisgrüne Wolfgang Freese hatte zudem bezweifelt, ob es wirklich notwendig sei, einen Kreistagsraum mit Kantine und Büros für die Fraktionen zu bauen. „Wir tagen doch bloß sechs- bis achtmal im Jahr.“ Dafür sei so eine Millionen-Investition nicht notwendig. Freese fragte, ob denn geprüft worden sei, ob auf den geplanten Archivneubau, den alle Abgeordneten als notwendig bezeichneten, einfach ein paar Etagen für weitere Büros aufgesetzt werden könnten.

Linke: Gegen Freifahrtsschein für die Verwaltung

Laut Reinhardt wurde das nicht geprüft – weil es derzeit lediglich um Vorschläge der Verwaltung ginge und man für Vorplanungen bereit sein müsse, auch Geld auszugeben. Das sei bisher nicht passiert.

Auch die Linken lehnten die vom Landrat vorgeschlagenen Baupläne ab. „Das wäre ein Freifahrtsschein für die Verwaltung.“ Dazu sei die Linke nicht bereit, sagte Fraktionschef Ronny Kretschmer.

„Wir sollten uns der Sanierung des Landratsgebäudes in der Virchowstraße nähern“, sagte CDU-Mann Karl Tedsen aus Neustadt. Der unter Denkmalschutz stehende Backsteinbau war 1895 als Landratsamt errichtet worden. Allerdings ist das gesamte Gebäudeensemble in der Virchowstraße nicht barrierefrei und damit für gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen nur mit Problemen erreichbar.

Das Landratsamt in der Neuruppin Virchowstraße wurde 1895 fertiggestellt. Quelle: Peter Geisler

Allein für die energetische Sanierung des Landratsamtes müsste mit Kosten von mindestens drei Millionen Euro gerechnet werden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Der Landkreis schreckt wohl aber noch aus einem anderen Grund vor der Sanierung der repräsentativen Gebäudes zurück. Zum einen müssten für die Zeit der umfangreichen Sanierungsarbeiten Ausweichräume für die etwa 100 Mitarbeiter gefunden werden.

Ein Neubau für fast acht Millionen Euro

Zum anderen befindet sich das historische Landratsamt zwar direkt in der Innenstadt von Neuruppin und sei auch gut mit Bussen erreichbar, allerdings befinden sich die zwei anderen zentralen Verwaltungsgebäude des Kreises etwa zwei Kilometer entfernt in der Heinrich-Rau-Straße sowie in der Neustädter Straße.

An der Neustädter Straße entsteht derzeit zudem gerade für knapp acht Millionen Euro ein Neubau, in den im Frühjahr 2020 die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Neuruppiner Jobcenters einziehen sollen. Sie haben ihre Büros derzeit gegenüber in der einstigen Poliklinik, die den Ruppiner Kliniken gehörte und vor einigen Wochen an den Immobilienunternehmer Dennis Wisbar verkauft wurde. Welche Pläne Wisbar für die einstige Poliklinik hat, das ist offen.

Ob das Landratsamt in der Virchowstraße künftig auch weiterhin als solches genutzt wird, das werden wohl die Kreistagsabgeordneten am 5. Dezember entscheiden.

Von Andreas Vogel

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